All posts by ulf remp

Traditionstag und Tag der offenen Tür 9.September

3 Jubiläen, eine Feier mit drei Schlagworten

traditionstag_16_web_-27Wir 25er sind mit der Traditionspflege des K&K Infanterieregiment Nr7 Andreas Graf von Khevenhüller beauftragt. Unter diesem Motto stand wie jedes Jahr der Traditionstag. Diesmal haben wir diesen militärischen Festakt mit einem tag der offenen Tür verknüpft.

traditionstag_16_web_-26Drei Jubiläen wurden gefeiert: Erstens das 325jährige Bestehen des Infanterieregiment Nr7. 1691 gegründet, stand es bereits kurz nach Aufstellung im Einsatz in verschiedenen Kriegen.
Zweitens 300 Jahre Schlacht von Peterwardein. In dieser Schalcht bei Peterwardein (heute Novi Sad) kämpfte das Regiment siegreich unter Prinz Eugen gegen eine doppelte Übermacht der Türken. Der bedingungslose Einsatz der 7er trug wesentlich zum Sieg Prinz Eugens bei.

traditionstag_16_web_-5
Drittens 60 Jahre Jägerbataillon 25. Wie das IR7 sind auch die 25er ein Einsatzbataillon, Einsatz wird ausgebildet, gedacht und gelebt. Wir haben das gerade in den letzten beiden Jahren bewiesen mit dem Kosovoeinsatz, in dem über 350 25er gestanden haben und dem Assistenzeinsatz zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik.

traditionstag_16_web_-12Die drei Schlagworte für diese Veranstaltung sind Tradition, Information und Kameradschaft.
Tradition hat schon der rege Besuch des Festaktes, über 300 Gäste haben uns beehrt. Die Tradition der 7er und der 25er stand auch im Mittelpunkt aller Festredner.

traditionstag_16_web_-14
Information für die Öffentlichkeit und der Angehörigen war das Ziel des Tages der offenen Tür. Alle Waffen und die neuen Gefechtsfahrzeuge wurden präsentiert, die Besucher konnten auch die Nahkampf- und Gefechtsvorführung bewundern. Militär zum Angreifen.
Die Kameradschaft kam natürlich nicht zu kurz, so bleiben einige Freunde bis in die späten Abendstunden.

Kurz gesagt ein schöner, informativer Tag!

Manaslu Expedition 2016

13043387_266372197035625_7913547254337698962_n
Oberleutnant Gerald Schumer bei der informellen Flaggenparade. Im Hintergrund das Ziel, der Gipfel des Manaslus

Der Weg ins Basislager ist geschafft!

13043681_1527914717514927_2036997675482701059_n
Das Team wohlbehalten im Basislager

In unserem letzten Bericht legten wir den Fokus auf die Vorbereitungen zur Expedition. Jetzt sind die 26 Teilnehmer mit Oberleutnant Gerald Schumer vom Jägerbataillon 25 bereits im Basislager angekommen.

1930c945e6482b0583a046bc76d8b797
Die Fahrbaren Strecken wurden mit landesüblichen Bussen zurückgelegt. Ladungssicherung gibt´s da nicht.
76e1cfb7dd360e526a08d6386e617814
Hängebrücken sind nicht jedermanns Sache

Nach der Ankunft in Kathmandu und der Erledigung der Formalitäten haben die Alpinisten nun den Weg ins Basislager geschafft. Hierbei ging es einerseits um die Verbringung des gesamten Gerätes über 100km in unwegsamen Gelände ins Basislager, andererseits um die notwendige langsame Akklimatisation jedes Einzelnen.

12991000_1527914634181602_1827194602676268424_n
Die ersten, im Basislager ankommenden Alpinisten errichteten sogleich das Materialdepot und das Kommandozelt, sowie die Sanitäranlagen. Danach wurde die Flagge der Expedition gehisst.

Auf dem Weg ergaben sich viele neue Eindrücke, aber auch Hindernisse, die den Weg erschwerten, beziehungsweise die Ankunft verzögerten. Eine Passage des Weges ist zerstört und musste umfahren werden, Hängebrücken und schwindelerregende Bergpfade, wie sie in Europa nur mehr selten anzutreffen sind mussten passiert werden. Auch gesundheitlich machte vor allem das ungewohnte Essen den Soldaten zu schaffen. Fast die Hälfte musste zumindest einen Tag “Toilettenpause” machen. Es sind aber zum jetzigen Zeitpunkt alle wohlbehalten im Basislager angekommen.

e1a52b2affd6675a883d4184561f3f36
Schwindelerregende Pfade, wie man sie in Europa nur mehr selten sieht, geschweige denn begeht.

Die nächste Phase ist gekennzeichnet durch die Vorbereitung der Hochlager und der Aufstiegsroute. Dabei liegt das Augenmerk vor allem auf den alpinen Gefahren wie Lawinen oder Eisschlag in den gewaltigen Gletscherbrüchen des Manaslus. Die Route wird so gewählt, dass sie (aus den Beobachtungen vor Ort und der Erfahrung der letzten Jahre resultierend) nicht, oder nur wenig gefährdet ist. Die Arbeit in und der Marsch zu den Hochlagern stellt dabei einen wesentlichen Teil der weiteren Akklimatisation dar. Für den Gipfelaufstieg ist diese von immenser Bedeutung.

13006576_1527914610848271_7453332173505321874_n
Das Leben im Lager auf Höhe des Mt.Blanc (4800m), dem höchsten Gipfel der Alpen ist nur durch Erfahrung am Berg halbwegs angenehm zu gestalten.

Weiterhin alles Gute und Berg Heil

 

PS: Derzeit errichten die ersten Teams gerade das Camp 2 auf 6800m Seehöhe. Wir berichten bald detailliert.

Reservekraft Kosovo (ORF)

Reservekraft Balkan oder ORF. Das hat nichts mit Fernsehen zu tun, obwohl wir gerade Videos darüber drehen. ORF oder “Operational Reserve Force” ist eine Multinationale Eingreiftruppe in der Stärke eines Bataillons, die sich für einen Einsatz im Kosovo oder Bosnien bereithält. Truppenstellende Länder für diesen Einsatz sind Deutschland, Österreich, Italien und das Englische Königreich. Die Dauer der Bereitstellung für den Einsatz beträgt sechs Monate, in dieser Zeit ist auch eine Großübung im Einsatzraum vorgesehen.


“silver sabre” die Grossübung der KFOR unter der Führung von
Brigadier Mag. Anton Waldner (DCOM KFOR 2014 – 2015)

Doch wie gliedert sich diese Reaktionskraft?

Das besondere am ORF Bataillon ist, dass es ohne sich auf die im Einsatzraum befindliche KFOR, schnell und unabhängig bewegen kann. Daraus resultiert auch die besondere Struktur, da sich das Bataillon selbst versorgt und sogar über Pionier- und Militärpolizeikräfte verfügt.

Im konkreten:

1 Stabskompanie
3 Jägerkompanien
– Pioniere
– Militärpolizei
– Sanitäter
(insgesamt ca. 700 Soldaten)

Eine Jägerkompanie befindet sich ständig im Missionsstatus “ready”. Die beiden Anderen sind im “standby” und können innerhalb von zwei Wochen im Einsatzraum eintreffen.

Zum Einsatz kamen die Luftlandesoldaten schon mehrmals im Rahmen von ORF. Beachtenswert war der Einsatz rund um den 28. November 2011, wo im Norden Kosovos nach massiven Krawallen der deutsche Kommandant angeschossen  und von einem 25er vertreten wurde.

 

Oberstleutnant Franz Pirker verhandelt mit den Krawallmachern

MANASLU Expedition 2016

Expedition MANASLU (8163m) 2016 mit dem RNLMC (Royal Netherlands Marine Corps)
Eine einzigartige Gelegenheit ergab sich für das Österreichische Bundesheer letztes Jahr. Das Niederländische Marinekorps lud zwei österreichische Heeresbergführer ein, an der Vorbereitung zur heuer stattfindenden Expedition auf den achthöchsten Berg der Erde teilzunehmen.  Einer davon wurde im Zuge dieser Vorbereitung ausgewählt um die internationale Gruppe zum Manaslu zu verstärken. Oberleutnant Gerald Schumer vom Jägerbataillon 25 in Klagenfurt qualifizierte sich für die Expedition.
Die Vorbereitungen für die Expedition laufen seit Weihnachten auf Hochtouren. Es wird Proviant und Ausrüstung beschafft und verpackt (insgesamt über 2000kg), die Teilnehmer trainieren, um
die körperlichen Voraussetzungen für den Gipfelsieg zu schaffen.

DSC_0817Am 03. April fliegen die 26 Teilnehmer der Expedition von Amsterdam nach Kathmandu/NEPAL. Die Teilnehmer sind 23 Niederländer (Heeresbergführer (HBF, D) und Mountain Leader(ML, GB)), zwei Briten (ML) und für Österreich Oberleutnant Gerald Schumer (HBF, AUT).
Nach letzten logistischen Vorbereitungen in Kathmandu wird die Expeditionsmannschaft nach ARUGHAT BAZAR (600m) verbracht. Hier startet am 08. April der 10-tägige rund 100km lange Marsch zum Basislager auf 4400m. Nach dem Erreichen und Errichten des Basislagers wird mit 21. April die Vorbereitung für den Gipfelaufstieg in Angriff genommen.

IMG-20160308-WA0003Sechs Personen inklusive Expeditionsarzt werden hierzu den Expeditionsstab bilden und im Basislager verbleiben, die restlichen 20 Personen unterteilen sich in zwei Gruppen a 10 Personen und sind verantwortlich für das Installieren der Fixseile und Errichten der insgesamt vier High Camps.
Unterstützt und Beraten wird die Mannschaft dabei durch 6 Sherpas. Aus Sicherheitsgründen wird ab Camp 4 (7400m) bis zum Gipfel Sauerstoff verwendet. Aus logistischer Sicht ist für 15 Personen Sauerstoff vorhanden, um den Gipfel zu erreichen, folglich werden nicht alle 20 Personen auf den Gipfel geschickt. Die Entscheidung wer gehen darf wird vor Ort durch den niederländischen Expeditionsleiter gefällt.

Die Planungen sehen vor, dass der Gipfel bis 09. Mai erklommen und bis spätestens 24. Mai der Abbau der Fixseile und High Camps abgeschlossen werden sollte, vorausgesetzt das Wetter und Schneeverhältnisse lassen dies zu.

Am 26. Mai wird nach hoffentlich erfolgreicher Mission der 7-tägige Rückmarsch nach Arughat Bazar und von dort die Fahrt nach Kathmandu angetreten. Nach einer Reorganisations- und Nachbesprechungsphase fliegen alle Teilnehmer am 05. Juni zurück nach Amsterdam.

DSC_1256Schumer ist als junger Heeresbergführer im Zuge der Vorbereitung in der Schweiz ausgewählt worden, weil er nicht nur ein erstklassiger Bergsteiger ist, sondern vor allem auch ein Teamplayer, der die eigene Meinung immer hinter die Auftragserfüllung der Gruppe stellt. Wenns dann sein muss, packt er seine Qualitäten aus und sicherte so z.B. die Besteigung der LENZSPITZE, den letzten der 48 4000er der Schweiz im Vorjahr im Zuge des RNLMC Alps Project 2015.

Seine Erfahrung hat der junge Alpinist vor allem in der Arbeit mit der Truppe beim Jägerbataillon 25 gesammelt, er  gilt als verlässlicher Führer für die Truppe, vor allem im schwierigen alpinen Umfeld.

288607_270820279697293_758077572_oAuch seine Freizeit hat er ganz dem Berg verschrieben, so sammelte er bereits einige interessante Besteigungen in mittleren und höheren Schwierigkeitsgraden. Vor allem in schlecht abzusichernden Routen und im Kombigelände hat er seine Nervenstärke und seine gute Nase bewiesen.

Wir wünschen ihm alles Gute und freuen uns bereits auf die nächsten Berichte.

PS: Heute läuft noch die Vorbereitung in Katmandu, ab übermorgen geht es dann schon Richtung Basislager zum Manaslu.

Heeresgebirgsausbilder Winterlehrgang 2016

 

Vom 29.Februar bis 18.März 2016 fand der diesjährige HGA Winterlehrgang des Jägerbataillons 25 statt. Das Modul Skilauf und die ersten drei Tage des Moduls Gebirgstechnik Winter wurden von der Türkkaserne aus durchgeführt. Danach verlegte der Lehrgang auf die Fraganter Hütte.

20160311_135334
Schwieriges Kombigelände am Sadnig

Eines vorweg: Wer glaubt, mit ein bischen Skifahren und guter Kondition ist dieser Lehrgang zu bestehen, liegt falsch. Vielmehr geht es bei dieser Ausbildung um die Führungsfähigkeit im winterlichen Gebirge unter Anwendung aller notwendigen Techniken im Aufstieg, Abfahrt, beim Klettern im kombinierten Gelände, bei Rettungsmaßnahmen und nicht zuletzt bei der Durchführung eines planmäßigen Biwaks.

20160314_143440
Biwakbau, Schalungsiglu, im Hintergrund der Eingang zur komfortablen Schneehöhle
IMG-20160322-WA0045
Gipfelfoto am Sadnig (2745m)
IMG-20160322-WA0186
verdiente Rast nach dem Aufstieg mit schwerem Gepäck

Die Aspiranten waren durchwegs top motiviert, die intensive Ausbildung brachte aber alle an ihre persönlichen Grenzen. Am Berg gibt es keinen Unterschied zwischen Rang und Namen, es zählt nur die erbrachte Leistung. Dies ist durchaus eine Seltenheit beim Bundesheer.

20160317_091336
Zustieg zur Abseilstelle

Die Führung der Module oblag Herrn Oberst Volkmar Ertl, Kommandant des Pionierbataillons 1 aus Villach und Herrn Oberstleutnant Harald Scharf, Kommandant der Stabsbataillons 7 aus Klagenfurt. Ihnen und der wie gewohnt bravourösen Organisationsleistung des Spießes, Offizierstellvertreter Werner Petutschnig ist es zu verdanken, dass die Ausbilder und die Lehrgangsteilnehmer auf das Wesentliche, Lehren bzw. Lernen konzentrieren konnten.

 

Ein paar kleine Eindrücke sind in den Fotos ersichtlich, viel Vergnügen!

20160314_222105
Das gemütliche Schlungsiglu für 6 Soldaten, müde waren wir alle an diesem Tag. Die Temperatur im Biwak ist ca. 0-5°C
20160317_115325
Abseilen mit Marschgepäck, eine Herausforderung im winterlichen Gebirge
IMG-20160322-WA0024
Hahn am Mist? Nein der Schnee muss komprimiert werden um die Notwendige Festigkeit zu bekommen. Nach ca. 5 Stunden Schaufelarbeit nimmt das planmäßige Biwak Form an.

 

IMG-20160322-WA0070
… man glaubt kaum, wo man mit ski überall gehen kann. Spitzkehre auf einem kleinen Felsvorsprung. Darunter nicht ersichtlich ca. 2 m Luft

Den Lehrgangsteilnehmern sei noch zum Durchhaltevermögen und zu ihrer Einstellung gratuliert, Berg heil und kommt alle immer gut wieder herunter ins Tal!

20160311_135340
Ein Highlight war der direkte Kletteraufstieg zum Gipfel des Sadnigs. ca. 25 Meter fast senkrechtes Kombigelände, gemeistert ohne Zaudern.

 

Der stellvertretende Lehrgangskommandant

20160311_121047
steiles Gelände kurz vor dem Sadnig. Lawinenauslösung war hier verboten!

Ulf Remp

 

Fotos: REMP,  PUCHER, MÖRTL