ALLENTSTEIG Feldzug 2017

Das eindeutige Schwergewichtsvorhaben für unser Bataillon im aktuellen Jahr ist die internationale Großübung in Deutschland im Mai.  Im Zuge dieser Verlegung finden sowohl die Nato-Evaluierung-Level 2 (NEL2) als auch die Operational Reserve Force (ORF)-Zertifizierung statt. Beides sehr wichtige Vorhaben, welche die Voraussetzungen für ein Wirksamwerden im Kosovo darstellen. Bei der NEL2 liegt das Hauptaugenmerk auf dem Thema Angriff und bei der ORF-Zertifizierung auf dem Thema Schutz.

Die erste und einzige Chance praktisch auf Bataillonsebene zu üben war die Verlegung nach Allentsteig in der 11. und 12. Kalenderwoche 2017. Zum Üben wird nämlich sowohl Gerät als auch Personal benötigt und Beides war bis dorthin nur äußerst spärlich verfügbar. So hätte zum Beispiel der Gerätezulauf bis Ende Jänner abgeschlossen sein sollen, um sich systematisch und ausbildungsmethodisch richtig stufenweise, Schritt für Schritt, der Taktischen-Truppen-Ausbildung Bataillon (TTA) annähern zu können. Dies war jedoch definitiv nicht der Fall und so musste in einigen Teilbereichen auf einen anderen Ausbildungsgrundsatz zurückgegriffen werden: Learning by doing. Minimiert wurde dieses Manko durch permanentes Übernehmen und Übergeben von Gerät und Fahrzeugen, was somit eine Hauptaufgabe für viele Soldaten und im speziellen für die NUO`s und KUO`s in den ersten Monaten dieses Jahres darstellte. Aufgrund der Tatsache, dass das ORF-Bataillon auch mit deutschem Gerät (Fahrzeuge, Fernmeldemittel, Feldküche, Sanitätsausrüstung…) arbeiten muss, war eine vorgestaffelte Ausbildung unserer Soldaten in Deutschland unumgänglich. Weiters fanden parallel dazu in Österreich zahlreiche Kraftfahrkurse statt, um die verschiedensten Fahrzeugtypen (Dingo, Husar, Pandur, U-4000…) unseres Bataillons bewegen zu können. Auf andere Vorhaben wie Fallschirmsprungausbildung, Laufbahnkurse etc. möchte ich hier nicht weiter eingehen. Festzuhalten bleibt, dass der Allentsteigfeldzug die erste und letzte praktische Vorbereitung auf Bataillonsebene im Hinblick auf NEL2 und ORF-Zertifizierung war.

Aufgrund der o.a. Rahmenbedingungen versuchten wir so viele Ausbildungsziele wie möglich abzuarbeiten, ohne dabei den Fokus auf das Hauptthema zu verlieren. Nach der Verlegung am Montag der 11. Kalenderwoche, dem Beziehen der Unterkünfte, Aufbauen der Gefechtsstände und der Ausrüstung mit der Echtzeitauswertung (EZA) stand der Dienstag im Zeichen der Wiederholung auf Zugsebene. Am Mittwoch erhielten die Kompanien sowohl vormittags als auch nachmittags einen Angriffsbefehl, welchen sie mit Unterstützung von Luftfahrzeugen (Close-Combat-Attack) auszuführen hatten. Die Feinddarsteller für beide Ausbildungswochen wurden dankenswerter Weise durch das Jägerbataillon 8 gestellt, welche eine gute Leistung über die gesamte Verlegung erbrachten.  Die Verwundetenversorgung und die Organisation der Kriegsgefangenen wurden auch entsprechend geübt, um dann am Donnerstag im Zuge eines Bataillonsangriffes Alles abrufen zu können. Dieser startete in Pötzles, ging über den Perweiswald und endete in der Ortschaft Steinbach. In der 12. Kalenderwoche bezogen wir den Verfügungsraum Pötzles. Hier errichteten die Villacher Pioniere in Rekordzeit eine Zeltstadt, welche jedes Soldatenherz höher schlagen ließ. Respektvolles Kompliment für diese Leistung. Am Dienstag erhielten wir dann vom verminderten Brigadekommando, das ebenfalls nach Allentsteig verlegte und aus der Mehrzweckhalle im Lager Kaufholz führte, den Angriffsbefehl für unser Bataillon. Unter Berücksichtigung des NEL2-Zielkataloges griffen wir Mittwoch und Donnerstag erneut die Ortschaft Steinbach an und festigten unsere Kenntnisse und Fertigkeiten aus der vorangegangenen Woche.

Abschließend möchte ich mich im Namen des Bataillons bei allen Unterstützern dieser Verlegung bedanken, denn ohne euch wäre dies in jener Qualität nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt daher:

-Kdo7.JgBrig

-HTS (EZA-Team)

-Teile LuU

-PiB1

-JgB8

-AAB7

-StbB7

-JgB18

Summarisch betrachtet waren die Rahmenbedingungen bis zur Verlegung nach Allentsteig nicht ideal, die Verlegung und Ausbildung selbst aber essentiell und goldwert.

Der Planungsoffizier

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