Wir sind 5Kampf Meister

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Bereichsmeisterschaft war es an der Zeit, für die Fünfkampfmannschaft der 2.Kompanie an den Heeresmeisterschaften in Wiener Neustadt teilzunehmen. Mit minimaler Vorbereitung, direkt von der gemeinsamen Übung „Gazelle“ mit dem Jagdkommando kommend, traten wir unsere Reise in das österreichische Fünfkampf-Mekka an.

Am ersten Tag lag unser Fokus auf der Besichtigung der Wettkampfstätten am Gelände der altehrwürdigen Theresianischen Militärakademie. Nach Anblick der Hindernisbahn schlugen unsere Fünfkämpferherzen höher: Nagelneue Tartanbahn, in nationalfarben gehaltener Anstrich der Hindernisse und einwandfreie Antirutschbeschichtung an den Mauern ließen auf schnelle Zeiten hoffen. Wir nutzten die freie Bahn für eine kurze Technikeinheit um uns an die Gegebenheiten der hiesigen Bahn zu gewöhnen.

Mit unseren 16 Handgranatenwurfkörpern bewaffnet machten wir uns auf den Weg zur Handgranatenwurfanlage wo bereits andere Teams übten. Nach kurzer Observation der Konkurrenz sprach ein Teammitglied unser aller Gedanken aus: “ Burschen, des wird net anfoch!“. Nach einigen Trainingswürfen welche nicht optimal verliefen fragten wir uns, ob der Erfolg (2.Platz) bei den Bereichsmeisterschaften vielleicht doch nur Glück war.

Mit dem Ausfassen der Munition und dem Überprüfen der Waffen begann für uns die Konzentrationsphase, welche beim Schießbewerb entscheidend ist. An der Startlinie der 200m Strecke zum zuvor zugewiesenen Schießstand stieg allmählich die Anspannung, doch mit dem Startsignal des Schiedsrichters verflog die Aufregung und wir starteten in den Wettkampf. Alle Teammitglieder haben ihre zehn Schuss in der vorgegeben Zeit erfolgreich ins Ziel gebracht. Mit einem Schnitt von 87,5 Ringen stand fest es war ein guter Bewerb. Wir fanden uns überraschend an der Spitze des Klassements wieder.

Mit dem Wissen, dass unsere stärkste Disziplin, die Hindernisbahn vor uns liegt, starteten wir mit Zuversicht ins Aufwärmprogramm. Das Hauptaugenmerk lag auf dem fehlerfreien absolvieren des Kurses, um nicht den vorab gewonnen Vorsprung einzubüßen. Wir konnten unsere Erwartungen mit einer neuen Teambestzeit von 2:02,49 erfüllen. In der Unterkunft angekommen sahen wir die Ergebnisliste der zwei abgeschlossenen Bewerbe, welche wir mit 70 Punkten Vorsprung anführten. Da wurde uns klar, dass wir mit unserer Führung keine schlechten Chancen auf den Titel haben.

Nach dem 200m Staffel Schwimmbewerb am nächsten Tag wurde unsere schlimmste Befürchtung war: Die Führung war weg. Unsere erfahrungsgemäß schwächste Disziplin sollte auch diese bleiben. Gefühlt dem Ertrinkungstod entkommen, trotteten wir mit gesenkten Häuptern zurück in unser Zimmer, wo uns unser Kommandant ermutigte :,,Ge Männer es is noch nix verloren.“

Als nächstes am Programm der Handgranaten Ziel- und Weitwurf. Nach ein paar miserablen Aufwärmwürfen zweifelten wir daran, ob das gute Ergebnis der Bereichsmeisterschaft wiederholbar wäre. Am Start beobachteten wir die Konkurrenz bei ihren Wertungswürfen. Die Teams des Militärkommandos Niederösterreich 1 und 3 hatten mit beeindruckenden Wurfleistungen vorgelegt. Nun war klar, wir mussten ebenfalls eine enorme Leistung abliefern, denn diese beiden Teams waren unsere erbittertsten Konkurrenten und nur an ihnen würde der Sieg vorbeiführen. Ein mit Instruktionen bespieltes Tonband gab unserem ersten Werfer das Kommando für den Start. Die ersten drei Werfer versenkten all ihre Granaten in den 20,25und 30m Ringen. Bisher eine absolut unerwartet solide Leistung. Doch jetzt kam der letzte, alles entscheidende Ring. Würden wir unseren Rückstand  vom Schwimmen aufholen können?

Unser letzter Werfer trat an den Start. Die ersten zwei Granaten landeten im inneren Ring. Die dritte berührte den inneren Ring was aber dennoch als innerer Treffer zählte. Als die vierte Granate den inneren Ring nur knapp verfehlte und im Äußeren landete, konnte sich selbst unser sonst so ruhiger Mannschaftsführer einen freudigen Aufschrei nicht verkneifen. Keine andere Mannschaft schaffte es, alle Granaten in die Ringe zu treffen. Was uns stolz machte. Bei der letzten Hürde des Bewerbes, dem Weitwerfen hieß es, ja nicht außerhalb des markierten Bereiches zu werfen da sonst der Wurf ungültig wäre und infolgedessen das gute Wurfergebnis zunichte gemacht worden wäre, was um Haaresbreite passierte. Mit diesem hervorragenden Werfen waren wir uns sicher eine gute Ausgangsposition erarbeitet zu haben. Die Ergebnisliste bestätigte das.

Vor dem Laufbewerb, welcher in der Gundersen-Methode startet, hatten wir einen großzügigen Vorsprung von 18 Sekunden. Dennoch wussten wir alle ganz genau, wir werden uns alles abringen müssen und eine Topleistung brauchen, um uns den Sieg zu holen. Jeder Einzelne war nervös, einerseits weil das alles entscheidende Finale vor uns stand und andererseits weil wir wussten, der 1000m Lauf wird uns alles abverlangen und äußerst schmerzhaft werden. Diese Aussicht versetzte uns nicht gerade in Jubelstimmung, doch den anderen Teams würde es ja  auch nicht anders ergehen. Mit einem flauen Gefühl im Magen starteten wir das Aufwärmen um für diese kurze, aber intensive Distanz auf ‚‘ Betriebstemperatur“ zu sein….

0920 Uhr, ein letztes Briefing des Wettkampfleiters.

0925 Uhr, die Nervosität stieg ins unermessliche, jedoch konnte man sich mit dem Gedanken „Jetzt drei Minuten quälen, dann ist alles vorbei“, halbwegs beruhigen.

0930 Uhr,der Startschuss ertönte und unser erster Läufer sprintet aus dem Starttor.

Nach wenigen hundert Metern verschwand er von der terracotta-farbenen Tartanbahn auf die bewaldete Strecke des Akademieparks. Zwei Minuten später war er nun wieder für alle sichtbar und auf den letzten 300 Metern kämpfend, was aber jeder machen muss, will er eine Topzeit laufen. Abgekämpft erfolgt die Übergabe an Läufer Nr.2, welcher dem Läufer des Militärkommando Niederösterreich 3 noch weitere Sekunden abknüpfen konnte. Völlig erschöpft schickte er Läufer Nr.3 ins Rennen, welcher ebenfalls den Vorsprung etwas ausbauen konnte und dem 4. und letzten Läufer in die Runde schickte. Wir wussten, nur noch ein Sturz oder eine Verletzung konnte unseren Triumph vereiteln. Was jedoch Gott sei Dank ausblieb und wir beim Zieleinlauf des letzten Läufers röchelnd feierten… .

Müde und erleichtert nahmen wir nach langem und heißem Antreten unseren Pokal entgegen und traten die Heimreise nach Klagenfurt in freudiger Erwartung eines wohl verdienten Tages Sonderurlaub an.

Das Team

Bilder: Militärkommando NÖ

Bild:

Das Siegerteam aus der 2. Kompanie

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