Der Bataillonskommandant Obstlt dG Norbert Klein

 

das Jägerbataillon 25 (JgB25) hat in den letzten Monaten eine sehr intensive Zeit durchlebt. Gemäß Jahresplanung wäre dies die Vorbereitung auf die internationale Überprüfung (NEL 2) im November gewesen. Die Realität hat uns mit der Alarmierung am 15. September 2015 zum Assistenzeinsatz Migration eingeholt.

Ich möchte Ihnen hier am Beispiel dieses Assistenzeinsatzes drei Themenbereiche darstellen die mir als Kommandant wichtig erscheinen.

Der erste Themenbereich betrifft die Vorgaben des Kommandanten. Um taktische Aufgaben umzusetzen reicht es oft nicht, nur Aufträge zu verteilen. Vielmehr müssen die Untergebenen sich auch mit dem Willen des Kommandanten identifizieren können. Das Wissen um Ziel und Zweck einer Handlung und eine verständliche Begründung tragen wesentlich dazu bei, im Sinne des Kommandanten handeln zu können. Einzelne Aktionen von Schützen vor Ort schlagen in unserer vernetzten Medienwelt sofort bis auf die strategische Ebene durch. Deshalb ist es bzw. war es bei diesem Assistenzeinsatz Migration notwendig, meine Vorgaben direkt an jeden Soldaten zu kommunizieren. Im Zuge der Dienstaufsicht/Führung und bei weiteren Kaderinformationen konnte hier angeschlossen werden. Somit ist jedem die Verantwortung, die er trägt, klar und das Bataillon kann geschlossen und einheitlich auftreten. Ein wesentlicher Bestandteil der Führung sind dabei die folgenden drei Begriffe: Dokumentation, Nachvollziehbarkeit und Transparenz (DNT). Die Dokumentation des Handelns dient zum Nachweis des Ressourcenaufwandes in zeitlicher und räumlicher Hinsicht. Die Nachvollziehbarkeit dient der Begründung und des Wissens um Ziel und Zweck von Aufträgen. Unter Transparenz verstehe ich, Untergebenen nicht nur Entscheidungen sondern auch Varianten darzustellen, um Beiträge oder Mitwirken als Mitarbeiter – als Einheit – einfordern zu können. Wenn der Verband vom Kommandanten bis zum letzten Schützen geschlossen auftritt und gemeinsam ein einheitliches Bild nach außen trägt, können auch schwierige Aufgaben oder neue Herausforderungen effizienter abgearbeitet werden.

Der zweite Themenbereich betrifft die Kaderausbildung. Das Kriterium zur Bewältigung verschiedenster Szenarien ist und bleibt der gut ausgebildete Kadersoldat. Die Hauptlast liegt beim Gruppenkommandanten und beim Zugskommandanten. Diese Ebenen müssen in der Lage sein in unterschiedlichen Szenarien oder Gefechtsbedingungen eine Ordnung und Struktur in das Handeln ihrer Soldatinnen und Soldaten zu bringen. Das heißt, das Schwergewicht in der Ausbildung im Bataillon liegt in der Gefechtstechnik auf unterer Ebene. Dabei gilt es dem Gruppenkommandanten das Handwerkszeug und die Techniken so zu vermitteln, dass er in der Lage ist, seine Gruppe zu führen und eine Aufgabe zu lösen. Beispielhaft und auszugsweise wären der Umfang und die Führungsspanne des Gruppenkommandanten wie folgt darzustellen: Gefechtsfahrzeug, Bordwaffe, Nahsicherertrupp, Maschinengewehrtrupp, Panzerabwehrrohrtrupp, Granatgewehr, Handgranaten, Richtsplitterladung, Leuchtpistole, usw. Diese Führungsspanne hat der Gruppenkommandant nicht nur im klassischen Gefecht sondern auch, im derzeit laufenden, Assistenzeinsatz Migration. Am Beispiel des Gruppenkommandanten JgB25 in Nickelsdorf im Ordnungseinsatz zur Unterstützung der Polizei, muss hier geordnet, koordiniert und zusammengearbeitet werden. Die Elemente sind diesmal: Schleusentrupp, Absperrtrupp, Kontrolltrupp, Dolmetscher vom Team Österreich, Polizisten, Taxilenker, Megaphone, Tretgitter, BOS Funkgeräte, usw. Die Aufgabe ist und bleibt eine herausfordernde und dafür müssen die Kadersoldaten gut ausgebildet und vorbereitet werden.

Der dritte Themenbereich betrifft die Vorteile des Kaderverbandes JgB25. Das JgB25 wurde in den letzten Jahren als gesamtes Bataillon gekadert aufgestellt. Die über 500 Arbeitsplätze sind zu einem sehr sehr hohen Grad besetzt – Tendenz steigend. Aufgrund der Exklusivität des Verbandes haben wir ein hohes Rekrutierungspotential, das sich nicht nur auf Kärnten beschränkt, ein Drittel der Soldatinnen und Soldaten kommen aus den anderen acht Bundesländern. Das was den Nachwuchs anspricht sind vor allem die Möglichkeiten, wie Fallschirmspringen, Luftlandeausbildung, Gebirgsausbildung, Waffenausbildungen, Schießausbildungen und dies mit Waffensystemen und Ausrüstung, die andere Verbände nicht haben.

Der Standort Khevenhüller-Kaserne am Ortsrand von Klagenfurt weist infrastrukturell alle Einrichtungen und Kriterien auf, die für ein Kaderpräsenzbataillon wünschenswert sind. Unterkünfte für zwei bis vier Soldatinnen oder Soldaten, Betreuungseinrichtung mit Küche, Sportanlage mit Fußballplatz, Laufbahn, Hindernisbahn, Kraftkammer und Beachvolleyballplatz, und eine Gefechtstrainingsanlage mit Grabenkampfsystem, Waffen- und Schießdienstbahn und Checkpoint Trainingsanlage.

Nicht zu vergessen wäre der innerhalb der Kaserne liegende Schießplatz, an dem Pistole, Sturmgewehr und Maschinengewehr geschossen werden kann. Die Khevenhüller-Kaserne liegt direkt an der Autobahnabfahrt und ist somit aus ganz Österreich leicht erreichbar. Dadurch, dass das gesamte Bataillon an einem Standort stationiert ist, ergeben sich auch Synergieeffekte bei der Ausbildung und wir können in Zeiten von Ressourcenknappheit kostengünstig und effizient ausbilden. Diese Vorteile tragen dazu bei, die Einsatzbereitschaft des JgB25 hoch zu halten.

Die Notwendigkeit eines rasch verfügbaren Verbandes war mit dem massiven Auftreten der Migrationswelle im September klar ersichtlich. Das JgB25 war nach Alarmierung innerhalb weniger Stunden Marschbereit und konnte nach einer kurzen Einweisung durch die Polizei unmittelbar ihre Einsatzaufgaben zur Unterstützung an der Grenze aufnehmen. Auf Grund dieses hohen Bereitschaftsgrades war das JgB25 sofort einsetzbar.

Die Soldaten des JgB25 sind hoch motiviert sich allen zukünftigen Einsätzen zu stellen, sind in ihrem Handwerk sehr gut ausgebildet und haben die nötige Disziplin um ihre Fähigkeiten auch nach außen tragen zu können.

Das stellen wir täglich unter Beweis – das fordern wir täglich von uns. Deshalb werden und können wir uns weiterhin den Herausforderungen stellen,

Mutig, Tapfer und Treu

Norbert Klein

Oberstleutnant des

Generalstabsdienstes

Airborne Community
Drei Verbände ein Auftrag

Der Arbeitsbegriff „Airborne Community“ entstand aus dem Interesse der drei luftbeweglichen Verbände des Bundesheeres, dem Kommando Luftunterstützung, dem Jagdkommando und dem Jägerbataillon 25, gemeinsam zu üben und sich auf luftbewegliche Einsätze vorzubereiten.

DSC_0280Alle drei Verbände übten schon seit Jahren im In- und Ausland teilweise zusammen. Als logische Fortsetzung und zukunftsorientierte  Intensivierung wurde die Airborne Community 2010 gegründet. Seitdem wird zumindest einmal jährlich in den Übungsserien Safe Return und Colibri miteinander geübt.

Die Szenarien decken von Evakuierungsoperationen bis hin zu normalen Infanterie- und Kampfaufgaben viele mögliche Einsätzaufgaben ab.

Die enge Zusammenarbeit wird vor allem auch dadurch verstärkt, dass sich die Kommandanten aller Ebenen gut kennen und somit lange Anpassungsphasen für mögliche zukünftige Einsätze entfallen. Jeder bekommt schnell und unkompliziert das, was er für seinen Teil der gemeinsamen Auftragserfüllung benötigt. Kurz gefasst: ein Maximum an Militär im Bundesheer.

Die Redaktion

heldenplatz 2015

Auch heuer, im Jubiläumsjahr „60 Jahre Bundesheer“ nahm das Jägerbataillon 25 mit über 30 Soldaten an der Leistungsschau des Bundesheeres am Heldenplatz in Wien teil.

Es wurde die dynamische Gefechtsvorführung „Häuserkampf“, sowie die Präsentation des Jägerbataillons 25 als Teil der Airborne Community zum Besten gegeben. Rekordbesuch und Rekordandrang beim Informationsstand.

Auch heuer war für uns zu spüren, dass die Airborne Community (siehe Infoblock nebenan) kein Kunstbegriff und loser Zusammenschluss dreier Verbände ist, sondern eine wirkungsorientierte Gemeinschaft, die miteinander arbeitet und lebt. Danke für die Unterstützung an das Kommando Luftunterstützung und das Jagdkommando.

Fazit: Der Informationsstand war vier Tage lang gut besucht bis gerammelt voll, cooles Event, coole Community.