Die Khevenhüllerkaserne

Das Jägerbataillon 25 ist in der Khevenhüller-Kaserne stationiert. Die Kaserne befindet sich ca. drei Kilometer nördlich von Klagenfurt in der Ortschaft Lendorf. Durch einen Autobahnanschluss (A2) und den Flughafen Klagenfurt (ca. 4 km) ist die Erreichbarkeit ideal.

Die Errichtung

Die Kaserne gehört zu den am häufigsten in Publikationen der NS-Zeit besprochenen Militärbauten. Die Bauten entsprechen typologisch dem oberbayrischen „Mitterwalder” Prototyp mit ausladendem Dachgebälk, Bruchsteinmauerwerk und Schindeldächern. Der Bau erfolgte beinahe gleichzeitig mit dem Bau der Kaserne in Graz- Wetzelsdorf (Belgier-Kaserne). Im Juni 1938 erfolgte der Spatenstich unter dem Bauleiter Friedrich Löffler aus Tirol. Als bevorzugtes Baumaterial wurde Kreuzberglschiefer aus dem Orasch- und Urabl-Bruch und zum Teil auch aus Tessendorf verwendet.
Gleichzeitig mit der Kaserne wurde zur Wohnversorgung der Offiziere die Koglstraßensiedlung errichtet. Sie befindet sich heute in privaten Händen. Zum Schutz der Angehörigen und Soldaten wurden im Brehmsberg Luftschutzkeller errichtet. Ein Eingang davon ist heute noch gegenüber des benachbarten Großbaumarktes zu erkennen. Vermutlich durch Brandstiftung wurde 1943 die Turnhalle der Kaserne völlig zerstört. An ihrer Stelle wurde von April 1966 bis Oktober 1968 die Soldatenkirche gebaut.

Die Sportstätten (Sportplatz, Schwimmbad) wurden 1962, die Hindernisbahn und der Schießplatz 1972 errichtet bzw. erneuert.

Stationierte Truppen

Während des Nationalsozialismus waren folgende Verbände in der Kaserne stationiert:

Im Jänner 1940 zog das 1. Bataillon des 1.Totenkopf-Rekrutenregimentes in die neu erbaute Kaserne ein. Im April 1940 folgte das 1. Bataillon des Regimentes Nordland. Dieses Bataillon wurde auch in Klagenfurt aufgestellt. Am 1. Juni 1941 wurde das SS-Infanterie-Ersatzbataillon des Ersatzregimentes Westland in der Kaserne stationiert. Ab Oktober 1943 erfolgte in der Kaserne die Aufstellung einer Junkerschule als einer von vieren neben Braunschweig, Bad Tölz und später Prag. Ziel dieser Schulen war die Ausbildung des Offiziersnachwuchses.

Nach 1945

Im Mai 1945 übernahmen bis 1954 britische Truppen die Kaserne. Sie errichteten im westlichen Teil ein Spital. Der östliche Teil wurde abgetrennt. Dort wurden eine Transporteinheit und die Militärpolizei untergebracht.

Nach 1955

Nach der Unterzeichnung des Staatsvertrages übernahm die B-Gendarmerie die Kaserne. Die Grenzschutzabteilung Nr. 5 wurde im Jahre 1956 in das „Kärntner Feldjägerbataillon 25” umbenannt. Dieses neu aufgestellte Bataillon verlegte vom 20. bis 22. September in die Kaserne und blieb hier stationiert.

Die Kaserne beheimatete darüber hinaus seit damals folgende Einheiten und Verbände: Die Sanitätsanstalt, die Panzerjägerkompanie der 7. Gebirgsjägerbrigade, später Panzerjägerkompanie des Stabsbataillons 7, später Jagdpanzerkompanie und 4. Kompanie des Landwehrstammregimentes 73, das Jägerbataillon 27, Ausbildungskompanien des Ausbildungsregimentes 10, das Kasernenkommando, die Nachschubs- und Transportkompanie des Stabsbataillons 7, den Arbeitsstab Sperrtruppe – die spätere Sperrtruppenschule und die Lehrabteilung 2 der Jägerschule.

Heute

Heute sind folgende Verbände und Einheiten in der Khevenhüller-Kaserne untergebracht: Das Jägerbataillon 25, die Stabskompanie&Dienstbetrieb des Militärkommandos Kärnten mit der Betriebsstaffel und die Werkstättenkompanie des Stabsbataillons 7.

Durch laufende bauliche Erneuerungen, Generalsanierung der Verwaltungsgebäude, Truppenküche und Mannschaftsunterkünfte
bietet die Kaserne einen überaus hohen internationalen Standard.

Namensgebung der Kaserne

Mit Erlass des Bundesministeriums für Landesverteidigung vom 3. November 1967 wurde die Kaserne “Lendorf” zum Gedenken an Feldmarschall Ludwig Andreas Graf von Khevenhüller (1683-1744), dessen Namen seit 1888 auch das Kärntner Infanterieregiment Nr. 7 führt, in “Khevenhüller-Kaserne” umbenannt.

Der Namenspatron der Kaserne hatte im Jahr 1713 die ehrenvolle Aufgabe, die Nachricht vom glorreichen Sieg gegen die Türken an Kaiser Karl VI. zu überbringen. Zeitgleich mit der Umbenennung der Kaserne wurde dem Jägerbataillon 25 die Pflege der Tradition des ehemaligen Klagenfurter Hausregimentes, des „Infanterieregimentes Graf von Khevenhüller Nr. 7”, zugeordnet