Fit ins Gebirge

Nach einer Phase rein militärischer Ausbildung war es endlich wieder einmal soweit: Vom 10. bis 15.Juli hieß es für die 1. Kompanie ab nach Lienz in die Haspinger Kaserne, um in den Lienzer Dolomiten die Truppengebirgsausbildung durchzuführen.

Die Woche diente vorwiegend dazu, den Soldaten Grundkenntnisse der Gebirgsausbildung näherzubringen. Die Verwendung der Ausrüstung und des Gerätes und das selbstständige und sichere Handeln im alpinen Gelände gehören auch dazu.

Die Ausbildung startete am Dienstag mit folgenden Themen:

Erster Abschnitt, durchgeführt von unseren Fernmeldeunteroffizier und Heeresbergführer Offiziersstellvertreter Werner Petutschnig, war die Knotenkunde und das Anseilen, um die Voraussetzungen für die Anwendung bei den Märschen und Klettertouren zu schaffen.

Danach ging es weiter mit einer Stationsausbildung. Die Stationen Selbst- und Kameradenhilfe, Abseilen, Klettertechnik, Toprope-Klettern und Begehen von Sicherungsanlagen waren interessant. Die Trittsicherheit für die folgenden Tourentage wurde so geschaffen.

Kurzer starker Regen am Dienstag machte es nicht gerade leichter für die Soldaten, da der Fels sehr rutschig wurde. Das beeinflusste aber nicht die Moral der Soldaten. Außerdem muss sich ein 25er bei jeder Witterung im alpinen Gelände bewegen können.

Am Mittwoch ging es dann in die Lienzer Dolomiten.

Unser Ausgangspunkt war der Parkplatz der Dolomitenhütte, von dort aus marschierten wir über den Rudl-Eller-Weg zur Karlsbader Hütte. Dieser beinhaltet auch einen kurzen Kletterabschnitt über einen Felsgrat, der durch ein alpines Vorkommando abgesichert wurde und so Manchem einiges an Überwindung abverlangte. In der Hütte angekommen gab es eine wohlverdiente Rast bevor es wieder runter ging zu den Fahrzeugen.

Donnerstags war unser Ziel der Rote Turm mit 2700 Meter Seehöhe einer der markantesten Gipfel im Gebiet. Ausgangspunkt war diesmal die Karlsbader Hütte. Von dort ging es über den Schmittkamin im dritten Schwierigkeitsgrad zum Gipfel. Die Route wurde durch das Vorkommando mit einem Seilgeländer abgesichert, um die Soldaten so sicher wie möglich nach oben zu bekommen. Die Absturzgefahr war nicht so hoch in dieser Route, die Gefahr kam von oben. Gemeint ist der Steinschlag, doch auch davon ließen sich die Soldaten nicht

unterkriegen und kletterten bis auf den Gipfel

weiter. Der Aufstieg wurde mit einer gewaltigen Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler belohnt. Nach kurzer Rast beim Gipfelkreuz ging es auch schon wieder runter.  Die Soldaten wurden die ersten Meter abgeseilt, der Rest wurde über das Seilgeländer abgeklettert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mancher an seine Grenzen gestoßen ist, wobei andere noch weit davon entfernt waren. Der eine oder andere überlegt nun sich selbst, eine Kletterausrüstung zuzulegen um privat ein paar Gipfel erklimmen zu können. Die Fertigkeiten wurden uns ja vermittelt. So konnte neben dem militärischen Aspekt der Alpinausbildung vielleicht noch der eine oder andere für den Bergsport begeistert werden und als zusätzlicher Ausbildungserfolg verbucht werden.

Heeresgebirgsausbilder Wachtmeister Manuel Pichler

Fotos: 1.Kompanie

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