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Rundkappe 2017

“Fertig machen zum Sprung!”

So ertönt das Kommando des Sprungausbildners über dem Flugplatz in Wiener Neustadt. Alle Handgriffe sitzen, der Ablauf ist jedem bekannt, doch jetzt wird es ernst. Der erste Sprung steht bevor. In kürze werden 46 Soldaten das erste mal aus einem Flugzeug springen. Eine angespannte Euphorie liegt in der Luft, mit tosendem Dröhnen landet die Maschine und der erste Lift von 5 Mann reiht sich in den Laderaum der PC-6, der Sprung steht kurz bevor.

Eine Woche zuvor finden sich die Teilnehmer des Rundkappenkurses in der Flugfeldkaserne wieder. Dieser Kurs ist für jeden Kadersoldaten des Jägerbataillons 25 eine ganz besondere Herausforderung und ein wichtiger Schritt in unsere Spezialisierung als Luftlandeverband.

Mit einer Einführung in die Grundlagen des Fallschirmspringens wurden wir auf das Bevorstehende eingestimmt. Gleich zu Beginn wurde uns klar gemacht, dass sobald wir das Flugzeug verlassen, selbst für unser Handeln verantwortlich sind.

Wie unser Kommandant des öfteren betonte, ist Fallschirmspringen reine Statistik. Kein Kurs verläuft ohne Verletzungen oder unbeasichtigte Öffnungen des Reservefallschirms. Doch mit gewissenhafter Vorbereitung ließe sich dem entgegenwirken und so begann eine intensive Woche der Vorbereitung.

Schrittweise wurden wir an den Ablauf des Fallschirmspringens herangeführt. Im Stationsbetrieb durchliefen wir die einzelnen Trainingsvorrichtungen, um das Verhalten vor, während und nach dem Sprung zu beherrschen. Fallschirmspringen ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Eine Störung beim Schirm oder ein Fehler bei der Abgangshaltung können in der Luft schnell zum Problem werden.  Schmerzlich wurde das einem Kameraden bewusst, welcher beim Absprung aus der Maschine die Aufziehleine, die den Fallschirm aus dem Packsack zieht und durch eine Sollbruchstelle fix mit dem Luftfahrzeug verbunden ist, unter der Achsel statt über der Schulter hatte und sich so eine Verletzung zuzog.

Auch auf das unwahrscheinliche Auftreten einer Öffnungsstörung wurden wir gewissenhaft vorbereitet. Glücklicherweise musste allerdings niemand vom Reservefallschirm Gebrauch machen.

Die zweite Woche war der Höhepunkt des Kurses. Sechs Sprünge standen bevor und das Wetter war ideal. Der erste Sprung ist ein Gewöhnungssprung aus 400 Metern. Das ist relativ hoch, wenn man bedenkt, dass wir im Einsatz aus nur 150 Metern abgesetzt werden. Die Aufregung war enorm. Als ich mit meinen Kameraden, mit denen ich mich eine Woche auf diesen Moment vorbereitet hatte, als Erster das Flugzeug bestieg, blickte ich in eine Runde konzentrierter Gesichter. Der Motor heult auf, wir beschleunigen. Nervöse Blicke, ein vermschmitztes Lächeln. Wir heben ab. Die Aufregung ist jedem ins Gesicht geschrieben.

Die Tür geht auf, der Fahrtwind klatscht in den engen Laderaum. Dann das Kommando des Sprunglehrers: “In die Tür”. Auf “Sprung” verlässt der erste Springer das Flugzeug und wird von den Luftmassen erfasst. Der Reihe nach verschwindet ein Springer nach dem anderen, bis ich als letzter in der Tür sitze. Ein Klopfer auf die Schulter, Absprung und vier Sekunden später blicke ich in eine wunderschön aufgegangene Schirmkappe. Ein unbeschreibliches Gefühl!

Doch der kritischste Teil ist und bleibt die Landung. Mir, sowie den meisten anderen Kursteilnehmern, glückten sechs, manchmal mehr, manchmal weniger schöne Landerollen. Aufgrund von Verletzungen, die sie sich bei den ersten zwei Sprüngen zugezogen haben, konnten drei Kameraden den Kurs leider nicht beenden. Weder bei der Nachtlandung, der Außenlandung noch dem Sprung mit Waffe und Gepäck zog sich jemand gröbere Verletzungen zu. Dadurch konnten am 31.10 alle Teilnehmer, nach bestandener theoretischer sowie praktischer Prüfung, das Fallschirmspringerabzeichen in Bronze erhalten.

Voller Erwartung blicken wir auf 2018: Bei den kommenden Übungen in den Niederlanden werden wir das Gelernte in einer groß angelegten Fallschirmjäger Operation anwenden können.

Glück ab, Gut Land!

Wachtmeister

Laurenz Weselka

 

Alpenglühen

 

Die Waffenübung aus der Sicht des Kompaniekommandanten

Vom 11. bis zum 16. September fand die Formierungsübung der 3./25, der Milizkompanie des Jägerbataillons 25 statt. Im letzten Roten Barett wurde über die mehrmaligen Änderungen, der vom Bataillon geplanten Übung, die von höchster Stelle angeordnet wurden, bereits berichtet. Gleich an dieser Stelle ein großes Dankeschön an die mob-verantwortlichen Kameraden, die mit viel Vor- und Nacharbeit versucht haben, nicht nur den Organisationsplan zu befüllen, sondern soweit es möglich war und ist, auch die Wünsche der eingeteilten Soldaten dabei zu berücksichtigen.

Mit der Durchführung wurde schließlich die Kampfunterstützungskompanie (KUKp) betraut. Im August gab es dann eine Phase des gemeinsamen Planens und Vorbereitens der Übung durch Kameraden der KUKp und mehrere Milizoffiziere in der Khevenhüller-Kaserne.

Trotz etlicher Ausfälle von einberufenen Kameraden war die Anzahl der einrückenden Soldaten am 11.September sehr zufriedenstellend.

Ausfassen, Umrüsten, Einkleiden, Einzahlen, etc… braucht seine Zeit. Dennoch verlegte Miliz und Kader der KU bereits nachmittags auf den Truppenübungsplatz Seetaleralpe, der in einer ungemütlichen Nebelsuppe nahezu verschwunden war. Weit und breit kein Alpenglühen.

Jeder Tag war gefüllt mit abwechslungsreicher Ausbildung zu verschiedensten Themen wie Waffen und Schießdienst, Scharfschießen bis hin zum Gruppengefechtsschießen, militärischer Nahkampf, erweiterte Selbst- und Kameradenhilfe und natürlich Gefechtsdienst. Besonders beeindruckend waren die einsatznah gestalteten Schießvorhaben mit Pistole und Sturmgewehr, die jedem Mann ein Mehr an „Action“ boten, aber auch ein Mehr an Verantwortung abverlangten. Durchaus als Highlight für alle beteiligten Soldaten darf ich den Gefechtsdiensttag mit den Duellsimulatoren bezeichnen. Ein hohes Ausmaß an Lernbereitschaft und Motivation seitens der Miliz bei allen Dienstgraden traf auf fachliche und pädagogische Kompetenz der coachenden Kameraden von der KUKp, die es verstanden, im besten Sinne des Wortes, auszubilden und zu motivieren. Auch unsere Sniper, die Scharfschützen der Kompanie, übten erstmals in dieser Besetzung. Ausgebildet wurden sie von einem dafür berufenen Kameraden, der bis vor kurzem noch der 2/25 als Kommandant der Scharfschützengruppe angehörte.

Dass der Bataillonskommandant Oberstleutnant Alexander Raszer sich mehrmals persönlich vom Ausbildungsstand seiner Milizkompanie ein Bild machte und auch am feucht- fröhlichen Abschlussabend keine Berührungsängste zeigte, wurde von den Milizkameraden anerkennend vermerkt.

Die ganze Woche hindurch sorgte Petrus für abwechslungreiches Wetter, vom lehrreichen Jägerwetter, über dichteste Nebelwetterlagen, den ersten Schnee, bis hin zum sonnigen Alpenglühen.

So endete die Formierungsübung der 3./25 wie sie begonnen hatte, mit Regen und Nebel bei der Rückverlegung nach Klagenfurt.

Unser herzliches Dankeschön an alle, die mit ihrer Arbeit eine wirklich interessante, abwechslungsreiche und sinnvolle Übung für die Miliz des Bataillons ermöglicht haben, gilt vor allem dem Kompaniekommandanten mit seinem Team der KUKp.

Bleibt noch anzumerken, dass die nächste Übung unser angestammtes Metier, die Zusammenarbeit mit Hubschraubern bei der einen oder anderen Luftlandeaktion beinhaltet.

Mut, Tapferkeit und Treue

Hauptmann Mag.Andreas Reitbauer

US – flügel für 25

Wir 25er sind ja in vielen Lebenslagen gut zu gebrauchen. Uns stellt man an die Grenze und wir „bedienen“ mal eben hundertausende hilfs und schutzbedürftige Fremde, wir fahren ohne große Vorbereitung auf Einsätze und Übungen und haben schon mehrfach bewiesen, dass wir im internationalen Umfeld recht gut arbeiten können.

Im Zuge solcher Zusammenarbeiten kommt es immer wieder zu Ehrungen, Auszeichnungen und Verleihungen von internationalen Abzeichen.

Das ist jetzt nicht so eine Seltenheit, aber es gibt dann doch wieder Momente, die wir den geschätzten Lesern der Truppenzeitung nicht vorenthalten wollen, vor allem wenn wir besonders stolz auf unsere Soldaten sind.

So geschehen mit dem sehr begehrten „Parachutist Badge“ (Fallschirmspringer Abzeichen) der Vereinigten Staaten. Da die USA eine ähnliche Fallschirmausbildung wie wir Österreicher haben, unser Ausbildungsstand weltweit anerkannt wird und das Jägerbataillon 25 schon mehrmals mit den Amerikanern gemeinsame Sprungvorhaben absolvierte, wurde an drei unserer Soldaten eben dieser Badge verliehen.

Das Ganze geschah in einer sehr würdigen Zeremonie in der amerikanischen Botschaft in Wien. Unsere drei Airborne Profis waren in die Boltzmanngasse in Wien geladen und bekamen dort durch H.E Eugene Young, dem Botschafter höchstpersönlich, ihre „Wings“ verliehen.

Das Abzeichen wurde 1941 von General William P.  Yarborough, landläufig als Vater der „Green Berets“ – also der ersten Sondereinheiten der US Truppen – entworfen.

Auf diese Art zeigen uns die Amerikaner, dass wir als „advanced Partner“ in der NATO gerne gesehen werden, dass wir uns als neutraler Kleinstaat international bewährt haben und, dass wir in unserem Kerngeschäft – dem Fallschirmspringen – in der Topliga mitspielen.

Glück ab,

Gut Land

Die Redaktion

25 in Moosburg

 

Am 22.September war Moosburg fest in der Hand der 25er Soldaten. Neben dem Traditionstag, der in einem militärischen Festakt gefeiert wurde, präsentierten sich die Klagenfurter Fallschirmjäger der Bevölkerung.

Ein militärischer Festakt ist an sich schon ein würdiges Unterfangen, mit der Kulisse der Schlosswiese in Moosburg im Hintergrund und vielen Besuchern war es diesmal bei schönstem Wetter direkt ein Genuss. Nicht nur dass ein Tapetenwechsel für solch eine würdige Veranstaltung immer von Vorteil ist, nein, vor allem die vielen Zaungäste die rund um die angetretene Truppe kiebitzten und die positive Stimmung, die an diesem Tag in der Luft lag, machten den straffen Ablauf kurzweilig. Der Bürgermeister der Gemeinde, Abgeordneter zum Kärntner Landtag Herbert Gaggl und unser Brigadekommandant fanden treffende Worte für die Leistungen des Jägerbataillons 25 in den letzten Jahren. Der Bataillonskommandant Oberstleutnant Alexander Raszer konnte auch offiziell melden, dass die in der vergangenen Zeit gestellten Aufträge fast zur Gänze erfüllt sind. Nach nicht einmal einer Stunde meldete der Kommandant der ausgerückten Truppe, Oberstleutnant Roland Stromberger die Beendigung des Festaktes und ließ zur Leistungsschau abrücken. An dieser Stelle sei auch der Militärmusik Salzburg gedankt, die nicht nur den Festakt würdig umrahmt hat, sondern gleich danach noch ein kurzes Platzkonzert gab.

Moosburg ist in, 25 ist in bei den Moosburgern. Dies kann man mit Fug und Recht behaupten, es kamen hunderte Schaulustige und sahen sich die Waffen und das moderne Gerät der Profisoldaten aus nächster Nähe an. Angreifen und mitmachen war das Motto, dazu noch ein gutes Gespräch, so verging der Nachmittag wie im Fluge. Höhepunkt waren wie immer das Fallschirmspringen und die Gefechtsvorführung „Sturm auf Moosburg“ der 2.Jägerkompanie.

Gedankt sei der Gemeinde Moosburg für die tolle Unterstützung, allen Besuchern für ihr Interesse, und vor allem aber den vielen arbeitenden Händen, die unkompliziert alles vorbereitet und wieder abgebaut haben. Im speziellen sollen diesmal die Soldaten der Stabskompanie erwähnt werden, die nicht immer im Rampenlicht stehen, aber durch ihre Arbeit unsere Kämpfer im besten Licht erscheinen lassen. Denn ein Fest ohne Speis und Trank und ein Abbau ohne unseren Versorgungszug sind schon fast undenkbar.

Zuletzt erfreute es uns ganz besonders, dass unsere deutschen Kameraden vom Panzerbataillon 104 aus Pfreimd die lange Anfahrt nicht scheuten und ihre Kameradschaft bewiesen. “s´mou gei“ (es muss gehen) wie sie sagen.

 

COOPSEC 2017

Vom 04.09. bis 15.09.17 fand am Truppenübungsplatz Allentsteig eine internationale Übung/Ausbildung mit Themen statt, die unmittelbar mit der aktuell brisanten Sicherheitslage der Europäischen Union zusammenhängen. Im Wesentlichen wurden Szenarien geübt, die im Zuge der aktuellen Flüchtlings- bzw. Migrationslage derzeit für europäische Streitkräfte u. a. relevant sind, nämlich Grenzraumüberwachung und Grenzkontrollmanagement.

Dabei wurden nicht nur Fähigkeiten und Fertigkeiten dargestellt und geübt, sondern vor allem versucht, die internationale Zusammenarbeit der teilnehmenden Staaten auf taktischer Ebene zu verbessern. Die Zentraleuropäische Verteidigungskooperation (engl. Central European Defence Cooperation, kurz CEDC) ist eine seit 2010 bestehende Kooperation der mitteleuropäischen Staaten Österreich, Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn, Slowenien und Kroatien. Mit Truppen nahmen neben Österreich die Tschechische Republik (Kompaniestärke) und Ungarn (Zugsstärke) an diesem Vorhaben teil, die restlichen Nationen waren zumindest mit Beobachtern dabei. Führende Verbände im Rahmen der Teilnehmer des Bundesheeres waren das Jägerbataillon 19 aus Güssing (verstärkt durch die 2.JgKp/JgB25), das Jägerbataillon 33 aus Zwölfaxing, das Stabsbataillon 3 aus Mautern, das PiB3 aus Melk und das Aufklärungsbataillon 3 aus Mistelbach. Weitere bei der Übung/Ausbildung involvierte Dienststellen waren u.a. Sprachmittler des Sprachinstituts der Landesverteidigungsakademie, ABC-Abwehr-Kräfte und eine Kompanie des Kommandos Militärstreife und Militärpolizei (MP). Durchführender Verband war das Kommando Schnelle Einsätze (KSE; vormals 3.PzGrenBrig) mit dem Kommando in Mautern. Insgesamt nahmen rund 2.200 Soldaten des Bundesheeres und 160 Soldaten aus Ungarn und der Tschechischen Republik teil.

Das Szenario umfasste im Wesentlichen die Darstellung einer EU-Außengrenze, die nach Auslösung eines Joint Action Plans der CEDC-Staaten (infolge eines Anstiegs von Flüchtlingsbewegungen aufgrund eines Konflikts außerhalb der EU) durch das betroffene Grenzland in einem multinationalem Verband von Kräften nach einer kurzen Formierungs- und Ausbildungs- bzw. Übungsphase geschützt werden soll. Als wesentliche Leistung sollten illegale Grenzübertritte verhindert und damit der Vollzug des internationalen Rechts sichergestellt werden.

In der ersten Übungswoche wurde die Übung „ACTIVE PROTECTOR 17“ ohne Beteiligung der 25er mit den Themen Kontrollpunkt, Verhalten bei Fund von unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen sowie Grenzmanagement durchgeführt.

Die 2.Kompanie unseres Bataillons bildete das Kernelement der zweiten Woche, die als Ausbildungsphase im Wesentlichen die Durchführung von Maßnahmen der Grenzraumüberwachung mit Darstellung des Kräfteeinsatzes im Rahmen der Sicherung eines fiktiven Abschnitts der EU-Außengrenze beinhaltete, wobei die Kräfte an einem Grenzübergang dargestellt wurden. Unsere 2.Kompanie wurde als führende Kompanie zur Abwicklung des Grenzkontrollmanagements am fiktiven Grenzübergang „WILDINGS“ eingesetzt. Das Thema Grenzraumüberwachung und Pionierunterstützung bei der infrastrukturellen Verstärkung von Infrastruktur im Bereich von Grenzübergängen bildete den zweiten Teil der gemeinsamen Ausbildung beim „Camp Mannshalm“.

Die Kompanie wurde in zwei Züge gegliedert (Der KU-Zg wurde aufgeteilt) und durch einen ungarischen Zug des 88.gemischt/leichten luftlandefähigen Infanteriebataillons aus Szolnok verstärkt, welcher als erster Zug direkt am Grenzübergang in direkter Zusammenarbeit mit der MP zur Kontrolle und Registrierung von Personen eingesetzt war, die diesen zu Fuß grundsätzlich zur Antragstellung auf Asyl überqueren wollten.

Der zweite Zug stellte die innere Ordnung im Bereich des Grenzkontrollmanagements (Unterstützung nach der Registrierung durch die MP, bei sanitätsdienstlicher und verpflegsmäßiger Versorgung sowie durch Organisation von Kontingenten für den Weitertransport) und die Unterstützung des Regelgrenzverkehrs sicher.

Der dritte Zug bildete die Eingreifkraft (engl. Quick Reaction Force, QRF)

Neben der Dislokation des ungarischen Zuges direkt am Grenzübergang bezog sich eine weitere Vorgabe der Übungsleitung auf die Adjustierung: Für das gesamte Ausbildungsvorhaben durfte die Crowd and Riot Control (CRC)-Ausrüstung nicht verwendet werden. Bei der Bewaffnung war mit Faustfeuerwaffen das Auslangen zu finden. Das Schwergewicht dieser Ausbildung sollte demnach die Anwendung von Grenzmanagementmaßnahmen im unteren Bereich der Bedrohungs- und Eskalationslevels bilden. Natürlich wurde im Verlauf der Ausbildung durch die Übungsleitung auch das Verhalten der Darsteller (Roleplayer) der hilfs- und schutzbedürftigen Fremden (hsF, dargestellt durch Kader und Grundwehrdienern in einer Gesamtstärke von rund 800 Personen) so gesteuert, dass der Einsatz von CRC-Ausrüstung zur Durchsetzung des Auftrages bzw. zur Sicherstellung des Truppenschutzes nicht zwingend notwendig war.

Höhepunkt des Ausbildungsvorhabens war schließlich eine Vorführung an beiden Ausbildungsorten mit klarem Schwergewicht beim Grenzübergang Wildings für die Beobachter der CEDC-Staaten unter der Leitung unseres Herrn Ministers sowie zahlreicher Vertreter der Medien und Presse am Freitag.

Fazit:

Für den Einsatz der Kräfte für das Grenzmanagement wurde das Szenario des sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatzes 2015/16 am Grenzübergang Spielfeld herangezogen, wo unser Bataillon genauso wie am Grenzübergang in Nickelsdorf bei der Abwicklung der Durchsuchung, Registrierung und Versorgung von hsF Erfahrung sammelte und die Abläufe auch wesentlich geprägt hatte. Das erworbene Know How unserer 2.Kompanie wurde also ganz bewusst auch in dieses Übungs- und Ausbildungsvorhaben miteinbezogen. Trotzdem war die Zusammenarbeit mit den ungarischen Kräften interessant, wenn auch eine multinationale Kooperation auf der Einheitsebene international eher unüblich ist.

Fit ins Gebirge

Nach einer Phase rein militärischer Ausbildung war es endlich wieder einmal soweit: Vom 10. bis 15.Juli hieß es für die 1. Kompanie ab nach Lienz in die Haspinger Kaserne, um in den Lienzer Dolomiten die Truppengebirgsausbildung durchzuführen.

Die Woche diente vorwiegend dazu, den Soldaten Grundkenntnisse der Gebirgsausbildung näherzubringen. Die Verwendung der Ausrüstung und des Gerätes und das selbstständige und sichere Handeln im alpinen Gelände gehören auch dazu.

Die Ausbildung startete am Dienstag mit folgenden Themen:

Erster Abschnitt, durchgeführt von unseren Fernmeldeunteroffizier und Heeresbergführer Offiziersstellvertreter Werner Petutschnig, war die Knotenkunde und das Anseilen, um die Voraussetzungen für die Anwendung bei den Märschen und Klettertouren zu schaffen.

Danach ging es weiter mit einer Stationsausbildung. Die Stationen Selbst- und Kameradenhilfe, Abseilen, Klettertechnik, Toprope-Klettern und Begehen von Sicherungsanlagen waren interessant. Die Trittsicherheit für die folgenden Tourentage wurde so geschaffen.

Kurzer starker Regen am Dienstag machte es nicht gerade leichter für die Soldaten, da der Fels sehr rutschig wurde. Das beeinflusste aber nicht die Moral der Soldaten. Außerdem muss sich ein 25er bei jeder Witterung im alpinen Gelände bewegen können.

Am Mittwoch ging es dann in die Lienzer Dolomiten.

Unser Ausgangspunkt war der Parkplatz der Dolomitenhütte, von dort aus marschierten wir über den Rudl-Eller-Weg zur Karlsbader Hütte. Dieser beinhaltet auch einen kurzen Kletterabschnitt über einen Felsgrat, der durch ein alpines Vorkommando abgesichert wurde und so Manchem einiges an Überwindung abverlangte. In der Hütte angekommen gab es eine wohlverdiente Rast bevor es wieder runter ging zu den Fahrzeugen.

Donnerstags war unser Ziel der Rote Turm mit 2700 Meter Seehöhe einer der markantesten Gipfel im Gebiet. Ausgangspunkt war diesmal die Karlsbader Hütte. Von dort ging es über den Schmittkamin im dritten Schwierigkeitsgrad zum Gipfel. Die Route wurde durch das Vorkommando mit einem Seilgeländer abgesichert, um die Soldaten so sicher wie möglich nach oben zu bekommen. Die Absturzgefahr war nicht so hoch in dieser Route, die Gefahr kam von oben. Gemeint ist der Steinschlag, doch auch davon ließen sich die Soldaten nicht

unterkriegen und kletterten bis auf den Gipfel

weiter. Der Aufstieg wurde mit einer gewaltigen Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler belohnt. Nach kurzer Rast beim Gipfelkreuz ging es auch schon wieder runter.  Die Soldaten wurden die ersten Meter abgeseilt, der Rest wurde über das Seilgeländer abgeklettert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mancher an seine Grenzen gestoßen ist, wobei andere noch weit davon entfernt waren. Der eine oder andere überlegt nun sich selbst, eine Kletterausrüstung zuzulegen um privat ein paar Gipfel erklimmen zu können. Die Fertigkeiten wurden uns ja vermittelt. So konnte neben dem militärischen Aspekt der Alpinausbildung vielleicht noch der eine oder andere für den Bergsport begeistert werden und als zusätzlicher Ausbildungserfolg verbucht werden.

Heeresgebirgsausbilder Wachtmeister Manuel Pichler

Fotos: 1.Kompanie

Freifall Sprungkurs

Die Ausbildung zum manuellen Militärfallschirmspringer gliedert sich in vier Ausbildungsabschnitte, beginnend mit dem Windtunnel gefolgt von der MFF (Military Freefall) Ausbildung danach Festigung des Freifalls und der Schirmfahrt und als Abschluss Sprünge unter Einsatzbedingungen.

In der Zeit von 06.06.17 bis 07.07.17 fand beim Jagdkommando in Wiener Neustadt der Militärfreifallkurs Abschnitt Eins bis Drei statt. Drei Soldaten des Jägerbataillons 25 nahmen an diesem Kurs Teil. Im wesentlichen geht es in den ersten drei Ausbildungsabschnitten zum manuellen Militärfallschirmspringer um das überleben in der Luft.

In der ersten Kurswoche wurden, im Windtunnel in Wien, die Vorraussetzungen für den ersten Sprung geschaffen. Das Gefühl des freien Falls wird vermittelt sowie das gesamte Freifallprogramm von Level eins, also dem ersten Sprung, durchgeübt.

Die zweite Woche begann mit dem zweiten Abschnitt MFF(Military Frefall) Ausbildung analog zur zivilen AFF (Accelerated Freefall) Fallschirmsprungausbildung. Beginnend mit Level eins (zwei Lehrer beim Schüler) mussten diverse Aufgaben ausgeführt werden, die Schwierigkeit steigerte sich dann bis Level 8, wo die Schüler bereits den ersten Prüfungssprung absolvieren mussten um ohne Lehrer springen zu dürfen. In den sieben Leveln müssen bereits Links- und Rechtsdrehungen, Drehungen um die Längsachse sowie Vorwärts- und Rückwärtssalto erlernt und danach fehlerfrei ausgeführt werden. Bei Level acht wird dies Überprüft und wiederum mittels Video dokumentiert.

Ab Level acht ist der zivile Sprungschüler alleine und springt bis er 28 Sprünge absolviert hat um dann zur Prüfung antreten zu dürfen. Beim Militär beginnt hier der dritte Ausbildungsabschnitt, Festigung von Freifall und Schirmfahrt.

Jeder weitere Sprung wird gebrieft, weiterhin mit einem Lehrer durchgeführt und mittels Video dokumentiert. Hauptaugenmerk liegt am stabilen Abgang aus dem Luftfahrzeug dem Freifallprogramm, welches durch den Sprunglehrer vorgegeben wird, der Schirmfahrt und der Landung im Zielkreis. Der stabile Abgang ist besonders wichtig für das Gepäckspringen und in weiterer Folge um einen Gleiteinsatz aus großer Höhe durchführen zu können, da hier mit minimaler Verzögerung der Fallschirm geöffnet werden muss. Bei der Schirmfahrt werden militärische Flug und Landeverfahren, wie z.B. das Staffeln und das exakte Nachfliegen, geübt.

Als Abschluss der ersten drei Abschnitte musste ein schriftlicher Test mit Inhalten wie Erste Hilfe, Luftfahrtrecht, Materialkunde und Aerodynamik sowie ein Prüfungsgespäch vor einer Kommission und eine Packprüfung absolviert werden und natürlich der Prüfungssprung mit Landung im Schotterkreis.

Das eigentliche Ziel dieses Kurses muss aber noch im vierten Abschnitt, welcher von 21.08.17 bis 08.09.17 stattfindet, erlernt werden. Als Absetzluftfahrzeuge finden sich die C-130 Hercules, S-70 Black Hawk, AB-212 sowie die PC6 Pilatus Porter. Ziel der gesamten Ausbildung ist ein Absprung mit Waffe und Großgepäck, bei Nacht, auf eine unbekannte Außenlandezone in der Größe von 100m x 100m.

VDB zu Besuch

Der Oberbefehlshaber des Bundesheers gab sich die Ehre, der 7. Jägerbrigade einen Besuch abzustatten.

Gegen Mittag landete der Bundespräsident in einem “Blackhawk” Hubschrauber. Ob dieser den Rufnamen “Air Force One” trug ist nicht übermittelt. Nach kurzer Begrüßung durch Landeshauptmann, Militärkommandant und dem Kommandanten der 7. Jägerbrigade ging es schon in medias res.

Zuerst präsentierte sich die 7. Brigade mit all ihren nachgeordneten Einheiten von der besten Seite: Waffen, Gerät und Soldaten. Der Kommandant des Jägerbataillons 25, Oberstleutnant Alexander Raszer, führte unseren Bundespräsidenten durch die Khevenhüller-Kaserne wo schweres Gerät zu bestaunen war.

Höhepunkt war dann die dynamische Gefechtsvorführung in der sogar Fallschirmjäger mit Gleitschirmen zum Einsatz kamen. Das Szenario war eine Evakuierungs Aktion aus einem Krisengebiet. Neben einer Registrierungsstelle und einer Gefechtseinlage in der buchstäblich der “Rauch aufging” zogen die Klagenfurter Fallschirmjäger alle Register ihres infantristischen Könnens.

Es kamen neben Pandur Radpanzern auch Drohnen, Hubschrauber und Scharfschützen zum Einsatz. Unser Oberbefehlshaber konnte das Geschehen von einem extra dafür errichteten Podest beobachten, so konnte er den Überblick behalten. Im Rahmen der Vorführung übergab Oberstleutnant Raszer ihm einen Rucksack mit dem begehrten Abzeichen der 25er als Geschenk. Dr. Van der Bellen gab diesen nicht mehr aus der Hand sondern trug ihn für den Rest der Veranstaltung stolz am Rücken.

Das dicht gedrängte Programm fand dann bei einem “meet and greet” in der Cafetaria, wo der Herr BundesBundespräsident seinen Nachmittagskaffee im Kreise der Klagenfurter Kadersoldaten genoss, einen würdigen Abschluß.

Bundespräsident Van der Bellen kommentierte die Vorführung der 25er mit “… ich bin beeindruckt. Nein, ich bin wirklich beeindruckt!”

Girls Camp 2017

Diese Frauen hatten Power!

Man nehme junge interessierte Frauen, engagierte Soldaten, eine Top-Location und jeweils einen Schuss Kameradschaft und Action. Drei Tage gut durchmischen die Zutaten interagieren lassen und am Ende bekommt man … ein Girls´ Camp?

Auf Initiative des Herrn Bundesministers für Landesverteidigung führt das Bundesheer mit Federführung beim Heerespersonalamt 2017 vier Girls´ Camps durch. Uns Klagenfurter Fallschirmjägern war der Sommertermin vom 7.-9.Juli zugeteilt. Insgesamt 47 Frauen traten den „Dienst mit der Waffe“ pünktlich am Freitag um 1300 Uhr an.

Vorweg muss man eines zugeben, obwohl wir mittlerweile Frauen beim Jägerbataillon 25 gewohnt sind, sie integriert sind und ihre Aufgaben gut meistern, ein bisschen Unsicherheit gibt’s da schon wenn auf einmal 47 Frauen dastehen, sich etwas erwarten. Planen können wir ja, eine aus unserer Sicht interessante (und vor allem einsatzorientierte) Ausbildung gestalten, aber was wird da auf der gegenüberliegenden Seite ankommen? Wird es zu hart oder etwa zu langweilig? Schaffen wir es unsere Sprache anzupassen und eine realistisches Bild vom Soldatenberuf, im speziellen vom Infanteristen zu zeichnen? Von „zart bis hart“ gingen die Diskussionen während der Konzepterstellung im Planungsteam der 2.Jägerkompanie und dem Bataillonskommando. Was kann alles passieren, immerhin ist das Medieninteresse groß und man will den Geschmack der Besucherinnen treffen.

Naja, einfach mal ein Menü kreieren, vom Aperitif, der Vorspeise am Freitag, dem Hauptgang am Samstag und der Nachspeise am Sonntag. Aperitif? Eine kurze Einweisung in den Ablauf und der notwendigen Einkleidung der Damen und schon ging´s zur Waffenschau. Alle Elemente und Spezialisten der Luftlandejäger präsentierten ihren Bereich, eine Grundausbildung im Exerzierdienst und Waffen- und Schießdienst muss als Vorbereitung für den Folgetag dabei sein. Jaja, Exerzierdienst war eine der zentralen Forderungen aus dem Vorjahr, genauso wie Zeitdruck und körperliche Belastung! Als Vorspeise servierte die 2.Kompanie nach der Verlegung und dem Aufbau des Zeltlagers auf dem Truppenübungsplatz Marwiesen eine Schießvorführung der Waffen (bis hin zum überschweren Maschinengewehr und Panzerabwehrrohr), einzeln und im Rahmen eines Gruppengefechtsschießens/Nacht. Garniert wurde der Tag mit der abschließenden Nachtlehrvorführung bis ca. 2300 Uhr, sodass sowohl Soldat als auch Frau sich müde aber erwartungsvoll zur verdienten Nachtruhe begaben.

Samstag, 0600 Uhr: TAAAAAAAGWACHE, quasi die Einleitung zum Hauptgang. Zur Anregung des Kreislaufes gleich der Morgensport, sodass das anschließende Frühstück umso mehr schmeckt. Danach Ausbildung bei vier Stationen. Auftrag an alle Durchführenden war, den Damen etwas fürs Leben mit zu geben, was gelehrt wird muss persönlich verwertbar sein:

Erstens gesicherter motorisierter Marsch, Teamwork als Schlagwort. die Soldaten und die Frauen hatten gemeinsam einfache Gefechtssituationen in der Gruppe zu meistern. wo bin ich, wo ist mein Nachbar, wo vor allem der Feind, wie können wir ihn überwältigen. Nicht lang gefackelt, „rein in den Sterz“.

Zweitens Mutprobe, Überwinden der eigenen Angst. Eine kleine Kletterei und dann 40 Meter über Grund hängend den Flying Fox wieder hinunter. Überrascht waren wir von der Lässigkeit mit der fast alle diese Herausforderung gemeistert haben.

Drittens Gefechtsparcours Pistole und Sturmgewehr, schnelle Entscheidungen unter Belastung und Zeitdruck. Der Parcours bestand aus Hindernissen und Scheiben, welche gefährliche-, aber auch harmlose Gegenüber zeigten. Die Zeit wurde gemessen und Schüsse auf die falschen (weil unbewaffneten) Scheiben mit Strafzeiten belegt. Man konnte die Entwicklung jeder Teilnehmerin entlang des Parcours mitverfolgen. „Liebevolles“ Detail am Rande war das zehn Meter Matsch-Hindernis, das teilweise sogar die Haare bis zur Hälfte verkrustete.

Als viertes ein Blick hinters Schild, Crowd-and-Riot-Control, Ordnungseinsatz. Nach dieser Station war allen Frauen klar, dass so manches Video das man im Internet findet, nicht die Wahrheit solcher Ordnungseinsätze zeigt. Kurze Ausbildung in den Grundtechniken, dann gleich die Kampfbahn. Gegner waren die Soldaten, die sich so manches einfallen ließen für ihre weiblichen Gegenüber hinter den Schildern. Eine Kurzeinweisung über Pfeffersprays rundete diese Station ab.

Nach dem Hauptgang eine kurze Nachbereitung und dann wurde das gemacht, was auch zum Soldatenberuf gehört, eine kameradschaftliche Grillerei.

Die Nachspeise am Sonntag begann selbstverständlich mit Sport, danach wurden die Zelte abgebaut und die Marschbereitschaft hergestellt. In der Khevenhüllerkaserne bekamen die Teilnehmerinnen ihre verdiente Urkunde vom Heerespersonalamt. Das „Abrüsten“ ging schnell von statten und so entließen wir die Girls wieder in die „Freiheit“.

Resümierend stellen wir fest:

Das Interesse und Engagement der Teilnehmerinnen war hoch, am Freitag ist gleich am Anfang der Funken übergesprungen. Die Soldaten waren dadurch motiviert und es ergab sich dadurch ein tolles Miteinander. Die Rückmeldungen der Teilnehmerinnen waren durchwegs positiv und damit dürfen wir getrost sagen: Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut, auf ein baldiges Wiedersehen.

Wir sind 5Kampf Meister

Nach einer erfolgreich abgeschlossenen Bereichsmeisterschaft war es an der Zeit, für die Fünfkampfmannschaft der 2.Kompanie an den Heeresmeisterschaften in Wiener Neustadt teilzunehmen. Mit minimaler Vorbereitung, direkt von der gemeinsamen Übung „Gazelle“ mit dem Jagdkommando kommend, traten wir unsere Reise in das österreichische Fünfkampf-Mekka an.

Am ersten Tag lag unser Fokus auf der Besichtigung der Wettkampfstätten am Gelände der altehrwürdigen Theresianischen Militärakademie. Nach Anblick der Hindernisbahn schlugen unsere Fünfkämpferherzen höher: Nagelneue Tartanbahn, in nationalfarben gehaltener Anstrich der Hindernisse und einwandfreie Antirutschbeschichtung an den Mauern ließen auf schnelle Zeiten hoffen. Wir nutzten die freie Bahn für eine kurze Technikeinheit um uns an die Gegebenheiten der hiesigen Bahn zu gewöhnen.

Mit unseren 16 Handgranatenwurfkörpern bewaffnet machten wir uns auf den Weg zur Handgranatenwurfanlage wo bereits andere Teams übten. Nach kurzer Observation der Konkurrenz sprach ein Teammitglied unser aller Gedanken aus: “ Burschen, des wird net anfoch!“. Nach einigen Trainingswürfen welche nicht optimal verliefen fragten wir uns, ob der Erfolg (2.Platz) bei den Bereichsmeisterschaften vielleicht doch nur Glück war.

Mit dem Ausfassen der Munition und dem Überprüfen der Waffen begann für uns die Konzentrationsphase, welche beim Schießbewerb entscheidend ist. An der Startlinie der 200m Strecke zum zuvor zugewiesenen Schießstand stieg allmählich die Anspannung, doch mit dem Startsignal des Schiedsrichters verflog die Aufregung und wir starteten in den Wettkampf. Alle Teammitglieder haben ihre zehn Schuss in der vorgegeben Zeit erfolgreich ins Ziel gebracht. Mit einem Schnitt von 87,5 Ringen stand fest es war ein guter Bewerb. Wir fanden uns überraschend an der Spitze des Klassements wieder.

Mit dem Wissen, dass unsere stärkste Disziplin, die Hindernisbahn vor uns liegt, starteten wir mit Zuversicht ins Aufwärmprogramm. Das Hauptaugenmerk lag auf dem fehlerfreien absolvieren des Kurses, um nicht den vorab gewonnen Vorsprung einzubüßen. Wir konnten unsere Erwartungen mit einer neuen Teambestzeit von 2:02,49 erfüllen. In der Unterkunft angekommen sahen wir die Ergebnisliste der zwei abgeschlossenen Bewerbe, welche wir mit 70 Punkten Vorsprung anführten. Da wurde uns klar, dass wir mit unserer Führung keine schlechten Chancen auf den Titel haben.

Nach dem 200m Staffel Schwimmbewerb am nächsten Tag wurde unsere schlimmste Befürchtung war: Die Führung war weg. Unsere erfahrungsgemäß schwächste Disziplin sollte auch diese bleiben. Gefühlt dem Ertrinkungstod entkommen, trotteten wir mit gesenkten Häuptern zurück in unser Zimmer, wo uns unser Kommandant ermutigte :,,Ge Männer es is noch nix verloren.“

Als nächstes am Programm der Handgranaten Ziel- und Weitwurf. Nach ein paar miserablen Aufwärmwürfen zweifelten wir daran, ob das gute Ergebnis der Bereichsmeisterschaft wiederholbar wäre. Am Start beobachteten wir die Konkurrenz bei ihren Wertungswürfen. Die Teams des Militärkommandos Niederösterreich 1 und 3 hatten mit beeindruckenden Wurfleistungen vorgelegt. Nun war klar, wir mussten ebenfalls eine enorme Leistung abliefern, denn diese beiden Teams waren unsere erbittertsten Konkurrenten und nur an ihnen würde der Sieg vorbeiführen. Ein mit Instruktionen bespieltes Tonband gab unserem ersten Werfer das Kommando für den Start. Die ersten drei Werfer versenkten all ihre Granaten in den 20,25und 30m Ringen. Bisher eine absolut unerwartet solide Leistung. Doch jetzt kam der letzte, alles entscheidende Ring. Würden wir unseren Rückstand  vom Schwimmen aufholen können?

Unser letzter Werfer trat an den Start. Die ersten zwei Granaten landeten im inneren Ring. Die dritte berührte den inneren Ring was aber dennoch als innerer Treffer zählte. Als die vierte Granate den inneren Ring nur knapp verfehlte und im Äußeren landete, konnte sich selbst unser sonst so ruhiger Mannschaftsführer einen freudigen Aufschrei nicht verkneifen. Keine andere Mannschaft schaffte es, alle Granaten in die Ringe zu treffen. Was uns stolz machte. Bei der letzten Hürde des Bewerbes, dem Weitwerfen hieß es, ja nicht außerhalb des markierten Bereiches zu werfen da sonst der Wurf ungültig wäre und infolgedessen das gute Wurfergebnis zunichte gemacht worden wäre, was um Haaresbreite passierte. Mit diesem hervorragenden Werfen waren wir uns sicher eine gute Ausgangsposition erarbeitet zu haben. Die Ergebnisliste bestätigte das.

Vor dem Laufbewerb, welcher in der Gundersen-Methode startet, hatten wir einen großzügigen Vorsprung von 18 Sekunden. Dennoch wussten wir alle ganz genau, wir werden uns alles abringen müssen und eine Topleistung brauchen, um uns den Sieg zu holen. Jeder Einzelne war nervös, einerseits weil das alles entscheidende Finale vor uns stand und andererseits weil wir wussten, der 1000m Lauf wird uns alles abverlangen und äußerst schmerzhaft werden. Diese Aussicht versetzte uns nicht gerade in Jubelstimmung, doch den anderen Teams würde es ja  auch nicht anders ergehen. Mit einem flauen Gefühl im Magen starteten wir das Aufwärmen um für diese kurze, aber intensive Distanz auf ‚‘ Betriebstemperatur“ zu sein….

0920 Uhr, ein letztes Briefing des Wettkampfleiters.

0925 Uhr, die Nervosität stieg ins unermessliche, jedoch konnte man sich mit dem Gedanken „Jetzt drei Minuten quälen, dann ist alles vorbei“, halbwegs beruhigen.

0930 Uhr,der Startschuss ertönte und unser erster Läufer sprintet aus dem Starttor.

Nach wenigen hundert Metern verschwand er von der terracotta-farbenen Tartanbahn auf die bewaldete Strecke des Akademieparks. Zwei Minuten später war er nun wieder für alle sichtbar und auf den letzten 300 Metern kämpfend, was aber jeder machen muss, will er eine Topzeit laufen. Abgekämpft erfolgt die Übergabe an Läufer Nr.2, welcher dem Läufer des Militärkommando Niederösterreich 3 noch weitere Sekunden abknüpfen konnte. Völlig erschöpft schickte er Läufer Nr.3 ins Rennen, welcher ebenfalls den Vorsprung etwas ausbauen konnte und dem 4. und letzten Läufer in die Runde schickte. Wir wussten, nur noch ein Sturz oder eine Verletzung konnte unseren Triumph vereiteln. Was jedoch Gott sei Dank ausblieb und wir beim Zieleinlauf des letzten Läufers röchelnd feierten… .

Müde und erleichtert nahmen wir nach langem und heißem Antreten unseren Pokal entgegen und traten die Heimreise nach Klagenfurt in freudiger Erwartung eines wohl verdienten Tages Sonderurlaub an.

Das Team

Bilder: Militärkommando NÖ

Bild:

Das Siegerteam aus der 2. Kompanie