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GLE 2016

Nach der 38. Kalenderwoche, welche vom Wissenstransfer geprägt war, stand die 42. Kalenderwoche ganz im Zeichen der GLE. Aufgrund des Alleinstellungsmerkmales, des einzigen Luftlandeverbandes im ÖBH, ist es gemäß den Durchführungsbestimmungen der Basisausbildung (DBBA 2014) unsere Pflicht, die erforderlichen Sicherheitsbestimmungen in der Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen zu kennen und einzuhalten, sowie das Be- und Entladeverfahren zu beherrschen. Das JgB25 (KPE) wäre jedoch nicht das JgB25 (KPE), wenn es sich mit der Pflicht begnügen würde. So pushte uns unser Bataillonskommandant letztendlich zu einer Verbandsübung im freien Gelände mit einer integrierten GLE und einer Abschlussparade in Friesach. 

gle_gefechtSo ganz nebenbei wurden auch noch ein Medientag organisiert, der Assistenzeinsatz in Wien sowie das „Angehen“, eine Öffentlichkeitsveranstaltung im Rosental, unterstützt und selbstverständlich der Dienstbetrieb mit sämtlichen gelben Fähnchen des ELAK (Elektronischer Akt) und allen damit zusätzlichen verbundenen Aufgaben bewältigt. Zu erwähnen wären noch die gleichzeitig stattgefundenen Vorbereitungen für den Nationalfeiertag in Wien und Salzburg sowie die Organisation der Zusammenführung und Verlegung der 2/25 (KPE) mit den restlichen Teilen des AUTCON19/ORF (Österreichisches Kontingent für Operational and Strategic Reserve Forces der NATO am Balkan).

Es kann also festgehalten werden, dass sowohl die Motivation als auch die Auslastung des JgB25 (KPE) sehr hoch sind.

Anstatt wie gewohnt den Verfügungsraum zu erreichen und dann mit der Übung zu beginnen, wählten wir einen fordernden Start. Das gesamte JgB25 (KPE) verlegte taktisch in den Verfügungsraum. Beginnend mit dem Aufklärungszug, über die gehärtete Spitzenkompanie (PANDUR), gefolgt von der Masse des Bataillons, bis hin zur kompaniestarken Nachhut.

Damit auch jeder wusste, dass die Übung begonnen hatte, wurden auch schon die ersten Einlagen eingespielt. Abgesehen vom befohlenen technischen Halt und simulierten Fahrzeugausfällen kam es auch schon zum ersten Feuergefecht mit der Konfliktpartei.

Nach dem Gewinnen des Verfügungsraumes, gab es eine kurze Koordinierung mit den in der Zwischenzeit angelandeten Piloten, bevor dann die GLE mit einer praktischen Einweisung an den Luftfahrzeugen (LFz), gefolgt vom Zonenhopping begann. Parallel zur Ausbildung wurden mit geringen Kräften auch die Dreharbeiten für ein Werbevideo am Dobratsch durchgeführt. Den Abschluss des dichten Programms des ersten Tages, bildete die Befehlsausgabe an die Zugskommandanten für den Folgetag.

Am Dienstag standen nämlich genau diese im Mittelpunkt. So durfte jeder Jägerzug des JgB25(KPE) einen Angriff nach Bereitstellung und einen Angriff aus der Bewegung im freien Gelände üben. Fordert ein normaler Angriff schon genügend Führungsleistung von den Kommandanten, so wurde unseren Zugskommandanten noch weit mehr abverlangt.

gle_landung-1Nach einer Anlandung im Lufttransport und der entsprechenden Reorganisation galt es, mit den bereits am Vortag angesetzten Aufklärungsteilen Verbindung aufzunehmen (nur bei Angriff nach Bereitstellung) und in weiterer Folge mit Steilfeuer- und CCA-Unterstützung (Close Combat Attack) schwache Feindteile zu vernichten.

Weiters standen den Zugskommandanten für ihre Angriffe eine AB212 und eine Alouette3 mit Winde für die Sanitätsversorgung zur Verfügung. All diese Mittel in Verbindung mit dem Jägerzug zu führen und zu synchronisieren stellt mit Sicherheit eine große Herausforderung dar, welche wir bewusst herbeiführten und unsere Zugskommandanten auch mit Bravour meisterten. Nichts desto trotz muss aber auch festgehalten werden, dass es im Bereich der Gefechtstechnik Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Am Mittwochvormittag wurden durch die Stabs- und Kampfunterstützungskompanie noch Außenlasten geübt, bevor es zum Höhepunkt der Woche, dem Bataillonsangriff, kam. Der Bataillonsangriff wurde von zahlreichen Medienvertretern nach einer Einweisung durch den Bataillonskommandanten im Gelände genau verfolgt. Ebenso kam auch der stellvertretende Brigadekommandant zur Dienstaufsicht. Der Aufklärungszug befand sich wiederum bereits seit dem Vortag im Gelände und meldete die Aufklärung eines feindlichen Ausbildungslagers. Eine Kompanie verlegte im Lufttransport, während sich die anderen Teile im Landmarsch in Bewegung setzten. Wie bereits am Dienstag auch, standen Steilfeuer- und CCA-Unterstützung wieder zur Verfügung. Neben der Angriffsführung selbst, mit dem Schwergewicht der Führung der Kampfkompanien und der Synchronisation von Feuer und Bewegung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (Steilfeuer, CCA, Pandur..), lag das Hauptaugenmerk auf der Sanitätsversorgung. Es wurden bewusst viele Verwundete und Gefallene eingespielt, um hier die Abläufe im Bataillon auf den Prüfstand zu stellen. Dem jedoch nicht genug, mussten parallel zum Abtransport der Verwundeten im Luft- und Landmarsch auch Gefangenentransporte durchgeführt werden sowie bewegliche Versorgungspakete koordiniert, der Abschub von Schadgerät organisiert und Munitionspakete nachgeflogen werden. Es muss festgehalten werden, dass die Grundabläufe und Motivation mit Sicherheit stimmen, es aber auch Bereiche und Abläufe gibt, die optimiert werden können.

Am Donnerstagvormittag übten wir nochmals im Zugsrahmen und versuchten unsere Erfahrungsgewinne bereits einfließen zu lassen und das zu verbessern, was in dieser Woche nicht zu unserer Zufriedenheit funktionierte.

Die noch verbliebenen Stunden bis zum Vorbeimarsch in Friesach wurden zum Umgruppieren und Vorbereiten desselben genutzt. Hier zeigte sich einmal mehr die Professionalität unseres Bataillons. Ohne ein einziges Vorüben, sondern nur mit einer gediegenen Vorbereitung, einer schlanken Befehlsausgabe und der Eigeninitiative der Kompanien gelang es uns, einen sehenswerten und trotz Schlechtwetters gut besuchten Vorbeimarsch durchzuführen.

 

Eine kleine Selbstbelohnung für die Strapazen war der Kameradschaftsabend. Parallel zum Vorbeimarsch wurde dieser durch Teile des Bataillons vorbereitet. Er galt jedoch nicht nur uns, sondern auch all jenen, die diese Übung unterstützt haben und ohne die, diese Übung nicht möglich gewesen wäre. So bedankte sich das Bataillon stellvertretend für die entgegengebrachte Unterstützung aller, bei den Bürgermeistern, Grundstücks- und Unterkunftsbesitzern, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Flughafen Hirt. Ich möchte mich hier nochmals im Namen des gesamten Bataillons bei nachstehend angeführten Kameraden bedanken und hoffe, dass ich niemanden vergessen habe:

Pionierbataillon 1

Luftfahrzeugbesatzungen

Führungsunterstützungbataillon 1

Stabsbataillon 7

Militärstreife

Vielen Dank, ohne euch wäre eine Übung in diesem Umfang nicht möglich gewesen.

Es sei mir an dieser Stelle erlaubt, auch unserem Bataillon (mit allen Angehörigen) ein Riesenkompliment auszusprechen. Trotz permanenter und hoher Belastung wird mit einer derartigen Motivation ans Werk gegangen und Leistungen erbracht, die erst einmal nachgemacht werden müssen.

Der Planungsoffizier

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