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Die 7. Jägerbrigade informiert.

Geschätzte Leser der Website,

Angehörige des Jägerbataillons 25

woergoetterAm Beginn stelle ich als Ihr Brigadekommandant fest, dass Ihr aller Engagement und Ihre positive Herangehensweise und Annahme von Herausforderungen vorbildlich ist, vor allem seit den besonderen zusätzlichen Erfordernissen ab September 2015! Sie haben die Aufträge in erster Linie zum Schutz und zum Wohl unseres Volkes und unserer Heimat erfüllt! Respekt und Anerkennung im Namen des Dienstes als Ihr Brigadekommandant; und ein Dank von mir persönlich als Jürgen Wörgötter und Bürger in Uniform.

Am 22. Juni 2016 wurden die Kommandanten der Truppe nach Wien gerufen um die Ergebnisse zur Neuausrichtung des Militärs offiziell zu erfahren. Der Grundtenor ist sehr positiv – es geht wieder bergauf – es gibt genug zu tun!!

Lage im Großen:

An dieser Stelle muss ganz klar gesagt werden, dass die äußeren Umstände, welche zu dieser Trendwende führten, alles andere als erfreulich sind. Krisenraum Ukraine, neue Spannungen um das Baltikum, der als Pulverfass zu bezeichnende mittlere und nahe Osten, unkontrollierte Entwicklung von vielen Regionen als Brutstätten des Terrors, instabile Lagen an der afrikanischen Gegenküste des Mittelmeers, zu erwartende große Flüchtlingsbewegungen aus dem Raum jenseits der Sahara, um nur eine Auswahl an Beispielen zu treffen – alles Räume direkt angrenzend oder an der Peripherie Europas! Und nicht zuletzt die gesamtheitlichen Herausforderungen um die Flüchtlingsbewegungen und die zunehmende Anzahl an Terrorakten mitten in Europa! Die Auswirkungen von alldem sind auch im Herzen Europas mehr spürbar als je zuvor. Sicherheit ist nicht geschenkt! Sicherheit ist das Basisbedürfnis von uns allen! Sicherheit zum Spartarif ergibt nicht die geforderte Wirkung! Sicherheit ist sehr wertvoll! Ja, es gibt wirklich viel zu tun!!

Lage der Streitkräfte:

Wir werden wieder stärker! Kasernen bleiben, neue Verbände entstehen, Modernisierung und Neubeschaffungen sind angekündigt, Infrastruktur wird verbessert, Personal wächst auf, Kaderpräsenzeinheiten (KPE) innerhalb der Landstreitkräfte werden auf 4.500 verdoppelt. Besoldung für den jungen Kadermann wird aufgestockt! Ich orte bei meinen Dienstaufsichten ein gutes Maß an Aufbruchsstimmung bei meinen Mannschaften und in der Bevölkerung. Allein schon der Umstand, dass die für die Auftragserfüllung nötigen Mehrdienstleistungen finanziell abgegolten werden und die Übungstätigkeiten zunehmen können darf als erstes Zeichen des positiven Trends gewertet werden! Ich will an dieser Stelle aber besonders darauf hinweisen, dass wir uns ein wenig Zeit geben müssen um den Umkehrschwung tatsächlich umzusetzen und die Auswirkungen am Kasernenhof zu sehen. Ich möchte etwas Geduld einmahnen! Modernisierung und Neubeschaffung geht nicht von heute auf morgen. Aber eines ist heute schon klar absehbar. Mehr CRC-Ausrüstung, Stich- und Splitterschutzwesten, Helme, mehr geschützte Fahrzeuge, mehr Gruppenfahrzeuge, mehr Mannschaftstransporter, Spezialfahrzeuge, Drohnen, Radar, Pionier- und ABC-Ausrüstung und anderes mehr ist in Planung und teilweise schon in Beschaffung! Ich werde bei meinen nächsten „Stunden Brigadekommandant“ im Herbst 2016 bei den Verbänden dazu im Detail informieren.

Erfolgskriterium Nummer Eins ist aus meiner Sicht die notwendige Aufbringung des Nachwuchses und der Kaderaufwuchs. Hier wird es messbar sein ,ob wir Erfolg haben. Daher haben alle Fördermaßnahmen zum Aufwuchs des Personals klare Priorität!! Aus Sicht der 7.JgBrig hätte dabei der Nachwuchs zum Unteroffizier und der Nachwuchs  als Militärvertragsbediensteter (MVB) – Soldat als KPE denselben Stellenwert.

Lage bei der 7. Jägerbrigade:

Die 7.JgBrig wird spezialisiert, als „leichte Brigade“ bezeichnet und steht gemeinsam mit dem Kommando Schnelle Einsätze (KSE) in Mautern im Fokus der Weiterentwicklung. Die Begrifflichkeit „Leicht“ darf dabei nicht falsch verstanden werden! Leicht bedeutet leicht gepanzert und luftbeweglich, also vom Wesen her ausreichend geschützt, flexibel und bei Bedarf schnell wirksam. Die Veränderungen im Führungsbereich der 7.JgBrig im Süden Österreichs sind zweigeteilt. In Kärnten wird zunächst das Jägerbataillon 26 (JgB26) in das Militärkommando Kärnten (MilKdoK) integriert; mittelfristig besteht die Absicht das neue Jägerbataillon 7 (JgB7) aufzustellen, um danach das JgB26 wieder an das Kommando Gebirgskampf (vormals 6.JgBrig) zurück zu unterstellen. Die Aufstellung des JgB7 ist zwar durch das MilKdoK zu erfüllen, wird aber stark durch die 7.JgBrig zu unterstützen sein. In der Steiermark wird das Jägerbataillon 18 aus St. Michael in absehbarer Zeit, spätestens wohl mit 1. Jänner 2017, aus der 7.JgBrig herausgelöst und dem Militärkommando Steiermark unterstellt; trotzdem wird sich der Personalstand der Brigade leicht erhöhen, da wir in der Binnenstruktur der Verbände einen massiven Zuwachs an – vor allem – Kaderpräsenzeinheiten (KPE) erfahren werden. Der Anteil an KPE wird sich vor allem im südsteirischen Raum – von Straß über Feldbach bis Güssing)- mehr als verdreifachen.

Die Aufträge an die 7.JgBrig sind noch nicht klar ausdefiniert, ich sehe in Zukunft aber folgende 3 Kernaufgaben für uns:

1. Aufbau der Bataillonskampfgruppe (BKG), gehärtet bzw. luftbeweglich, für eine Stabilisierungsoperation in einem Auslandsszenario mittlerer Intensität,

2. Beitrag für die Sicherstellung vor allem der reaktiven Terrorbewältigung im In- und Ausland, dabei in enger Zusammenarbeit mit dem KSE,

3. Beitragsleistung zur Sicherheitspolizeilichen Assistenz sowie zur Katastrophenbewältigung in Anlassfällen wie bisher.

Vor allem Aufgabe 1 und 2 bedeuten einen notwendigen Zuwachs von militärisch-technischen Fähigkeiten und letztlich auch die geistige Fähigkeit die „Landesverteidigung innerhalb der eigenen Landesgrenzen“ neu zu denken, diese zu verstehen, dabei klar zu definieren und die Notwendigkeiten daraus abzuleiten.

Die 7.JgBrig wird dabei die Basisfähigkeiten der Gefechtstechniken und der Terrorbewältigung (= Consequence Management) weiterentwickeln und stabilisieren und die taktischen Fähigkeiten zur Führung von robusten Einsätzen im Sinne des Kampfes der verbundenen Waffen und des „shapings the battlefield – vor Waffengebrauch“  schärfen!

Die beiden Hauptsäulen der Entwicklung dabei sind das Jägerbataillon 17 (JgB17, Straß) und das Jägerbataillon 25 (JgB25, Klagenfurt). Das Stabsbataillon 7 (StbB7, Klagenfurt), das Pionierbataillon 1 (PiB1, Villach) und das Aufklärungs- und Artilleriebataillon7 (AAB7, Feldbach) werden mit den jeweiligen Fachfähigkeiten der Führung, der Logistik und der Kampfunterstützung ergänzen und unterstützen.

Ableitungen für das StbB7:

Das StbB7 wird einen Teil abgeben, die Miliz weiter aufbauen, mit KPE verstärkt, Teil der EUBG bleiben, den Standort Bleiburg weiter betreiben und wird wesentliche Elemente der Einsatzunterstützung für die BKG der 7.JgBrig bereitstellen. Die Werkstattkompanie wird an das HLoGZ Klagenfurt abgeben, wobei noch in Beurteilung steht, welche Elemente aus dieser Kompanie zur Eigeninstandsetzung doch im StbB7 verbleiben und in die Stabskompanie integriert werden. Die Lehrkompanie wird weiterhin in Bleiburg die nunmehr beschlossene Kaderanwärterausbildung Neu ab Herbst 2016 durchführen. Die Nachschubs-Transport-Kompanie wird weiterhin Träger der EUBG sein und den KPE-Stand erhöhen, die ABC-Abwehrkompanie, ebenfalls im KPE-Status, die bisherigen Aufgaben weiter wahrnehmen.  Stabskompanie und Führungsunterstützungskompanie werden neben den bataillonsinternen Aufgaben vor allem die Entwicklung des Gefechtsstandkonzeptes für die BKG unterstützen.

Ableitungen für das JgB17:

Das JgB17 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die gehärtete BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert, auch wenn in weiterer Folge das System Pandur mit dem JgB19 aus Güssing zu teilen ist. Das JgB17 wird einen ordentlichen Zuwachs an KPE erfahren; neben der seit 1. Juli begonnenen Aufstellung eines weiteren JgZg sollen ab 2017 Elemente der Kampfunterstützung, also Scharfschützen, Panzerabwehrlenkwaffen und schwere Granatwerfer ebenfalls in den KPE-Status wechseln, langfristig steht damit die Aufstellung einer weiteren KPE-Kp im Raum. Der Aufbau der Miliz geht bis auf weiteres in der geplanten Art weiter und die räumliche Nähe zur Südgrenze bringt den Umstand, dass der Standort Straß noch länger als Basis für den AssE/hsF wird dienen müssen. Die OrgPläne für die Infanterie sind noch in Bearbeitung, sollen aber mit Jahreswechsel verfügbar werden und orientieren sich an dem Modell JgB25.

Ableitungen für das JgB18:

Das JgB18 ist der Hauptträger der Milizkomponente in der Steiermark und ist innerhalb der 7.JgBrig am intensivsten von der Umstrukturierung betroffen, weil der Abgang von der 7.JgBrig und die Unterstellung zum MilKdoST beschlossen ist und die Umsetzung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit 1. Jänner 2017 abgeschlossen sein soll. Die tatsächlich spürbaren Änderungen für den Verband werden aber eher gering sein. KPE wird im Raum verbleiben und auch die waffengattungsspezifische Ausbildung im urbanen Raum und im (Mittel)Gebirge bleibt erhalten, sodass die militärischen Fähigkeiten als Arbeitgeber in der Obersteiermark attraktiv bleiben und ein Mitüben bei der 7.JgBrig im Rahmen von größeren Übungsvorhaben, natürlich in enger Abstimmung mit dem MilKdoST, weiterhin möglich ist. Der OrgPlan verbleibt in der Kp-Struktur unverändert mit 3 Jägerkompanien, die schweren Systeme und die Aufklärung verbleibt in der Stabskompanie. Die Festlegung der detaillierten Binnenstruktur erfolgt nun im Herbst, die Anzahl der Arbeitsplätze bleibt in etwa gleich bzw. könnte sich geringfügig sogar erhöhen. Die Hauptaufgabe des JgB18 dürfte, ohne dem neuen führenden Kommando vorgreifen zu wollen, in der Entwicklung der Fähigkeiten im Consequence Management liegen, zur Abwehr von Terrorbedrohungen, auch im Rahmen der Miliz.

Ableitungen für das JgB25:

Das JgB25 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die Elemente der luftbeweglichen BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert! Die Zusammenarbeit mit dem Jagdkommando und dem Kommando Luftunterstützung werden dabei wieder mehr in den Focus zu nehmen sein. Die „Airborne Community“ ist wieder zu intensivieren! Neben der Luftlandefähigkeit sind auch die Fähigkeiten für die gehärtete BKG – in enger Zusammenarbeit mit dem JgB17 – weiterzuentwickeln, nicht zuletzt aufgrund der ORF-Verantwortung 2017/18. Langfristig wird das JgB25 auch den KPE-Status als vermindertes Bataillon gewährleisten können; vermindert dabei bedeutet, dass nach Erfüllung des ORF-Auftrages mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine JgKp vom KPE-Status in eine Rahmeneinheit übergeführt werden dürfte. Ziel muss es dann sein, mit Kdo- und StbKp, einer InfKp und einer KUKp den KPE-Level selbständig bei rund um 85 % oder höher zu halten. Die Unterstellung weiterer Manöverelemente (KPE) wird anlassbezogen durch die Brigade sichergestellt.

Ableitungen für das PiB1:

Das PiB1 wird in weiterer Folge den bereits bekannten OrgPlan einnehmen können. Die besondere Herausforderung mittelfristig wird es sein, den Anteil an KPE auf bis zu Kompaniestärke zu erhöhen. Im Jahr 2017 ist es vorgesehen, neben den bereits vorhandenen Elementen KMA(KPE) ein KpKdo(KPE) und einen weiteren PiZg(KPE) aufzustellen. Das PiB1 hat einen erfolgreichen Weg zur Erhöhung der Fähigkeiten zur Kampfunterstützung eingeschlagen – dieser Weg wird durch die Brigade voll inhaltlich bestätigt und ist weiter zu beschreiten. Dabei kommt es darauf an, das Schwergewicht auf jene Fähigkeiten zu legen, welche im Rahmen der BKG eine besondere Bedeutung haben. Nicht zuletzt soll an dieser Stelle die Situation zur Infrastruktur angesprochen werden. Es gibt Bestrebungen und Gedanken, nachhaltige Verbesserungen für den Standort der Pioniere in Villach zu erwirken. Der massive Zulauf an Gerät, der geplante Aufwuchs mit KPE und der Bedarf zur Modernisierung machen eine Investition in die Infrastruktur zwingend notwendig. Wir, die Pioniere und die Brigade haben dabei die Aufgabe, mögliche Planungen der vorgesetzten Dienststellen mit nüchterner Sachkenntnis zu unterstützen.

Ableitungen für das AAB7:

Das AAB7 wird sich in Zukunft besonderen positiven Herausforderungen gegenüber sehen. Mit Priorität 1 geht es um den Aufbau und die Etablierung von ersten Elementen der KPE in Feldbach. Ab 1. Jänner 2017 soll mit dem Aufbau gestartet werden, voraussichtlich mit einem Kompaniekommando (KpKdo) und einem Aufklärungszug. Langfristig wäre eine gesamte Aufklärungskompanie (KPE) vorgesehen. Das AAB7 wird für die Brigade jenen Teil der BKG beistellen, die vor allem Aufklärung, Feuerleitung und Artillerie betreffen. Die größte Herausforderung stellt aus heutiger Sicht die infrastrukturelle Entwicklung dar. Nach derzeitigem Planungsstand wird das Bataillon in Zukunft aus 4 Kompanien bestehen, einer Stabskompanie, 2 Aufklärungskompanien und einer Artilleriebatterie. Um allen Elementen Platz zu bieten, gibt es bei den vorgesetzten Dienststellen die Planungen, ein weiteres Unterkunftsgebäude – als Ersatz für Fehring – in Feldbach errichten zu lassen. Diese Planungen sind durch die Sachkenntnis vor Ort zu unterstützen.

Die Aufgaben für die 7.JgBrig und ihre unterstellten Verbände sind herausfordernd. Nehmen wir diese an und haben Erfolg!

Wir sind beinahe dazu gezwungen, Vielseitig und Selbstbewusst – Gemeinsam zum Erfolg; oder anders ausgedrückt –

EINSATZBEREIT

JEDERZEIT

WELTWEIT!

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