7000 - 1

Manaslu Expedition – Gipfelsieg

Der Manaslu ist mit 8163 m der achthöchste Berg der Welt und wurde am 9. Mai 1956 von einer japanischen Expedition erstbestiegen. Das Niederländische Königliche Marinekorps führte im April und Mai 2016 eine internationale militärische Expedition durch, um zum 60. Jubiläum eine Besteigung zu schaffen. Mit dabei Oberleutnant Gerald Schumer vom Jägerbataillon 25, der von den Niederländern eingeladen wurde.

Vorgeschichte:

Ende 2014 wurde im Bundesheer erhoben, ob es Heeresbergführer gibt, die an einer Vorbereitung für eben diese Expedition teilnehmen wollen. Von den über 20 Gemeldeten wurden zwei junge Offiziere zur Vorbereitung in die Schweiz entsandt. Ziel: Besteigung aller 48 4000er der Schweiz. Einen wesentlichen Teil dazu konnte Oberleutnant Gerald Schumer im Zuge dieser Vorbereitung zum Erfolg des Unternehmens beitragen. So wurde er ausgewählt, an der Manaslu Expedition teilzunehmen.

Nach der Auswahl musste Schumer selbstständig konditionell und bergsteigerisch über den Winter trainieren. Wegen des Assistenzeinsatzes im Burgenland und in Kärnten ging dies mit Masse nur in der Freizeit und am Abend. Währenddessen wurden in den Niederlanden über 2000 kg Ausrüstung vorbereitet und verpackt, die Planungen liefen seit Weihnachten 2015 auf Hochtouren.

MANASLU_PROFILDurchführung:

Die 26-köpfige Expedition startete Anfang April mit dem Flug nach Kathmandu. Dort angekommen galt es, den Transport mittels Tragtieren, Hochträgern (Sherpas) und zu Fuß vorzubereiten. Das Basislager auf 4800m Seehöhe wurde in einem 10tägigen Marsch erreicht, aufgrund gesundheitlicher Probleme kamen die letzten zwei Soldaten am 18. April an. Die Bergsteiger richteten sich möglichst angenehm für vier bis fünf Wochen  im ewigen Eis ein. Man stelle sich die Körperpflege, oder das Essen vor, klirrende Kälte (teilweise – 20° C bis maximal + 5° C) und Wind wenn man sich vom Zelt wegbewegt. Auch die regelmäßige Körperpflege ist in solcher Höhe absolut ohne Komfort.

Der Plan für die Besteigung sah so aus:

Errichtung von Hochlagern auf 5600 m, auf 6200 m, auf 6700 m und auf 7400 m, Versicherung von schwierigem Gelände mittels Fixseilen und Aluleitern, Verbringung von Sauerstofflaschen für den Gipfelsturm und Aufbau einer Rettungskette für das Gipfelteam. Dieser Plan wurde trotz meterhoher Schneefälle  und der damit steigenden Gefahr von Lawinen bis Ende April verwirklicht. Alleine die Spur und die obersten Fixseile unterhalb des Hochlagers auf 7400m schaffte man nicht. Bemerkung Schumers in diesen Tagen: „…zach is schon, Gott sei Dank vergeht das Kopfweh wieder wenn du unten bist…“

13087789_1528688967437502_8971231731989945032_nDer erste Gipfelversuch wurde von 30. April bis 2. Mai unternommen. Aufgrund der kurzen Schönwetterphasen und des Neuschnees war er aber nicht erfolgreich. Es wurde die gesamte Mannschaft wieder ins Basislager zurückbeordert und ein neuer Plan ausgearbeitet. Fokus: Flexiblere Chancenausnutzung durch ein kleineres Gipfelteam und größere Unterstützungsteams, welche die Spurarbeit sowie den Abschluss der Installation der Fixseile für das Gipfelteam bewerkstelligen. Schumer wurde in ein Unterstützungsteam umgeteilt.

Der zweite und erfolgreiche Anlauf auf den Gipfel wurde am 5.Mai gestartet, die Unterstützungsteams voran bis in das Lager 2 gebracht und die Arbeiten bis Lager 4 erledigt. Dr. Karl Gabl, der bekannte Innsbrucker Meteorologe, unterstützte die Expedition mit akkuraten Wetterprognosen via Telefon. Am 8.Mai kam das das Gipfelteam in das Lager 4 und gönnte sich eine kurze Rast. Noch in der frühen Nacht um 2:00 Uhr startete das Gipfelteam den entscheidenden Versuch. Sieben niederländische Mountain Leader und drei Sherpas schafften den Gipfel bis halb neun am Morgen. Eine Höchstleistung. Schumer hielt sich während des Aufstieges zwischen 6200m und 7000m für die etwaige Unterstützung bereit. Seine Aufbauarbeiten bis zum Lager 4 waren mitentscheidend für den Teamerfolg.

e3fe3188a0f9daf408962cdd80a2c6ddNach der erfolgreichen Besteigung galt es, alle Bergsteiger und das gesamte Gerät wieder ordnungsgemäß ins Basislager und weiter Richtung Heimat zu verbringen. Dies dauerte bis zum 12. Mai.

Ab 13. Mai wurde der Rückweg über Samagon (3550 m), der letzten Siedlung nach Kathmandu genommen. Am 17. Mai kamen alle wohlbehalten und gesund in Kathmandu an und konnten endlich entspannt ausschlafen und sich auf die Heimat freuen.

Herzliche Gratulation!

Die Redaktion

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