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Kampf im urbanen Gelände

Korporal Wieser, von der 2.Kompanie des Jägerbataillons 25, gibt uns heute einen kleinen Einblick in die Ausbildungspraxis für den „Kampf im urbanen Umfeld“. 

crc_glainach-6Ich hatte bereits einmal eine Ausbildung für den Ortskampf, jedoch bin ich mit viel Motivation und Freude in der Ortskampfanlage „Angererdorf“ bei Glainach angekommen.

Beim ersten Ausbildungsabschnitt erlernten wir das “Eckenschneiden” und “Vorpreschen”.
img_9374Ecken sind grundsätzlich Gefahrenstellen. Eine Möglichkeit, Ecken zu passieren, ist das “Schneiden” der Ecke. Hier wird die Ecke langsam überwunden und möglichst wenig vom eigenen Körper preisgegeben. Beim “Vorpreschen” erscheint der Schütze plötzlich und befindet sich bereits beim Erscheinen im Anschlag. Diese Technik wird allgemein auch als “Hüftknick” bezeichnet und ist schneller als das “Eckenschneiden”. Hier gelten die infanteristischen Grundsätze “viel sehen und nicht gesehen werden”

Erst wenn hier jeder Handgriff sitzt, wird weitergemacht.

img_0106Danach folgte der Ausbildungsabschnitt in dem wir die Stiegentechnik erlernten. Dabei arbeitet man sich raupenartig unter Absicherung aller Gefahrenstellen (Türen, Fenster, nächstes Stockwerk) vor.

Das Eindringen in ein Haus mittels verschiedener Hilfsmittel (Leiter, Brett, Muskelkraft) war als nächstes am Programm. Dabei geht als erstes ein Sicherungstrupp nach vorne und sichert dabei alle Gefahrenstellen ab. Der “Breacher” – jener Schütze, der für die Vorbereitung der Eindringstelle vorgesehen ist – geht vor und öffnet die Türe oder bringt die Leiter in Stellung.

Wenn diese Gruppe die Stellung bezogen hat und die Eindringstelle passierbar gemacht wurde, macht sich der Eindringtrupp auf den Weg und nimmt den Raum.

img_9405Im Anschluss an das Eindringen übten wir das richtige Überwinden von Kreuzungen und das Bewegen auf Straßen. Da wir natürlich nicht nur bei Tag eingesetzt werden und es in Gebäuden oft dunkel sein kann, trainierten wir das Vorgehen in Räumen noch in einem dafür verdunkelten Gebäude.

Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Eindringen in einen Raum. Dabei stellen sich drei Schützen auf einer Seite der Tür auf und der Breacher auf der anderen. Der Breacher öffnet die Türe, dabei stehen ihm verschiedene Mittel zur Verfügung: Ramme, Hammer, Pumpgun und sogar ein Sprengsatz gehören zu den Hilfsmitteln, die hier angewandt werden.

img_0241Hat der Breacher die Türe erstmal geöffnet, dringen die drei Schützen auf eine fix vorgegebene Weise in den Raum ein. Einer sichert die linke Seite, der Zweite die Rechte und der Dritte versichert sich, in dem er sich mit dem Blick zur Decke im Kreis dreht, dass sich keine Sprengsätze im Raum befinden und im sichttoten Raum hinter der Türe kein feindlicher Schütze wartet.

Am Ende des Tages übten wir die verschiedenen Techniken im Ganzen. Dabei drangen wir mittels Sicherung und Eindringtupp in die Gebäude ein,  nahmen das Erdgeschoss Raum für Raum, arbeiteten uns mittels Stiegentechnik über das Stiegenhaus in den ersten Stock vor und nahmen auch dieses und den Dachboden. In einem Raum befand sich ein feindlicher Schütze, den wir stellten und durchsuchten.

Am zweiten Ausbildungstag setzten wir das Gelernte in einer Kampfbahn, die sich quer durch die Gebäude der Ortskampfanlage “Angererdorf” in Glainach zog, um. Gebäude für Gebäude musste auf diese Art genommen werden, die wir am Vortag erlernten. Es waren verschiedene Hindernisse zu überwinden, wir benutzten Rauchkörper beim Übersetzen. In der gesamten Anlage waren Ziele aufgebaut, die wir bekämpfen mussten. Zum Abschluss übten wir das Bergen eines verletzten Kameraden durch ein Tunnelsystem.

Im Großen und Ganzen war die Ausbildung hoch interessant, fordernd und lehrreich.

Korporal   Wieser

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