Die 7. Jägerbrigade informiert

Anlässlich des Brigadetages der 7.Jägerbrigade am 7. April durften wir uns über herausragende Leistungen einzelner Soldaten unserer Brigade freuen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass nur ein passendes Umfeld in den kleinen Verbänden die besonderen Leistungen der einzelnen Ausgezeichneten ermöglicht haben – und es ist mir ein Anliegen Ihnen allen, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob in Uniform oder in Zivil, ob als Rekrut, Bediensteter oder Milizangehöriger, für Ihr Engagement im abgelaufenen Jahr zu danken.

Das sicherheitspolitische Umfeld um Europa ist und bleibt instabil. Spannungen im Baltikum und im Ukraine-Konflikt; der westliche Balkan, der noch nicht in die sicherheitspolitische Unabhängigkeit entlassen werden kann; der Nahe und Mittlere Osten um die Hauptregion Syrien; unsichere Entwicklungen an der Gegenküste in Libyen; und nicht zuletzt der Blick in die Tiefe des afrikanischen Kontinentes – dort wo die Menschen heute geboren werden, die möglicherweise gezwungen sein werden, übermorgen die Flucht zu ergreifen. Die Auswirkungen auf Europa und unser Österreich sind spürbar. Der Begriff Sicherheit hat einen unvergleichbar höheren Stellenwert erhalten. Die Herausforderungen sind enorm, es gibt genug zu tun!

Das österreichische Militär hat auf die Veränderungen reagiert und stellt sich professionell und zielgerichtet auf die zusätzlichen Aufgaben ein. Die Brigaden werden spezialisiert, die Militärkommanden werden gestärkt, die Führung wird neu aufgestellt, um das Aufgabenspektrum von der Katastrophenbewältigung über Schutz kritischer Infrastruktur, der Bewältigung nicht-konventioneller Bedrohungen im Inland bis hin zu intensiveren Stabilisierungsoperationen im Ausland erfüllen zu können.

 

Was ist zu tun für die 7.Jägerbrigade? Ich sehe in Zukunft 4 große räumliche Operationslinien auf die wir uns (weiterhin) vorzubereiten haben. Österreich, Balkan und EU-Außengrenze, Nahmittelost und Gegenküste Afrika sowie in der Tiefe des afrikanischen Kontinents.

In Österreich kommt zur Katastrophenbewältigung, der laufenden sicherheitspolizeilichen Assistenz an der Grenze und vor den Botschaften in Wien, dem Schutz der kritischen Infrastruktur vor allem die Bewältigung der nichtkonventionellen Bedrohung hinzu, die in der Priorität vor dem konventionellen Verteidigungsfall zu sehen ist. Dabei werden Kräfte bereitgehalten, welche in kürzester Zeit nach einem Anlassfall („Terrorakt“) für Ordnung in dem zu erwartendem Chaos sorgen können. Auch ein proaktives Vorgehen zur Verhinderung eines Anschlages muss dazugehören.

Am Balkan werden wir unsere Aufgaben zur Stabilisierung in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo weiterführen. Zusätzlich ist aus meiner Sicht zu erwarten, dass in absehbarer Zeit Kräfte zur Sicherung der EU-Außengrenze bereitzuhalten sind.

In Nahmittelost werden wir unser Engagement im Libanon beibehalten. Die spezialisierte Aufgabe der 7.Jägerbrigade in Zukunft wird das Vorbereiten von Kräften zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau eines krisengeschüttelten Landes sein, möglicherweise auch an der Gegenküste des Mittelmeeres, in Libyen oder den angrenzenden Staaten, um dort im Vorfeld die Voraussetzungen für das Eindämmen oder Kontrollieren von Flüchtlingsbewegungen zu schaffen. Die Fähigkeit zur „Counter Insurgency“ – also das bestimmte Vorgehen gegen lokale oder regionale Gruppierungen – wie Rebellen oder auch terrorähnlichen Gruppierungen – ist dabei das bestimmende Maß aller Dinge. Die Einsatzwahrscheinlichkeit ist heute noch als relativ gering zu beurteilen – wenn man aber die internationalen Tendenzen verfolgt steigt diese in zunehmenden Maße! Daher sind unsere Fähigkeiten und Ausrüstungen glasklar auf die Bewältigung dieser Aufgaben auszurichten. Und hier liegt der Fokus zur Weiterentwicklung der 7.Jägerbrigade.

In der Tiefe des afrikanischen Kontinentes – und wohl nicht nur dort – ist die Fähigkeit zur Evakuierung weiterzuentwickeln. Die 7.Jägerbrigade wird sich innerhalb der Landstreitkräfte mit diesem Thema federführend befassen. Der operative Fokus liegt beim Jägerbataillon 25 vor allem zur Unterstützung von Spezialkräften nach Lufttransport oder Einsatz als Fallschirmjäger.

Die 7. Jägerbrigade wird in 3 Ebenen die Herausforderungen annehmen. Erstens als Brigadekommando die Führung des militärischen Einsatzes im Inland sicherzustellen und als Brigadekommando – allenfalls auch in Kooperation mit (ausländischen) Partnern – die Führung eines Sektors im Auslandseinsatz zu übernehmen. Zweitens, und hier liegt zunächst das Schwergewicht, eine Bataillonskampfgruppe für den Auslandseinsatz in einem etwas robusteren Umfeld aufzustellen. Eine Bataillonskampfgruppe verfügt über bis zu 1.000 Soldatinnen und Soldaten im KPE-Status, also verpflichtet für den Auslandseinsatz. Die Jägerbataillone 17 (Straß) und 25 (Klagenfurt) werden dabei den Hauptteil der Truppe stellen, Das Pionierbataillon 1 (Villach), das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7 (Feldbach) und das Stabsbataillon 7 (Klagenfurt) werden dabei ihre besonderen Fähigkeiten der Kampf- und Einsatz-und Führungsunterstützung beistellen. Weitere Kräfte, wie unter anderem Militärpolizei, werden uns dabei verstärken. Die jährlich stattfindende Übungsserie „Heimvorteil“ wird dabei eine wesentliche Plattform für Übung und Training im urbanen und damit öffentlichen Raum sein. Und drittens werden wir uns um die Weiterentwicklung der Gefechtstechnik der Durchführungsebene bemühen, denn der Einsatz im urbanen Raum inmitten der zivilen Bevölkerung verlangt besondere Fähigkeiten und Situationsgespür.

Es gibt genug zu tun! Ich darf Sie alle auffordern, wieder all Ihre Kraft, Energie, Engagement und positive Sicht – so wie in der Vergangenheit – einzusetzen, um erfolgreich in die Zukunft zu steuern. Packen wir es an und haben Erfolg!

7. Jägerbrigade, Vielseitig und Selbstbewusst – Gemeinsam zum Erfolg!

Ihr Brigadekommandant

Jürgen Wörgötter

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