ANGRIFF!

Der Zugskommandant nimmts persönlich. Nämlich die Führung. Vor Ort führt er seine Soldaten zum Sieg

Angriff ist die einzige Methode, um ein Gefecht, eine Schlacht oder auch einen Krieg zur Entscheidung zu bringen. Dabei geht es um Dynamik, Koordination, physische und psychische Überlegenheit, kurz darum, dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen. Warum auch immer zum Angriff übergegangen wird, sei es um das eigene Staatsgebiet zu schützen oder aus anderen politischen oder militärischen Gründen ist unerheblich. Verteidigung, Verzögerung und Schutz sind reaktiv und somit wird dem Gegner das Heft des Handelns in die Hand gegeben.

Die neuen Informationsübertragungssysteme und Wirkmittel zwingen mittlerweile Gruppen- und Zugskommandanten dazu, zusätzlich zur Führung der eigenen Soldaten eben diese Wirkmittel ins Ziel bringen zu können. Damit werden die eigenen Ausfälle minimiert und Leben geschont.

In den Einsätzen der letzten Jahre haben sich außerdem neue Standardverfahren entwickelt, die vor allem die jüngeren Gruppenkommandanten anwenden. Die Prinzipien des gefechtstechnischen Verhaltens haben sich aber nicht verändert. Steilfeuer, Maschinengewehr und Handgranate zwingen zu vergrößerten Abständen.

Die Wucht und Konzentration des Stoßes oder Sturmes darf nicht mit wirkungsloser und schutzloser Zusammenballung von Soldaten in deckungslosem Gelände verwechselt werden, der Wald nicht mit dem Ortskampf. Wegedrill ist keine Form des Angriffes, nur der Kompromiss, wenn man im verminten Gelände keine wirksamere Gefechtsform einnehmen kann.

Oder auch als letzte, jedem vertraute Form der Koordinierung von Feuer und Bewegung.

Die Besonderheit beim Jägerbataillon 25 ist, dass Angriff das Schwergewicht aller Verfahren zur Sicherstellung des Einsatzes bildet. Warum? Ganz einfach. Eine Luftlandung an sich ist ein offensiver Akt, auch wenn nur Gelände in Besitz genommen wird und man des Gegners Kräfte bindet. Wie nimmt man Gelände in Besitz? Die Antwort ist nicht „Marsch“! Außerdem ist das überraschende Anlanden von Fallschirmjägern ein psychologisch nicht zu unterschätzendes Momentum, ein Projizieren von technischer und taktischer Überlegenheit. Ein immer stärker werdendes Argument für den Einsatz von Luftlandetruppen ist aber auch die subversive Lage, das mögliche innerstaatliche Chaos, das zu beherrschen ein Husarenstück ist. In dieser Lage müssen Rückzugsräume für terroristische Kräfte aufgeklärt und mit chirurgischer Präzision ausgeschaltet werden.

Die Kräfte in Österreich sind schnell ausgespielt, ein professioneller Luftlandeverband kann rasch über hunderte Kilometer zum Einsatz gebracht werden und bis zu kompaniestarke Kräfte im Verbund mit den modernen Wirkmitteln der Aufklärung, Kampfunterstützung und Luft-Bodensystemen vernichten oder zumindest zur Aufgabe der Basis zwingen. Das geht nur durch Angriff.

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