Wir sind 5Kampf Meister

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Bereichsmeisterschaft war es an der Zeit, für die Fünfkampfmannschaft der 2.Kompanie an den Heeresmeisterschaften in Wiener Neustadt teilzunehmen. Mit minimaler Vorbereitung, direkt von der gemeinsamen Übung „Gazelle“ mit dem Jagdkommando kommend, traten wir unsere Reise in das österreichische Fünfkampf-Mekka an.

Am ersten Tag lag unser Fokus auf der Besichtigung der Wettkampfstätten am Gelände der altehrwürdigen Theresianischen Militärakademie. Nach Anblick der Hindernisbahn schlugen unsere Fünfkämpferherzen höher: Nagelneue Tartanbahn, in nationalfarben gehaltener Anstrich der Hindernisse und einwandfreie Antirutschbeschichtung an den Mauern ließen auf schnelle Zeiten hoffen. Wir nutzten die freie Bahn für eine kurze Technikeinheit um uns an die Gegebenheiten der hiesigen Bahn zu gewöhnen.

Mit unseren 16 Handgranatenwurfkörpern bewaffnet machten wir uns auf den Weg zur Handgranatenwurfanlage wo bereits andere Teams übten. Nach kurzer Observation der Konkurrenz sprach ein Teammitglied unser aller Gedanken aus: “ Burschen, des wird net anfoch!“. Nach einigen Trainingswürfen welche nicht optimal verliefen fragten wir uns, ob der Erfolg (2.Platz) bei den Bereichsmeisterschaften vielleicht doch nur Glück war.

Mit dem Ausfassen der Munition und dem Überprüfen der Waffen begann für uns die Konzentrationsphase, welche beim Schießbewerb entscheidend ist. An der Startlinie der 200m Strecke zum zuvor zugewiesenen Schießstand stieg allmählich die Anspannung, doch mit dem Startsignal des Schiedsrichters verflog die Aufregung und wir starteten in den Wettkampf. Alle Teammitglieder haben ihre zehn Schuss in der vorgegeben Zeit erfolgreich ins Ziel gebracht. Mit einem Schnitt von 87,5 Ringen stand fest es war ein guter Bewerb. Wir fanden uns überraschend an der Spitze des Klassements wieder.

Mit dem Wissen, dass unsere stärkste Disziplin, die Hindernisbahn vor uns liegt, starteten wir mit Zuversicht ins Aufwärmprogramm. Das Hauptaugenmerk lag auf dem fehlerfreien absolvieren des Kurses, um nicht den vorab gewonnen Vorsprung einzubüßen. Wir konnten unsere Erwartungen mit einer neuen Teambestzeit von 2:02,49 erfüllen. In der Unterkunft angekommen sahen wir die Ergebnisliste der zwei abgeschlossenen Bewerbe, welche wir mit 70 Punkten Vorsprung anführten. Da wurde uns klar, dass wir mit unserer Führung keine schlechten Chancen auf den Titel haben.

Nach dem 200m Staffel Schwimmbewerb am nächsten Tag wurde unsere schlimmste Befürchtung war: Die Führung war weg. Unsere erfahrungsgemäß schwächste Disziplin sollte auch diese bleiben. Gefühlt dem Ertrinkungstod entkommen, trotteten wir mit gesenkten Häuptern zurück in unser Zimmer, wo uns unser Kommandant ermutigte :,,Ge Männer es is noch nix verloren.“

Als nächstes am Programm der Handgranaten Ziel- und Weitwurf. Nach ein paar miserablen Aufwärmwürfen zweifelten wir daran, ob das gute Ergebnis der Bereichsmeisterschaft wiederholbar wäre. Am Start beobachteten wir die Konkurrenz bei ihren Wertungswürfen. Die Teams des Militärkommandos Niederösterreich 1 und 3 hatten mit beeindruckenden Wurfleistungen vorgelegt. Nun war klar, wir mussten ebenfalls eine enorme Leistung abliefern, denn diese beiden Teams waren unsere erbittertsten Konkurrenten und nur an ihnen würde der Sieg vorbeiführen. Ein mit Instruktionen bespieltes Tonband gab unserem ersten Werfer das Kommando für den Start. Die ersten drei Werfer versenkten all ihre Granaten in den 20,25und 30m Ringen. Bisher eine absolut unerwartet solide Leistung. Doch jetzt kam der letzte, alles entscheidende Ring. Würden wir unseren Rückstand  vom Schwimmen aufholen können?

Unser letzter Werfer trat an den Start. Die ersten zwei Granaten landeten im inneren Ring. Die dritte berührte den inneren Ring was aber dennoch als innerer Treffer zählte. Als die vierte Granate den inneren Ring nur knapp verfehlte und im Äußeren landete, konnte sich selbst unser sonst so ruhiger Mannschaftsführer einen freudigen Aufschrei nicht verkneifen. Keine andere Mannschaft schaffte es, alle Granaten in die Ringe zu treffen. Was uns stolz machte. Bei der letzten Hürde des Bewerbes, dem Weitwerfen hieß es, ja nicht außerhalb des markierten Bereiches zu werfen da sonst der Wurf ungültig wäre und infolgedessen das gute Wurfergebnis zunichte gemacht worden wäre, was um Haaresbreite passierte. Mit diesem hervorragenden Werfen waren wir uns sicher eine gute Ausgangsposition erarbeitet zu haben. Die Ergebnisliste bestätigte das.

Vor dem Laufbewerb, welcher in der Gundersen-Methode startet, hatten wir einen großzügigen Vorsprung von 18 Sekunden. Dennoch wussten wir alle ganz genau, wir werden uns alles abringen müssen und eine Topleistung brauchen, um uns den Sieg zu holen. Jeder Einzelne war nervös, einerseits weil das alles entscheidende Finale vor uns stand und andererseits weil wir wussten, der 1000m Lauf wird uns alles abverlangen und äußerst schmerzhaft werden. Diese Aussicht versetzte uns nicht gerade in Jubelstimmung, doch den anderen Teams würde es ja  auch nicht anders ergehen. Mit einem flauen Gefühl im Magen starteten wir das Aufwärmen um für diese kurze, aber intensive Distanz auf ‚‘ Betriebstemperatur“ zu sein….

0920 Uhr, ein letztes Briefing des Wettkampfleiters.

0925 Uhr, die Nervosität stieg ins unermessliche, jedoch konnte man sich mit dem Gedanken „Jetzt drei Minuten quälen, dann ist alles vorbei“, halbwegs beruhigen.

0930 Uhr,der Startschuss ertönte und unser erster Läufer sprintet aus dem Starttor.

Nach wenigen hundert Metern verschwand er von der terracotta-farbenen Tartanbahn auf die bewaldete Strecke des Akademieparks. Zwei Minuten später war er nun wieder für alle sichtbar und auf den letzten 300 Metern kämpfend, was aber jeder machen muss, will er eine Topzeit laufen. Abgekämpft erfolgt die Übergabe an Läufer Nr.2, welcher dem Läufer des Militärkommando Niederösterreich 3 noch weitere Sekunden abknüpfen konnte. Völlig erschöpft schickte er Läufer Nr.3 ins Rennen, welcher ebenfalls den Vorsprung etwas ausbauen konnte und dem 4. und letzten Läufer in die Runde schickte. Wir wussten, nur noch ein Sturz oder eine Verletzung konnte unseren Triumph vereiteln. Was jedoch Gott sei Dank ausblieb und wir beim Zieleinlauf des letzten Läufers röchelnd feierten… .

Müde und erleichtert nahmen wir nach langem und heißem Antreten unseren Pokal entgegen und traten die Heimreise nach Klagenfurt in freudiger Erwartung eines wohl verdienten Tages Sonderurlaub an.

Das Team

Bilder: Militärkommando NÖ

Bild:

Das Siegerteam aus der 2. Kompanie

Logistik on Top!

Was heißt Logistik auf Bataillonsebene für die Operational Reserve Force im Kosovo?

20 Monate Planungsphase, Erkundungen und Absprachen im Kosovo, einige Workshops und Besprechungen, Aufmarschplanung  in Varianten über 1200 Kilometer Luftlinie. Übernahme von dutzenden Fahrzeugen und Gerät aus ganz Österreich. Damit einhergehend vier Monate Dauerbeanspruchung  (Dezember 2016-März 2017) der Versorgungsgruppen der Kompanien aufgrund der Geräteübernahmen. Über 150 Lenkberechtigungen (in drei Wochen) für deutsche Fahrzeuge ausbilden. Unzählige Fahrkurse innerhalb Österreichs um die Beweglichkeit auf den verschiedenen Fahrzeugtypen sicherzustellen. Ausbildung der Sanitäter auf den deutschen Systemen und Fahrzeugen sowie umgekehrt Ausbildung der deutschen auf österreichischem Gerät. …

Was heißt Logistik auf Bataillonsebene für eine Volltruppenübung mit ca. 800 Soldaten? 

Marsch über ca. 1000 Kilometer von Österreich (mit Masse Klagenfurt) zum Gefechtsübungszentrum Heer im Norden Magdeburgs.

199 Fahrzeuge auf Eisenbahn verladen, 6 Züge, 121 Waggone mit 3.320 Tonnen und 2,3 Kilometer Gesamtlänge. 12 Busse lediglich für die Kerntruppe (Gesamtstärke der österreichischen Übungs- und Leitungstruppe über 800 Mann).

Organisation von über 40.000 Teiltagesportionen Essen, Unterbringung von 800 Soldaten in 112 Zelten und 6 verschiedenen Gebäuden und die Sicherstellung der entsprechenden  Arbeitsplätze wie zum Beispiel Gefechtsstände. Nicht zu vergessen die Sicherstellung der Toiletten und Hygieneeinrichtungen, sowie die Abfallbewirtschaftung und die Bestimmungen des Umweltschutzes. Auch will der Soldat wenigstens einmal seine Bekleidung gewaschen wissen (internationale Vergebührung und Verrechnung).

6 Tonnen Munition inklusive Lagermöglichkeiten.

Einsatz eines Tankwagens mit 15.000 Liter Fassungsvolumen zur fortwährenden Betriebsmittelversorgung und Routex Karten, mit denen an zivilen Tankstellen getankt werden kann.

Im Personalwesen vordringlich die Einflechtung der Fülltruppe und Unterstützungsteile.

Organisation der Versorgung der Truppe im Gefecht mit Munition, Betriebsmitteln, Verpflegung und vor allem die sanitätsdienstliche Versorgung ( 5 Ärzte, 17 San-Fahrzeuge, Rettungsstation (deutsch) und Feldsanitätsstation (österreichisch) ) während der zwei dreitägigen Übungsphasen. Unter Berücksichtigung der internationalen Bestimmungen und Fusion zweier Arbeitsweisen und drei verschiedenen IT-Systemen. Die Bergung von Fahrzeugen aller Art muss sichergestellt werden. Mögliche Kriegsgefangene müssen gemäß den internationalen Verträgen behandelt und verbracht werden.

Und dann einmal Rückorganisation nach Österreich.

We make it happen!

Wir, die Logistik!

ANGRIFF!

Der Zugskommandant nimmts persönlich. Nämlich die Führung. Vor Ort führt er seine Soldaten zum Sieg

Angriff ist die einzige Methode, um ein Gefecht, eine Schlacht oder auch einen Krieg zur Entscheidung zu bringen. Dabei geht es um Dynamik, Koordination, physische und psychische Überlegenheit, kurz darum, dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen. Warum auch immer zum Angriff übergegangen wird, sei es um das eigene Staatsgebiet zu schützen oder aus anderen politischen oder militärischen Gründen ist unerheblich. Verteidigung, Verzögerung und Schutz sind reaktiv und somit wird dem Gegner das Heft des Handelns in die Hand gegeben.

Die neuen Informationsübertragungssysteme und Wirkmittel zwingen mittlerweile Gruppen- und Zugskommandanten dazu, zusätzlich zur Führung der eigenen Soldaten eben diese Wirkmittel ins Ziel bringen zu können. Damit werden die eigenen Ausfälle minimiert und Leben geschont.

In den Einsätzen der letzten Jahre haben sich außerdem neue Standardverfahren entwickelt, die vor allem die jüngeren Gruppenkommandanten anwenden. Die Prinzipien des gefechtstechnischen Verhaltens haben sich aber nicht verändert. Steilfeuer, Maschinengewehr und Handgranate zwingen zu vergrößerten Abständen.

Die Wucht und Konzentration des Stoßes oder Sturmes darf nicht mit wirkungsloser und schutzloser Zusammenballung von Soldaten in deckungslosem Gelände verwechselt werden, der Wald nicht mit dem Ortskampf. Wegedrill ist keine Form des Angriffes, nur der Kompromiss, wenn man im verminten Gelände keine wirksamere Gefechtsform einnehmen kann.

Oder auch als letzte, jedem vertraute Form der Koordinierung von Feuer und Bewegung.

Die Besonderheit beim Jägerbataillon 25 ist, dass Angriff das Schwergewicht aller Verfahren zur Sicherstellung des Einsatzes bildet. Warum? Ganz einfach. Eine Luftlandung an sich ist ein offensiver Akt, auch wenn nur Gelände in Besitz genommen wird und man des Gegners Kräfte bindet. Wie nimmt man Gelände in Besitz? Die Antwort ist nicht „Marsch“! Außerdem ist das überraschende Anlanden von Fallschirmjägern ein psychologisch nicht zu unterschätzendes Momentum, ein Projizieren von technischer und taktischer Überlegenheit. Ein immer stärker werdendes Argument für den Einsatz von Luftlandetruppen ist aber auch die subversive Lage, das mögliche innerstaatliche Chaos, das zu beherrschen ein Husarenstück ist. In dieser Lage müssen Rückzugsräume für terroristische Kräfte aufgeklärt und mit chirurgischer Präzision ausgeschaltet werden.

Die Kräfte in Österreich sind schnell ausgespielt, ein professioneller Luftlandeverband kann rasch über hunderte Kilometer zum Einsatz gebracht werden und bis zu kompaniestarke Kräfte im Verbund mit den modernen Wirkmitteln der Aufklärung, Kampfunterstützung und Luft-Bodensystemen vernichten oder zumindest zur Aufgabe der Basis zwingen. Das geht nur durch Angriff.

Fallschirmspringen

Stützpunkt Saalfelden, 20.Februar bis 3.März.

Zehn Springer vom Jägerbataillon 25  unter der Führung des Kommandogruppenkommandanten der 2.Kompanie.

Internationale Beteiligung von der Luftlandebrigade 1 Saarlouis und Sondereinsatzkräfte der Deutschen Bundeswehr sowie die Sondereinheit der Polizei COBRA.

Führung durch das Jagdkommando in bewährter Art und Weise.

Das Freifallseminar Gebirge ist der Höhepunkt der militärischen Fallschirmspringerausbildung. Die Voraussetzung dafür ist die Einsatzsprungtauglichkeit. Diese beinhaltet mindestens 20 manuelle Sprünge in zwei Jahren, Automatensprünge  und drei Gepäcksprünge in unterschiedlichen Öffnungshöhen bei Tag und bei Nacht. Wer diese Kriterien erfüllt, darf sich der Herausforderung des Fallschirmspringens im hochalpinen Gelände stellen.

Beim Gebirgsspringen kommen zu den normalen Herausforderungen des Springens insbesondere folgende Kriterien dazu: kleine Landezonen mit schwieriger Bodenbeschaffenheit, vor allem aber die schwierigen, unvorhersehbaren Windverhältnisse beim Landeanflug erfordern höchste Konzentration, Erfahrung und blitzartige Entscheidungen. Jeder Fehler kann verheerende Folgen haben, die Felswand und die Lawine schont den Springer nicht.

Gesprungen wurde aus den Hubschraubern Black Hawk und AB212, die Piloten leisteten wie gewohnt Außergewöhnliches unter schwierigen Bedingungen. Es wurden ca. 30 Sprünge verletzungsfrei absolviert. Dies spricht für die Qualität aller Springer und auch für die alpine Erfahrung, denn es muss auch die Aufnahmezone, vollbepackt mit Schirm und Gepäck sicher erreicht werden.

In diesem Fall:

Glück ab gut Tal

Wargames in Weitra

Am 24. April verlegten der Bataillonsstab und das Führungspersonal der Kompanien nach Weitra, um sich auf die Überprüfung im Gefechtsübungszentrum der Deutschen Bundeswehr in Altmark/Gardelegen im Mai vorzubereiten. Dazu wurde auch bereits das Führungspersonal der deutschen Kameraden (deutscher Anteil/ORF-Bataillon) sowie jenes der Kampfunterstützungselemente (Steilfeuer, Pionier) und Informationsverarbeitung (Auswertezelle) vom Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7, Pionierbataillon 1 und der Heerestruppenschule eingegliedert. Die Woche diente vorwiegend dazu, das Zusammenwirken der einzelnen Zellen und die Planungstätigkeiten für einen Angriff im Rahmen einer internationalen Schutztruppe (in einem Auslandseinsatz) zu trainieren. Erstmalig konnte dabei auf den neu zugelaufenen Führungssimulator in Weitra zurückgegriffen werden.

Das Szenario:

Der Aggressor wurde durch eine asymmetrisch kämpfende Gruppierung (Independent Army of Altmark, kurz IAAM) dargestellt, deren Ziel es war durch Hinterhalte, Sprengstoffanschläge, Entführungen und Hinrichtungen die Lage im fiktiven Staat „Greenland“ zu destabilisieren und so eine Separation der Nordprovinz zu erzwingen. Unser Bataillon wurde beauftragt, die bereits zum Teil lokalisierten Kräfte dieser Gruppierung im Zuge eines Angriffes zu neutralisieren und dadurch die Voraussetzungen für die Wiederherstellung eines sicheren Umfeldes zu schaffen. Entscheidend neben dem Erzielen des Angriffserfolges war es in diesem Szenario, dass die im Raum befindliche Bevölkerung als auch Infrastruktur nicht zu Schaden kommt. Demonstrationen, Flüchtlingsbewegungen als auch die Behandlung von Kriegsgefangenen galt es bei der geplanten Einsatzführung zu berücksichtigen.

Übungszweck:

Die stabsdienstliche Behandlung der Aufgabenstellungen sowie die Anwendung des taktischen Planungsverfahrens unter Integration von bataillonsexternem Personal stellte den Übungszweck für diese Woche dar. Dabei kam auch der Visualisierungssatz Lagebild Bataillon (VSLB) praktisch im Rahmen der Übung zur Anwendung, welcher es ermöglicht, alle Zwischenergebnisse der einzelnen Beurteilungsschritte für eine größere Anzahl an einzuweisenden Personen übersichtlich darzustellen. Die Informationsgewinnung und Verarbeitung wurde durch die Einbindung von unbemannten Flugkörpern (Drohnen) bzw. einer Auswertezelle wesentlich verbessert. Das Einfließen von neuen Informationen in den Planungsprozess und auch in die Führung des laufenden Gefechtes in nahezu Echtzeit erlaubte ein flexibles Handeln und verkürzte die Reaktionszeiten. Die Aufbereitung der wesentlichen Ortschaften nach dem jeweilig aktuellen Stimmungsbild der Bevölkerung (und der dadurch ableitbaren Absicht gegenüber den eigenen Kräften) in Kombination mit der Aufklärung durch die Drohne verschaffte dem Bataillon ein hochaktuelles Lagebild. Im Zusammenwirken mit der Kampfunterstützungszentrale wurden dann erkannte Bedrohungen während des Anmarsches zum Angriffsziel mittels Kampfhubschrauber nach positiver Identifizierung punktgenau bekämpft. Dadurch konnte dem Anspruch einer weitgehenden Vermeidung von Verlusten bei der eigenen Truppe durch Informationsüberlegenheit entsprochen werden.

Das Hauptaugenmerk der Logistik wurde auf die Sanitätsversorgung gelegt, welche durch den Bataillonsarzt gesteuert wurde. Den vorne angreifenden Kompanien wurden gehärtete Fahrzeuge (Dingo in der Sanitätsversion) unterstellt, um entsprechend rasch und geschützt eine erste Versorgung einleiten zu können. Für akut lebensbedrohlich verletzte Soldaten stand ein Sanitätshubschrauber zur Verfügung, welcher auch für die schon vorgestaffelt eingesetzten Aufklärungskräfte oftmals das einzige Mittel zum zeitgerechten Abtransport darstellte. Dabei musste jede Luftbewegung mit dem Einsatz eigener Drohnen bzw. dem Steilfeuer koordiniert werden. Parallel zum laufenden Gefecht wurde seitens der übergeordneten Führungsebene auch eine Planungsaufgabe übermittelt. Dabei galt es, den Einsatz der eigenen Kräfte nach Neutralisieren der IAAM-Kräfte im Rahmen einer Stabilisierungsoperation zu planen. Diese beinhaltete die Vorbereitung einer Evakuierung, den Schutz von Grenzpolizeieinrichtungen, die Durchführung von Patrouillen bei Tag und Nacht zur Steigerung der Präsenz in jenen Räumen, in denen mit ethnischen Konflikten zu rechnen war und die Überwachung der Grenze zum Nachbarstaat gemeinsam mit der Grenzpolizei. Zusätzlich waren Kräfte für die Befriedung von Demonstrationen bereitzuhalten und in den einzelnen Ortschaften kritische Infrastruktur zu überwachen.

Die Präsentation der einzelnen Beurteilungsergebnisse im Stab und der Funkverkehr erfolgte ausschließlich in englischer Sprache, da das Bataillon in einem multinationalen Umfeld eingesetzt ist und dies einer der Überprüfungspunkte in Altmark sein würde.

Wesentlich war es während der gesamten Führungssimulationsübung, dass zivile als auch eigene Verluste weitgehend verhindert werden und auch keine Kollateralschäden durch den Angriff entstehen. Der Bataillonsstab musste dabei in der Planung Flexibilität beweisen und parallel die Erfordernisse für den Angriff und die Stabilisierungsoperation berücksichtigen. Entscheidend für eine erfolgreiche Bearbeitung aller gestellten Aufträge war die Verarbeitung der Informationsflut, die durch sehr umfangreiche Führungsgrundlagen (Befehle, Anhänge, Handlungsanweisungen), Lageinformationen und Lageentwicklungen entstand. Insgesamt war die Ausbildung am Führungssimulator ein weiterer Schritt zur Festigung der stabsdienstlichen Abläufe nach der Allentsteig-Verlegung im März auf dem Weg nach Deutschland.

ALLENTSTEIG Feldzug 2017

Das eindeutige Schwergewichtsvorhaben für unser Bataillon im aktuellen Jahr ist die internationale Großübung in Deutschland im Mai.  Im Zuge dieser Verlegung finden sowohl die Nato-Evaluierung-Level 2 (NEL2) als auch die Operational Reserve Force (ORF)-Zertifizierung statt. Beides sehr wichtige Vorhaben, welche die Voraussetzungen für ein Wirksamwerden im Kosovo darstellen. Bei der NEL2 liegt das Hauptaugenmerk auf dem Thema Angriff und bei der ORF-Zertifizierung auf dem Thema Schutz.

Die erste und einzige Chance praktisch auf Bataillonsebene zu üben war die Verlegung nach Allentsteig in der 11. und 12. Kalenderwoche 2017. Zum Üben wird nämlich sowohl Gerät als auch Personal benötigt und Beides war bis dorthin nur äußerst spärlich verfügbar. So hätte zum Beispiel der Gerätezulauf bis Ende Jänner abgeschlossen sein sollen, um sich systematisch und ausbildungsmethodisch richtig stufenweise, Schritt für Schritt, der Taktischen-Truppen-Ausbildung Bataillon (TTA) annähern zu können. Dies war jedoch definitiv nicht der Fall und so musste in einigen Teilbereichen auf einen anderen Ausbildungsgrundsatz zurückgegriffen werden: Learning by doing. Minimiert wurde dieses Manko durch permanentes Übernehmen und Übergeben von Gerät und Fahrzeugen, was somit eine Hauptaufgabe für viele Soldaten und im speziellen für die NUO`s und KUO`s in den ersten Monaten dieses Jahres darstellte. Aufgrund der Tatsache, dass das ORF-Bataillon auch mit deutschem Gerät (Fahrzeuge, Fernmeldemittel, Feldküche, Sanitätsausrüstung…) arbeiten muss, war eine vorgestaffelte Ausbildung unserer Soldaten in Deutschland unumgänglich. Weiters fanden parallel dazu in Österreich zahlreiche Kraftfahrkurse statt, um die verschiedensten Fahrzeugtypen (Dingo, Husar, Pandur, U-4000…) unseres Bataillons bewegen zu können. Auf andere Vorhaben wie Fallschirmsprungausbildung, Laufbahnkurse etc. möchte ich hier nicht weiter eingehen. Festzuhalten bleibt, dass der Allentsteigfeldzug die erste und letzte praktische Vorbereitung auf Bataillonsebene im Hinblick auf NEL2 und ORF-Zertifizierung war.

Aufgrund der o.a. Rahmenbedingungen versuchten wir so viele Ausbildungsziele wie möglich abzuarbeiten, ohne dabei den Fokus auf das Hauptthema zu verlieren. Nach der Verlegung am Montag der 11. Kalenderwoche, dem Beziehen der Unterkünfte, Aufbauen der Gefechtsstände und der Ausrüstung mit der Echtzeitauswertung (EZA) stand der Dienstag im Zeichen der Wiederholung auf Zugsebene. Am Mittwoch erhielten die Kompanien sowohl vormittags als auch nachmittags einen Angriffsbefehl, welchen sie mit Unterstützung von Luftfahrzeugen (Close-Combat-Attack) auszuführen hatten. Die Feinddarsteller für beide Ausbildungswochen wurden dankenswerter Weise durch das Jägerbataillon 8 gestellt, welche eine gute Leistung über die gesamte Verlegung erbrachten.  Die Verwundetenversorgung und die Organisation der Kriegsgefangenen wurden auch entsprechend geübt, um dann am Donnerstag im Zuge eines Bataillonsangriffes Alles abrufen zu können. Dieser startete in Pötzles, ging über den Perweiswald und endete in der Ortschaft Steinbach. In der 12. Kalenderwoche bezogen wir den Verfügungsraum Pötzles. Hier errichteten die Villacher Pioniere in Rekordzeit eine Zeltstadt, welche jedes Soldatenherz höher schlagen ließ. Respektvolles Kompliment für diese Leistung. Am Dienstag erhielten wir dann vom verminderten Brigadekommando, das ebenfalls nach Allentsteig verlegte und aus der Mehrzweckhalle im Lager Kaufholz führte, den Angriffsbefehl für unser Bataillon. Unter Berücksichtigung des NEL2-Zielkataloges griffen wir Mittwoch und Donnerstag erneut die Ortschaft Steinbach an und festigten unsere Kenntnisse und Fertigkeiten aus der vorangegangenen Woche.

Abschließend möchte ich mich im Namen des Bataillons bei allen Unterstützern dieser Verlegung bedanken, denn ohne euch wäre dies in jener Qualität nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt daher:

-Kdo7.JgBrig

-HTS (EZA-Team)

-Teile LuU

-PiB1

-JgB8

-AAB7

-StbB7

-JgB18

Summarisch betrachtet waren die Rahmenbedingungen bis zur Verlegung nach Allentsteig nicht ideal, die Verlegung und Ausbildung selbst aber essentiell und goldwert.

Der Planungsoffizier

Die 7. Jägerbrigade informiert

Anlässlich des Brigadetages der 7.Jägerbrigade am 7. April durften wir uns über herausragende Leistungen einzelner Soldaten unserer Brigade freuen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass nur ein passendes Umfeld in den kleinen Verbänden die besonderen Leistungen der einzelnen Ausgezeichneten ermöglicht haben – und es ist mir ein Anliegen Ihnen allen, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob in Uniform oder in Zivil, ob als Rekrut, Bediensteter oder Milizangehöriger, für Ihr Engagement im abgelaufenen Jahr zu danken.

Das sicherheitspolitische Umfeld um Europa ist und bleibt instabil. Spannungen im Baltikum und im Ukraine-Konflikt; der westliche Balkan, der noch nicht in die sicherheitspolitische Unabhängigkeit entlassen werden kann; der Nahe und Mittlere Osten um die Hauptregion Syrien; unsichere Entwicklungen an der Gegenküste in Libyen; und nicht zuletzt der Blick in die Tiefe des afrikanischen Kontinentes – dort wo die Menschen heute geboren werden, die möglicherweise gezwungen sein werden, übermorgen die Flucht zu ergreifen. Die Auswirkungen auf Europa und unser Österreich sind spürbar. Der Begriff Sicherheit hat einen unvergleichbar höheren Stellenwert erhalten. Die Herausforderungen sind enorm, es gibt genug zu tun!

Das österreichische Militär hat auf die Veränderungen reagiert und stellt sich professionell und zielgerichtet auf die zusätzlichen Aufgaben ein. Die Brigaden werden spezialisiert, die Militärkommanden werden gestärkt, die Führung wird neu aufgestellt, um das Aufgabenspektrum von der Katastrophenbewältigung über Schutz kritischer Infrastruktur, der Bewältigung nicht-konventioneller Bedrohungen im Inland bis hin zu intensiveren Stabilisierungsoperationen im Ausland erfüllen zu können.

 

Was ist zu tun für die 7.Jägerbrigade? Ich sehe in Zukunft 4 große räumliche Operationslinien auf die wir uns (weiterhin) vorzubereiten haben. Österreich, Balkan und EU-Außengrenze, Nahmittelost und Gegenküste Afrika sowie in der Tiefe des afrikanischen Kontinents.

In Österreich kommt zur Katastrophenbewältigung, der laufenden sicherheitspolizeilichen Assistenz an der Grenze und vor den Botschaften in Wien, dem Schutz der kritischen Infrastruktur vor allem die Bewältigung der nichtkonventionellen Bedrohung hinzu, die in der Priorität vor dem konventionellen Verteidigungsfall zu sehen ist. Dabei werden Kräfte bereitgehalten, welche in kürzester Zeit nach einem Anlassfall („Terrorakt“) für Ordnung in dem zu erwartendem Chaos sorgen können. Auch ein proaktives Vorgehen zur Verhinderung eines Anschlages muss dazugehören.

Am Balkan werden wir unsere Aufgaben zur Stabilisierung in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo weiterführen. Zusätzlich ist aus meiner Sicht zu erwarten, dass in absehbarer Zeit Kräfte zur Sicherung der EU-Außengrenze bereitzuhalten sind.

In Nahmittelost werden wir unser Engagement im Libanon beibehalten. Die spezialisierte Aufgabe der 7.Jägerbrigade in Zukunft wird das Vorbereiten von Kräften zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau eines krisengeschüttelten Landes sein, möglicherweise auch an der Gegenküste des Mittelmeeres, in Libyen oder den angrenzenden Staaten, um dort im Vorfeld die Voraussetzungen für das Eindämmen oder Kontrollieren von Flüchtlingsbewegungen zu schaffen. Die Fähigkeit zur „Counter Insurgency“ – also das bestimmte Vorgehen gegen lokale oder regionale Gruppierungen – wie Rebellen oder auch terrorähnlichen Gruppierungen – ist dabei das bestimmende Maß aller Dinge. Die Einsatzwahrscheinlichkeit ist heute noch als relativ gering zu beurteilen – wenn man aber die internationalen Tendenzen verfolgt steigt diese in zunehmenden Maße! Daher sind unsere Fähigkeiten und Ausrüstungen glasklar auf die Bewältigung dieser Aufgaben auszurichten. Und hier liegt der Fokus zur Weiterentwicklung der 7.Jägerbrigade.

In der Tiefe des afrikanischen Kontinentes – und wohl nicht nur dort – ist die Fähigkeit zur Evakuierung weiterzuentwickeln. Die 7.Jägerbrigade wird sich innerhalb der Landstreitkräfte mit diesem Thema federführend befassen. Der operative Fokus liegt beim Jägerbataillon 25 vor allem zur Unterstützung von Spezialkräften nach Lufttransport oder Einsatz als Fallschirmjäger.

Die 7. Jägerbrigade wird in 3 Ebenen die Herausforderungen annehmen. Erstens als Brigadekommando die Führung des militärischen Einsatzes im Inland sicherzustellen und als Brigadekommando – allenfalls auch in Kooperation mit (ausländischen) Partnern – die Führung eines Sektors im Auslandseinsatz zu übernehmen. Zweitens, und hier liegt zunächst das Schwergewicht, eine Bataillonskampfgruppe für den Auslandseinsatz in einem etwas robusteren Umfeld aufzustellen. Eine Bataillonskampfgruppe verfügt über bis zu 1.000 Soldatinnen und Soldaten im KPE-Status, also verpflichtet für den Auslandseinsatz. Die Jägerbataillone 17 (Straß) und 25 (Klagenfurt) werden dabei den Hauptteil der Truppe stellen, Das Pionierbataillon 1 (Villach), das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7 (Feldbach) und das Stabsbataillon 7 (Klagenfurt) werden dabei ihre besonderen Fähigkeiten der Kampf- und Einsatz-und Führungsunterstützung beistellen. Weitere Kräfte, wie unter anderem Militärpolizei, werden uns dabei verstärken. Die jährlich stattfindende Übungsserie „Heimvorteil“ wird dabei eine wesentliche Plattform für Übung und Training im urbanen und damit öffentlichen Raum sein. Und drittens werden wir uns um die Weiterentwicklung der Gefechtstechnik der Durchführungsebene bemühen, denn der Einsatz im urbanen Raum inmitten der zivilen Bevölkerung verlangt besondere Fähigkeiten und Situationsgespür.

Es gibt genug zu tun! Ich darf Sie alle auffordern, wieder all Ihre Kraft, Energie, Engagement und positive Sicht – so wie in der Vergangenheit – einzusetzen, um erfolgreich in die Zukunft zu steuern. Packen wir es an und haben Erfolg!

7. Jägerbrigade, Vielseitig und Selbstbewusst – Gemeinsam zum Erfolg!

Ihr Brigadekommandant

Jürgen Wörgötter

Austausch mit Frankreich

Von 6.-10.Februar hatte die Kampfunterstützungskompanie Unterstützung von drei französischen Offiziersanwärtern.

 

IMG_3549Sie nahmen an der Schießverlegung auf den Truppenübungsplatz Seetaler Alpe teil und erlebten die schweren Waffen hautnah. Der Besuch hatte das Ziel die Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen und befreundete Streitkräfte kennen zu lernen.

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Davor wurden die Kadetten bereits in die Offiziersausbildung und in andere Truppenkörper eingewiesen.
Insgesamt waren sie ca. ein Monat in Österreich.

länge/duration:     2:37min
©ÖA&Komm JgB25

KU-Kompanie in Allentsteig

Vom 26.September bis 7.Oktober 2016 verlegte die Kampfunterstützungskompanie (KUKp) gemeinsam mit der Stabskompanie zum letzten Mal in diesem Jahr auf den Truppenübungsplatz Allentsteig. Die Verlegung stand im Zeichen einer kompanieübergreifenden Sprengausbildung, sowie Gruppen- und Kompaniegefechtsschießen. Nach der Entladung am Montag startete am Dienstagmorgen der theoretische Teil der Sprengausbildung für beide Kompanien. Nach Aufbau und Erkundung für das folgende Gruppengefechtsschießen schlossen wir den Tag mit einer Ausbildung, getarntes Fahren bei Nacht inklusive Orientierungsaufgaben, ab.

Am Mittwoch führten beide Kompanien ein Absetzschießen im Gruppenrahmen durch. Das Highlight der ersten Woche war das Kompaniegefechtsschießen (KGS) der KUKp im Zusammenwirken aller Kampfunterstützungselemente am Donnerstag. Vor dem verdienten Wochenende wurde noch die Handgranatenwurfverpflichtung erfüllt.

Die zweite Woche begann mit einem Scharfschießen in der Grabenkampfanlage, mit Sturmgewehr und Pistole. Bei bestem Aufklärungswetter führten wir Aufklärer am Dienstag eine Gefechtsausbildung im Trupprahmen durch, bei der die Annäherung, Aufklärung und das Bekämpfen eines Prioritätsziels geübt wurden.
Der krönende Abschluss der Verlegung war das Belehrungs- und Gewöhnungssprengen am Sprengplatz Edelbach.

simulatorschiessenAusbildung beim Panzerabwehrlenkwaffen (PAL) -Zug:
Die Teams hatten im Zuge des KGS den Auftrag, Panzer auf Entfernungen bis 2000 Meter zu bekämpfen. Nach der vorgestaffelten Erkundung am Vortag und der Einweisung in die Stellungen bezogen wir unseren Verfügungsraum, dessen Standort ca. 700 Meter von der Feuerstellung entfernt war. Für den scharfen Schuss, beluden wir unsere Pinzgauer, mit jeweils zwei Lenkflugkörpern.

„PANZERALARM Panzer im Wirkungsraum erkannt“, das Schlagwort für einen sofortigen Einsatz der PAL-Trupps. Zeitgleich heulten die Motoren unserer Pinzgauer auf und wir bezogen unsere Feuerstellungen. Der monatelange Drill machte sich bezahlt. Durch eine schlagartige Feuereröffnung beider Waffen wurden die ersten zwei Ziele vernichtet. Nachdem keine weiteren Ziele im Wirkungsraum erkannt wurden, kam der Befehl zum Absetzen in den Verfügungsraum. Dieses Szenario hat jeder der Soldaten im PAL-Zug bei Tag, sowie auch bei Nacht absolviert, es war für jeden einzelnen wertvoll, Gefechtsabläufe nicht nur mit Simulator zu durchlaufen sondern auch im scharfen Schuss.

Für den PAL-Zug war es ein erfolgreiches Schießen, da uns 33 Lenkflugkörper zur Verfügung standen wovon 32 erfolgreich ins Ziel gelenkt wurden.

screenshot_20161027-003210Sprengausbildung:
Im Einsatz muss jeder Soldat in der Lage sein, Sprengladungen anzubringen und zu zünden. Im Wesentlichen handelt es sich im Bereich der Infanterie um Richtsplitterladungen zur Überwachung von Geländeabschnitten oder Türladungen für Zutrittssprengungen sowie Ladungen zum Beseitigen und Räumen von Sperren.

Insgesamt wurden 180 kg Sprengstoff auf die verschiedensten Sprengobjekte geladen. Die Bandbreite reichte von Trichterladungen, Prismaladungen, Hohlladungen, Sonderladungen bis hin zu einfachen Türladungen, wie sie bei Zutrittssprengungen verwendet werden, Richtsplitterladungen und natürlich die klassische Bohrpatrone.

Für den Fallschirmjäger ist auch diese Ausbildung unumgänglich, um am modernen Gefechtsfeld zu überleben. Am Boden beginnt der eigentliche Kampf und der endet schnell wenn man nicht mehr vorankommt.

img_9684Der Granatwerferzug (GrW-Zg) schulte in den ersten Tagen die neuen Soldaten in den Abläufen innerhalb der jeweiligen Trupps. Neben der Ausbildung im Motmarsch und Stellungsbezug/Stellungswechsel übten wir das präzise Unterstützungsfeuer im scharfen Schuss. Am Donnerstag der ersten Woche konnten die „neuen“ Soldaten des GrW-Zg sich das erste Mal im scharfen Schuss beweisen, und zwar gleich mit einer Lage, bei der wir den Aufklärungszug und den schweren Scharfschützenzug sowie eine fiktive Jägerkompanie unterstützen durften. Es wurde sofort mit einem Wirkungsfeuer begonnen und die Abweichungen während des Feuers korrigiert – vermutlich wird’s im Einsatz nicht anders sein.

Das Wetter der zweiten Woche bot einige Überraschungen durch den aufgeweichten Boden. Nichts desto trotz wurde am Dienstag der zweiten Woche die Gefechtsbereitschaft hergestellt und die erste Feuerstellung bezogen. Gleich darauf Herauslösen und Bezug der nächsten Feuerstellung.

Beim anschließenden Gruppenfeuer mit sechs Granaten pro Rohr störte dann ein Zwischenfall, der zeigt, dass wir das Verhalten bei Hemmungen nicht umsonst üben. Es gab bei zwei Werfern einen Verpuffer, die Granaten schlugen dadurch nur hundert Meter vor uns im Boden ein. Nach Ursachenforschung und Suche nach diesen Granaten wechselten wir die Teilladungen und feuerten ohne weitere Zwischenfälle aus allen Rohren. Die „Heilige Barbara“ hat uns wissen lassen, dass es Schießen gibt, bei denen die Flexibilität des Zuges gefragt ist, und das ist auch gut so.

Insgesamt aus Sicht der KUKp zwei gute, lehrreiche Wochen

Soldaten der KUKp