Geschichte Kaderbataillon

Das Jägerbataillon 25
Von der Task Force 25 zum Kaderbataillon

Bereits 1994 wurden die Grundlagen für den Aufwuchs zu Kadereinheiten im Jägerbataillon 25 gelegt. Schon damals bestand die mit einem Truppenversuch aufgestellte Kompanie beim Jägerbataillon 25 gänzlich aus Berufs- Zeitsoldaten. Das Ziel war, Kräfte für anspruchsvolle Auslandseinsätze, insbesondere Ersteinsätze, bereitzuhalten. So absolvierte diese Kaderkompanie Auslandseinsätze in Albanien, Afghanistan, im Kosovo und in Bosnien. Im Jahre 2004 gingen aus der Kaderkompanie die ersten Kräfte für Internationale Operationen/Kaderpräsenzeinheit (KIOP/KPE) des Österreichischen Bundesheeres hervor. Seit diesem Zeitpunkt bestand die 3. Jägerkompanie des Jägerbataillons 25 durchgehend als KPE. Die Auflösung erfolgte gemäß des KPE-Phasenplans mit Ende Februar 2011. Nahezu nahtlos erfolgte innerhalb der 7. Jägerbrigade die Übergabe der Task Force Aufgabe vom Jägerbataillon 18 an das Jägerbataillon 25. Das Bataillonskommando und die Stabskompanie des Jägerbataillons 25 erhielten neben den bisher zu erfüllenden Aufträgen den Status KPE. Somit war für die am 23. Jänner 2012 ergangene Entscheidung, das Jägerbataillon 25 zum „Musterverband“ auf KIOP/KPE Basis zu designieren, die Führung dieses „neuen“ Kaderbataillons bereits vorhanden.
Seit 1. März 2011 gliederte sich die TF25 wie folgt:
• Bataillonskommando/JgB25 KPE (Klagenfurt)
• Stabskompanie/JgB25 KPE (Klagenfurt)
• 1. Jägerkompanie/JgB23 KPE (Bludesch)
• 2. Jägerkompanie/JgB26 KPE (Spittal/Drau)
• 3. Jägerkompanie/JgB17 KPE (Strass)
Im Mai 2011 fand die offizielle Aufstellung der TF25 in Beisein der Öffentlichkeit am Traditionstag des Jägerbataillons 25 am Landhaushof der Stadt Klagenfurt am Wörthersee statt.
Die Personalaufbringung stellte im Rahmen der Aufstellung keine allzu große Herausforderung dar. Ein wichtiger Auftakt war unter anderem ein erstes Kennenlernen der neu unterstellten Einheiten im Rahmen eines Führungsverhaltentrainings am Iselsberg in Kärnten.
Die Soldaten der 1. Jägerkompanie/JgB23 KPE befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Einsatzvorbereitung für ihren Auslandseinsatz in Bosnien. Die Überbrückung der räumlichen Entfernung zwischen den Kompanien war als zusätzliche Herausforderung anzusehen. Mit dieser ersten Aktivität wurde in der TF25 der Anfang einer bundesländer- und brigadeübergreifenden Zusammenarbeit gesetzt. Zu einem weiteren Ausbildungsschwergewicht zählte die im Jägerbataillon 25 bereits seit 1973 bestehenden Kernkompetenz: Die Luftlandung und der Lufttransport. Zu diesem Zweck fand im Raum Kärnten, Ober- und Niederösterreich in enger Zusammenarbeit mit dem Kommando Luftunterstützung (Kdo/LuU) im Juni 2011 eine zweiwöchige Ausbildung mit einer großen Abschlussübung statt. Dabei wurde besonders auf die Zielerreichung der Rahmenelemente des Jägerbataillons, aber auch auf die Ausbildungsziele der Stabskompanie/KPE großer Wert gelegt.

Diese über Jahrzehnte gesammelte Erfahrung im In- und Ausland, kann insbesondere durch das Kaderpersonal jederzeit und überall eingebracht werden. Von diesem Ausbildungsstand machte sich auch unser Herr Bundespräsident, Dr. Heinz Fischer, persönlich im Rahmen der Übung „Safe Return 2011″ ein Bild. Gemeinsam mit Soldaten des Jagdkommandos und Piloten des Kommandos Luftunterstützung wurde die Evakuierung österreichischer Staatsbürger aus einem Krisengebiet geübt. Bundespräsident Fischer wurde im Rahmen des Besuches vom Kommandanten der TF25, Oberst Herbert Kraßnitzer, detailliert in die Aufgaben der Task Force und des Bataillons eingewiesen.
Parallel hatte die TF25 den Auftrag die Eventualfallplanungen sowie die Grundlagen für einen möglichen Einsatz am Balkan der Operational Reserve Force (ORF 8) sicher zu stellen. Dieses bataillonsstarke Element wurde aus deutschen und österreichischen Soldaten gebildet. Das ORF Bataillon stand zum damaligen Zeitpunkt, nach monatelanger Vorbereitung und Erkundung, im „ready“ Status für mögliche Einsätze in kürzester Zeit bereit. Wie wir heute wissen, wurde dieses ORF Bataillon bereits im August zur Verstärkung der Truppen im Kosovo entsandt. Sie haben wesentlich zur Stabilisierung der Lage des Nordkosovos beigetragen. Die gewaltsamen Bilder, welche durch die Medien gingen, sind uns allen sicher noch gut in Erinnerung. Mitte Jänner 2012 kehrten die letzten Soldaten dieses Kontingents wieder heim. Im Rahmen eines würdevollen Festaktes wurden die Soldaten in Österreich empfangen. Die bei diesen gewaltsamen Übergriffen verletzten Soldaten, die innerhalb kürzester Zeit mit einer „Hercules“-Transportmaschine mit eingebauter Intensivstation nach Österreich geflogen wurden, erhielten das Verwundetenabzeichen 2. Klasse, verliehen vom Verteidigungsminister Norbert Darabos. Sechs weitere Soldaten, darunter der Kontingentskommandant Oberstleutnant Franz Pirker vom Jägerbataillon 25, welcher nach Verwundung des deutschen Bataillonskommandanten die Führung des ORF Bataillons übernommen hatte, wurden mit der Militäranerkennungsmedaille ausgezeichnet.
Nach einem weiteren Einsatz der TF25, und zwar bei der „AIRPOWER 11“, erfolgte eine 14-tägige Task Force – Zusammenziehung am Truppenübungsplatz in Allentsteig, mit dem Zweck einer Zielüberprüfung nach dem Operational Capability Concept Evaluation & Feedback (OCC E&F Prozess).

Mit der Verbandsübung „Decisive Engagement 11“ der 7. Jägerbrigade (siehe Bericht ab Seite 12) wurde die Task Force 25 neuerlich auf Herz und Nieren überprüft. In einer groß angelegten Übung im Raum Kärnten und der Steiermark konnten die Soldaten ihr Können unter Beweis stellen. Die Grundlage der Übung umfasste das Szenario eines friedensunterstützenden Einsatzes, wie es zu diesem Zeitpunkt aus dem Kosovo bereits gut bekannt war und somit einen direkten Bezug und Relevanz herstellen lies. Dadurch konnte der Öffentlichkeit die militärische Kernkompetenz, welche das Bundesheer im Rahmen von Auslandseinsätzen einbringt, nähergebracht werden. Die Bewältigung von Katastropheneinsätzen ist der Bevölkerung ohnedies schon sehr gut bekannt. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Waffengattungen, wie den Luftstreit- und Fliegerabwehrkräften sowie der Panzertruppe, wurde dabei weiter gefestigt.
Mit gestärktem Teamgeist durch die gelungene Zusammenarbeit während dieser Übung und einem positiven Jahresresümee stand eine etwas besinnlichere Zeit an, bis schließlich im Jänner 2012 wieder ein einschneidender Schritt nahte. Am 23. Jänner 2012 erging die Nachricht, dass das Jägerbataillon 25 im Rahmen des Projektes zur „Professionalisierung der Streitkräfte“ zum neuen Kaderbataillon aufgestellt werden soll. Zu den bisher 150 bestehenden Berufssoldaten aus der TF25 im Jägerbataillon 25 sollen ca. weitere 350 Berufs- und Zeitsoldaten neue 25er in der Khevenhüller-Kaserne werden, allerdings ohne Grundwehrdiener. Ziel ist zunächst, neben dem Herstellen der vollen Einsatzbereitschaft des Verbandes, unter anderem das Sammeln von weiteren wichtigen Erfahrungswerten im Bereich der Rekrutierung.

Als einziger Luftlandeverband des Österreichischen Bundesheeres erfüllt das Bataillon bereits jetzt vielseitige Aufgaben im In- und Ausland. Mit der Realisierung dieses Pilotprojektes zur Professionalisierung und dem derzeitigen Know How im Jägerbataillon 25 sowie einer umfassenden Zusammenarbeit, wird es in diesem Verband zu einer weiteren Erhöhung des Einsatzspektrums kommen, auf die mit Zuversicht und Motivation hingearbeitet wird.
Gemäß dem 25er Leitspruch mit „Mut, Tapferkeit und Treue!“