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Austausch mit Frankreich

Von 6.-10.Februar hatte die Kampfunterstützungskompanie Unterstützung von drei französischen Offiziersanwärtern.

 

IMG_3549Sie nahmen an der Schießverlegung auf den Truppenübungsplatz Seetaler Alpe teil und erlebten die schweren Waffen hautnah. Der Besuch hatte das Ziel die Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen und befreundete Streitkräfte kennen zu lernen.

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Davor wurden die Kadetten bereits in die Offiziersausbildung und in andere Truppenkörper eingewiesen.
Insgesamt waren sie ca. ein Monat in Österreich.

KU-Kompanie in Allentsteig

Vom 26.September bis 7.Oktober 2016 verlegte die Kampfunterstützungskompanie (KUKp) gemeinsam mit der Stabskompanie zum letzten Mal in diesem Jahr auf den Truppenübungsplatz Allentsteig. Die Verlegung stand im Zeichen einer kompanieübergreifenden Sprengausbildung, sowie Gruppen- und Kompaniegefechtsschießen. Nach der Entladung am Montag startete am Dienstagmorgen der theoretische Teil der Sprengausbildung für beide Kompanien. Nach Aufbau und Erkundung für das folgende Gruppengefechtsschießen schlossen wir den Tag mit einer Ausbildung, getarntes Fahren bei Nacht inklusive Orientierungsaufgaben, ab.

Am Mittwoch führten beide Kompanien ein Absetzschießen im Gruppenrahmen durch. Das Highlight der ersten Woche war das Kompaniegefechtsschießen (KGS) der KUKp im Zusammenwirken aller Kampfunterstützungselemente am Donnerstag. Vor dem verdienten Wochenende wurde noch die Handgranatenwurfverpflichtung erfüllt.

Die zweite Woche begann mit einem Scharfschießen in der Grabenkampfanlage, mit Sturmgewehr und Pistole. Bei bestem Aufklärungswetter führten wir Aufklärer am Dienstag eine Gefechtsausbildung im Trupprahmen durch, bei der die Annäherung, Aufklärung und das Bekämpfen eines Prioritätsziels geübt wurden.
Der krönende Abschluss der Verlegung war das Belehrungs- und Gewöhnungssprengen am Sprengplatz Edelbach.

simulatorschiessenAusbildung beim Panzerabwehrlenkwaffen (PAL) -Zug:
Die Teams hatten im Zuge des KGS den Auftrag, Panzer auf Entfernungen bis 2000 Meter zu bekämpfen. Nach der vorgestaffelten Erkundung am Vortag und der Einweisung in die Stellungen bezogen wir unseren Verfügungsraum, dessen Standort ca. 700 Meter von der Feuerstellung entfernt war. Für den scharfen Schuss, beluden wir unsere Pinzgauer, mit jeweils zwei Lenkflugkörpern.

„PANZERALARM Panzer im Wirkungsraum erkannt“, das Schlagwort für einen sofortigen Einsatz der PAL-Trupps. Zeitgleich heulten die Motoren unserer Pinzgauer auf und wir bezogen unsere Feuerstellungen. Der monatelange Drill machte sich bezahlt. Durch eine schlagartige Feuereröffnung beider Waffen wurden die ersten zwei Ziele vernichtet. Nachdem keine weiteren Ziele im Wirkungsraum erkannt wurden, kam der Befehl zum Absetzen in den Verfügungsraum. Dieses Szenario hat jeder der Soldaten im PAL-Zug bei Tag, sowie auch bei Nacht absolviert, es war für jeden einzelnen wertvoll, Gefechtsabläufe nicht nur mit Simulator zu durchlaufen sondern auch im scharfen Schuss.

Für den PAL-Zug war es ein erfolgreiches Schießen, da uns 33 Lenkflugkörper zur Verfügung standen wovon 32 erfolgreich ins Ziel gelenkt wurden.

screenshot_20161027-003210Sprengausbildung:
Im Einsatz muss jeder Soldat in der Lage sein, Sprengladungen anzubringen und zu zünden. Im Wesentlichen handelt es sich im Bereich der Infanterie um Richtsplitterladungen zur Überwachung von Geländeabschnitten oder Türladungen für Zutrittssprengungen sowie Ladungen zum Beseitigen und Räumen von Sperren.

Insgesamt wurden 180 kg Sprengstoff auf die verschiedensten Sprengobjekte geladen. Die Bandbreite reichte von Trichterladungen, Prismaladungen, Hohlladungen, Sonderladungen bis hin zu einfachen Türladungen, wie sie bei Zutrittssprengungen verwendet werden, Richtsplitterladungen und natürlich die klassische Bohrpatrone.

Für den Fallschirmjäger ist auch diese Ausbildung unumgänglich, um am modernen Gefechtsfeld zu überleben. Am Boden beginnt der eigentliche Kampf und der endet schnell wenn man nicht mehr vorankommt.

img_9684Der Granatwerferzug (GrW-Zg) schulte in den ersten Tagen die neuen Soldaten in den Abläufen innerhalb der jeweiligen Trupps. Neben der Ausbildung im Motmarsch und Stellungsbezug/Stellungswechsel übten wir das präzise Unterstützungsfeuer im scharfen Schuss. Am Donnerstag der ersten Woche konnten die „neuen“ Soldaten des GrW-Zg sich das erste Mal im scharfen Schuss beweisen, und zwar gleich mit einer Lage, bei der wir den Aufklärungszug und den schweren Scharfschützenzug sowie eine fiktive Jägerkompanie unterstützen durften. Es wurde sofort mit einem Wirkungsfeuer begonnen und die Abweichungen während des Feuers korrigiert – vermutlich wird’s im Einsatz nicht anders sein.

Das Wetter der zweiten Woche bot einige Überraschungen durch den aufgeweichten Boden. Nichts desto trotz wurde am Dienstag der zweiten Woche die Gefechtsbereitschaft hergestellt und die erste Feuerstellung bezogen. Gleich darauf Herauslösen und Bezug der nächsten Feuerstellung.

Beim anschließenden Gruppenfeuer mit sechs Granaten pro Rohr störte dann ein Zwischenfall, der zeigt, dass wir das Verhalten bei Hemmungen nicht umsonst üben. Es gab bei zwei Werfern einen Verpuffer, die Granaten schlugen dadurch nur hundert Meter vor uns im Boden ein. Nach Ursachenforschung und Suche nach diesen Granaten wechselten wir die Teilladungen und feuerten ohne weitere Zwischenfälle aus allen Rohren. Die „Heilige Barbara“ hat uns wissen lassen, dass es Schießen gibt, bei denen die Flexibilität des Zuges gefragt ist, und das ist auch gut so.

Insgesamt aus Sicht der KUKp zwei gute, lehrreiche Wochen

Soldaten der KUKp

GLE 2016

Nach der 38. Kalenderwoche, welche vom Wissenstransfer geprägt war, stand die 42. Kalenderwoche ganz im Zeichen der GLE. Aufgrund des Alleinstellungsmerkmales, des einzigen Luftlandeverbandes im ÖBH, ist es gemäß den Durchführungsbestimmungen der Basisausbildung (DBBA 2014) unsere Pflicht, die erforderlichen Sicherheitsbestimmungen in der Zusammenarbeit mit Luftfahrzeugen zu kennen und einzuhalten, sowie das Be- und Entladeverfahren zu beherrschen. Das JgB25 (KPE) wäre jedoch nicht das JgB25 (KPE), wenn es sich mit der Pflicht begnügen würde. So pushte uns unser Bataillonskommandant letztendlich zu einer Verbandsübung im freien Gelände mit einer integrierten GLE und einer Abschlussparade in Friesach. 

gle_gefechtSo ganz nebenbei wurden auch noch ein Medientag organisiert, der Assistenzeinsatz in Wien sowie das „Angehen“, eine Öffentlichkeitsveranstaltung im Rosental, unterstützt und selbstverständlich der Dienstbetrieb mit sämtlichen gelben Fähnchen des ELAK (Elektronischer Akt) und allen damit zusätzlichen verbundenen Aufgaben bewältigt. Zu erwähnen wären noch die gleichzeitig stattgefundenen Vorbereitungen für den Nationalfeiertag in Wien und Salzburg sowie die Organisation der Zusammenführung und Verlegung der 2/25 (KPE) mit den restlichen Teilen des AUTCON19/ORF (Österreichisches Kontingent für Operational and Strategic Reserve Forces der NATO am Balkan).

Es kann also festgehalten werden, dass sowohl die Motivation als auch die Auslastung des JgB25 (KPE) sehr hoch sind.

Anstatt wie gewohnt den Verfügungsraum zu erreichen und dann mit der Übung zu beginnen, wählten wir einen fordernden Start. Das gesamte JgB25 (KPE) verlegte taktisch in den Verfügungsraum. Beginnend mit dem Aufklärungszug, über die gehärtete Spitzenkompanie (PANDUR), gefolgt von der Masse des Bataillons, bis hin zur kompaniestarken Nachhut.

Damit auch jeder wusste, dass die Übung begonnen hatte, wurden auch schon die ersten Einlagen eingespielt. Abgesehen vom befohlenen technischen Halt und simulierten Fahrzeugausfällen kam es auch schon zum ersten Feuergefecht mit der Konfliktpartei.

Nach dem Gewinnen des Verfügungsraumes, gab es eine kurze Koordinierung mit den in der Zwischenzeit angelandeten Piloten, bevor dann die GLE mit einer praktischen Einweisung an den Luftfahrzeugen (LFz), gefolgt vom Zonenhopping begann. Parallel zur Ausbildung wurden mit geringen Kräften auch die Dreharbeiten für ein Werbevideo am Dobratsch durchgeführt. Den Abschluss des dichten Programms des ersten Tages, bildete die Befehlsausgabe an die Zugskommandanten für den Folgetag.

Am Dienstag standen nämlich genau diese im Mittelpunkt. So durfte jeder Jägerzug des JgB25(KPE) einen Angriff nach Bereitstellung und einen Angriff aus der Bewegung im freien Gelände üben. Fordert ein normaler Angriff schon genügend Führungsleistung von den Kommandanten, so wurde unseren Zugskommandanten noch weit mehr abverlangt.

gle_landung-1Nach einer Anlandung im Lufttransport und der entsprechenden Reorganisation galt es, mit den bereits am Vortag angesetzten Aufklärungsteilen Verbindung aufzunehmen (nur bei Angriff nach Bereitstellung) und in weiterer Folge mit Steilfeuer- und CCA-Unterstützung (Close Combat Attack) schwache Feindteile zu vernichten.

Weiters standen den Zugskommandanten für ihre Angriffe eine AB212 und eine Alouette3 mit Winde für die Sanitätsversorgung zur Verfügung. All diese Mittel in Verbindung mit dem Jägerzug zu führen und zu synchronisieren stellt mit Sicherheit eine große Herausforderung dar, welche wir bewusst herbeiführten und unsere Zugskommandanten auch mit Bravour meisterten. Nichts desto trotz muss aber auch festgehalten werden, dass es im Bereich der Gefechtstechnik Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Am Mittwochvormittag wurden durch die Stabs- und Kampfunterstützungskompanie noch Außenlasten geübt, bevor es zum Höhepunkt der Woche, dem Bataillonsangriff, kam. Der Bataillonsangriff wurde von zahlreichen Medienvertretern nach einer Einweisung durch den Bataillonskommandanten im Gelände genau verfolgt. Ebenso kam auch der stellvertretende Brigadekommandant zur Dienstaufsicht. Der Aufklärungszug befand sich wiederum bereits seit dem Vortag im Gelände und meldete die Aufklärung eines feindlichen Ausbildungslagers. Eine Kompanie verlegte im Lufttransport, während sich die anderen Teile im Landmarsch in Bewegung setzten. Wie bereits am Dienstag auch, standen Steilfeuer- und CCA-Unterstützung wieder zur Verfügung. Neben der Angriffsführung selbst, mit dem Schwergewicht der Führung der Kampfkompanien und der Synchronisation von Feuer und Bewegung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln (Steilfeuer, CCA, Pandur..), lag das Hauptaugenmerk auf der Sanitätsversorgung. Es wurden bewusst viele Verwundete und Gefallene eingespielt, um hier die Abläufe im Bataillon auf den Prüfstand zu stellen. Dem jedoch nicht genug, mussten parallel zum Abtransport der Verwundeten im Luft- und Landmarsch auch Gefangenentransporte durchgeführt werden sowie bewegliche Versorgungspakete koordiniert, der Abschub von Schadgerät organisiert und Munitionspakete nachgeflogen werden. Es muss festgehalten werden, dass die Grundabläufe und Motivation mit Sicherheit stimmen, es aber auch Bereiche und Abläufe gibt, die optimiert werden können.

Am Donnerstagvormittag übten wir nochmals im Zugsrahmen und versuchten unsere Erfahrungsgewinne bereits einfließen zu lassen und das zu verbessern, was in dieser Woche nicht zu unserer Zufriedenheit funktionierte.

Die noch verbliebenen Stunden bis zum Vorbeimarsch in Friesach wurden zum Umgruppieren und Vorbereiten desselben genutzt. Hier zeigte sich einmal mehr die Professionalität unseres Bataillons. Ohne ein einziges Vorüben, sondern nur mit einer gediegenen Vorbereitung, einer schlanken Befehlsausgabe und der Eigeninitiative der Kompanien gelang es uns, einen sehenswerten und trotz Schlechtwetters gut besuchten Vorbeimarsch durchzuführen.

 

Eine kleine Selbstbelohnung für die Strapazen war der Kameradschaftsabend. Parallel zum Vorbeimarsch wurde dieser durch Teile des Bataillons vorbereitet. Er galt jedoch nicht nur uns, sondern auch all jenen, die diese Übung unterstützt haben und ohne die, diese Übung nicht möglich gewesen wäre. So bedankte sich das Bataillon stellvertretend für die entgegengebrachte Unterstützung aller, bei den Bürgermeistern, Grundstücks- und Unterkunftsbesitzern, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Flughafen Hirt. Ich möchte mich hier nochmals im Namen des gesamten Bataillons bei nachstehend angeführten Kameraden bedanken und hoffe, dass ich niemanden vergessen habe:

Pionierbataillon 1

Luftfahrzeugbesatzungen

Führungsunterstützungbataillon 1

Stabsbataillon 7

Militärstreife

Vielen Dank, ohne euch wäre eine Übung in diesem Umfang nicht möglich gewesen.

Es sei mir an dieser Stelle erlaubt, auch unserem Bataillon (mit allen Angehörigen) ein Riesenkompliment auszusprechen. Trotz permanenter und hoher Belastung wird mit einer derartigen Motivation ans Werk gegangen und Leistungen erbracht, die erst einmal nachgemacht werden müssen.

Der Planungsoffizier

Die 7. Jägerbrigade informiert.

Geschätzte Leser der Website,

Angehörige des Jägerbataillons 25

woergoetterAm Beginn stelle ich als Ihr Brigadekommandant fest, dass Ihr aller Engagement und Ihre positive Herangehensweise und Annahme von Herausforderungen vorbildlich ist, vor allem seit den besonderen zusätzlichen Erfordernissen ab September 2015! Sie haben die Aufträge in erster Linie zum Schutz und zum Wohl unseres Volkes und unserer Heimat erfüllt! Respekt und Anerkennung im Namen des Dienstes als Ihr Brigadekommandant; und ein Dank von mir persönlich als Jürgen Wörgötter und Bürger in Uniform.

Am 22. Juni 2016 wurden die Kommandanten der Truppe nach Wien gerufen um die Ergebnisse zur Neuausrichtung des Militärs offiziell zu erfahren. Der Grundtenor ist sehr positiv – es geht wieder bergauf – es gibt genug zu tun!!

Lage im Großen:

An dieser Stelle muss ganz klar gesagt werden, dass die äußeren Umstände, welche zu dieser Trendwende führten, alles andere als erfreulich sind. Krisenraum Ukraine, neue Spannungen um das Baltikum, der als Pulverfass zu bezeichnende mittlere und nahe Osten, unkontrollierte Entwicklung von vielen Regionen als Brutstätten des Terrors, instabile Lagen an der afrikanischen Gegenküste des Mittelmeers, zu erwartende große Flüchtlingsbewegungen aus dem Raum jenseits der Sahara, um nur eine Auswahl an Beispielen zu treffen – alles Räume direkt angrenzend oder an der Peripherie Europas! Und nicht zuletzt die gesamtheitlichen Herausforderungen um die Flüchtlingsbewegungen und die zunehmende Anzahl an Terrorakten mitten in Europa! Die Auswirkungen von alldem sind auch im Herzen Europas mehr spürbar als je zuvor. Sicherheit ist nicht geschenkt! Sicherheit ist das Basisbedürfnis von uns allen! Sicherheit zum Spartarif ergibt nicht die geforderte Wirkung! Sicherheit ist sehr wertvoll! Ja, es gibt wirklich viel zu tun!!

Lage der Streitkräfte:

Wir werden wieder stärker! Kasernen bleiben, neue Verbände entstehen, Modernisierung und Neubeschaffungen sind angekündigt, Infrastruktur wird verbessert, Personal wächst auf, Kaderpräsenzeinheiten (KPE) innerhalb der Landstreitkräfte werden auf 4.500 verdoppelt. Besoldung für den jungen Kadermann wird aufgestockt! Ich orte bei meinen Dienstaufsichten ein gutes Maß an Aufbruchsstimmung bei meinen Mannschaften und in der Bevölkerung. Allein schon der Umstand, dass die für die Auftragserfüllung nötigen Mehrdienstleistungen finanziell abgegolten werden und die Übungstätigkeiten zunehmen können darf als erstes Zeichen des positiven Trends gewertet werden! Ich will an dieser Stelle aber besonders darauf hinweisen, dass wir uns ein wenig Zeit geben müssen um den Umkehrschwung tatsächlich umzusetzen und die Auswirkungen am Kasernenhof zu sehen. Ich möchte etwas Geduld einmahnen! Modernisierung und Neubeschaffung geht nicht von heute auf morgen. Aber eines ist heute schon klar absehbar. Mehr CRC-Ausrüstung, Stich- und Splitterschutzwesten, Helme, mehr geschützte Fahrzeuge, mehr Gruppenfahrzeuge, mehr Mannschaftstransporter, Spezialfahrzeuge, Drohnen, Radar, Pionier- und ABC-Ausrüstung und anderes mehr ist in Planung und teilweise schon in Beschaffung! Ich werde bei meinen nächsten „Stunden Brigadekommandant“ im Herbst 2016 bei den Verbänden dazu im Detail informieren.

Erfolgskriterium Nummer Eins ist aus meiner Sicht die notwendige Aufbringung des Nachwuchses und der Kaderaufwuchs. Hier wird es messbar sein ,ob wir Erfolg haben. Daher haben alle Fördermaßnahmen zum Aufwuchs des Personals klare Priorität!! Aus Sicht der 7.JgBrig hätte dabei der Nachwuchs zum Unteroffizier und der Nachwuchs  als Militärvertragsbediensteter (MVB) – Soldat als KPE denselben Stellenwert.

Lage bei der 7. Jägerbrigade:

Die 7.JgBrig wird spezialisiert, als „leichte Brigade“ bezeichnet und steht gemeinsam mit dem Kommando Schnelle Einsätze (KSE) in Mautern im Fokus der Weiterentwicklung. Die Begrifflichkeit „Leicht“ darf dabei nicht falsch verstanden werden! Leicht bedeutet leicht gepanzert und luftbeweglich, also vom Wesen her ausreichend geschützt, flexibel und bei Bedarf schnell wirksam. Die Veränderungen im Führungsbereich der 7.JgBrig im Süden Österreichs sind zweigeteilt. In Kärnten wird zunächst das Jägerbataillon 26 (JgB26) in das Militärkommando Kärnten (MilKdoK) integriert; mittelfristig besteht die Absicht das neue Jägerbataillon 7 (JgB7) aufzustellen, um danach das JgB26 wieder an das Kommando Gebirgskampf (vormals 6.JgBrig) zurück zu unterstellen. Die Aufstellung des JgB7 ist zwar durch das MilKdoK zu erfüllen, wird aber stark durch die 7.JgBrig zu unterstützen sein. In der Steiermark wird das Jägerbataillon 18 aus St. Michael in absehbarer Zeit, spätestens wohl mit 1. Jänner 2017, aus der 7.JgBrig herausgelöst und dem Militärkommando Steiermark unterstellt; trotzdem wird sich der Personalstand der Brigade leicht erhöhen, da wir in der Binnenstruktur der Verbände einen massiven Zuwachs an – vor allem – Kaderpräsenzeinheiten (KPE) erfahren werden. Der Anteil an KPE wird sich vor allem im südsteirischen Raum – von Straß über Feldbach bis Güssing)- mehr als verdreifachen.

Die Aufträge an die 7.JgBrig sind noch nicht klar ausdefiniert, ich sehe in Zukunft aber folgende 3 Kernaufgaben für uns:

1. Aufbau der Bataillonskampfgruppe (BKG), gehärtet bzw. luftbeweglich, für eine Stabilisierungsoperation in einem Auslandsszenario mittlerer Intensität,

2. Beitrag für die Sicherstellung vor allem der reaktiven Terrorbewältigung im In- und Ausland, dabei in enger Zusammenarbeit mit dem KSE,

3. Beitragsleistung zur Sicherheitspolizeilichen Assistenz sowie zur Katastrophenbewältigung in Anlassfällen wie bisher.

Vor allem Aufgabe 1 und 2 bedeuten einen notwendigen Zuwachs von militärisch-technischen Fähigkeiten und letztlich auch die geistige Fähigkeit die „Landesverteidigung innerhalb der eigenen Landesgrenzen“ neu zu denken, diese zu verstehen, dabei klar zu definieren und die Notwendigkeiten daraus abzuleiten.

Die 7.JgBrig wird dabei die Basisfähigkeiten der Gefechtstechniken und der Terrorbewältigung (= Consequence Management) weiterentwickeln und stabilisieren und die taktischen Fähigkeiten zur Führung von robusten Einsätzen im Sinne des Kampfes der verbundenen Waffen und des „shapings the battlefield – vor Waffengebrauch“  schärfen!

Die beiden Hauptsäulen der Entwicklung dabei sind das Jägerbataillon 17 (JgB17, Straß) und das Jägerbataillon 25 (JgB25, Klagenfurt). Das Stabsbataillon 7 (StbB7, Klagenfurt), das Pionierbataillon 1 (PiB1, Villach) und das Aufklärungs- und Artilleriebataillon7 (AAB7, Feldbach) werden mit den jeweiligen Fachfähigkeiten der Führung, der Logistik und der Kampfunterstützung ergänzen und unterstützen.

Ableitungen für das StbB7:

Das StbB7 wird einen Teil abgeben, die Miliz weiter aufbauen, mit KPE verstärkt, Teil der EUBG bleiben, den Standort Bleiburg weiter betreiben und wird wesentliche Elemente der Einsatzunterstützung für die BKG der 7.JgBrig bereitstellen. Die Werkstattkompanie wird an das HLoGZ Klagenfurt abgeben, wobei noch in Beurteilung steht, welche Elemente aus dieser Kompanie zur Eigeninstandsetzung doch im StbB7 verbleiben und in die Stabskompanie integriert werden. Die Lehrkompanie wird weiterhin in Bleiburg die nunmehr beschlossene Kaderanwärterausbildung Neu ab Herbst 2016 durchführen. Die Nachschubs-Transport-Kompanie wird weiterhin Träger der EUBG sein und den KPE-Stand erhöhen, die ABC-Abwehrkompanie, ebenfalls im KPE-Status, die bisherigen Aufgaben weiter wahrnehmen.  Stabskompanie und Führungsunterstützungskompanie werden neben den bataillonsinternen Aufgaben vor allem die Entwicklung des Gefechtsstandkonzeptes für die BKG unterstützen.

Ableitungen für das JgB17:

Das JgB17 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die gehärtete BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert, auch wenn in weiterer Folge das System Pandur mit dem JgB19 aus Güssing zu teilen ist. Das JgB17 wird einen ordentlichen Zuwachs an KPE erfahren; neben der seit 1. Juli begonnenen Aufstellung eines weiteren JgZg sollen ab 2017 Elemente der Kampfunterstützung, also Scharfschützen, Panzerabwehrlenkwaffen und schwere Granatwerfer ebenfalls in den KPE-Status wechseln, langfristig steht damit die Aufstellung einer weiteren KPE-Kp im Raum. Der Aufbau der Miliz geht bis auf weiteres in der geplanten Art weiter und die räumliche Nähe zur Südgrenze bringt den Umstand, dass der Standort Straß noch länger als Basis für den AssE/hsF wird dienen müssen. Die OrgPläne für die Infanterie sind noch in Bearbeitung, sollen aber mit Jahreswechsel verfügbar werden und orientieren sich an dem Modell JgB25.

Ableitungen für das JgB18:

Das JgB18 ist der Hauptträger der Milizkomponente in der Steiermark und ist innerhalb der 7.JgBrig am intensivsten von der Umstrukturierung betroffen, weil der Abgang von der 7.JgBrig und die Unterstellung zum MilKdoST beschlossen ist und die Umsetzung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit 1. Jänner 2017 abgeschlossen sein soll. Die tatsächlich spürbaren Änderungen für den Verband werden aber eher gering sein. KPE wird im Raum verbleiben und auch die waffengattungsspezifische Ausbildung im urbanen Raum und im (Mittel)Gebirge bleibt erhalten, sodass die militärischen Fähigkeiten als Arbeitgeber in der Obersteiermark attraktiv bleiben und ein Mitüben bei der 7.JgBrig im Rahmen von größeren Übungsvorhaben, natürlich in enger Abstimmung mit dem MilKdoST, weiterhin möglich ist. Der OrgPlan verbleibt in der Kp-Struktur unverändert mit 3 Jägerkompanien, die schweren Systeme und die Aufklärung verbleibt in der Stabskompanie. Die Festlegung der detaillierten Binnenstruktur erfolgt nun im Herbst, die Anzahl der Arbeitsplätze bleibt in etwa gleich bzw. könnte sich geringfügig sogar erhöhen. Die Hauptaufgabe des JgB18 dürfte, ohne dem neuen führenden Kommando vorgreifen zu wollen, in der Entwicklung der Fähigkeiten im Consequence Management liegen, zur Abwehr von Terrorbedrohungen, auch im Rahmen der Miliz.

Ableitungen für das JgB25:

Das JgB25 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die Elemente der luftbeweglichen BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert! Die Zusammenarbeit mit dem Jagdkommando und dem Kommando Luftunterstützung werden dabei wieder mehr in den Focus zu nehmen sein. Die „Airborne Community“ ist wieder zu intensivieren! Neben der Luftlandefähigkeit sind auch die Fähigkeiten für die gehärtete BKG – in enger Zusammenarbeit mit dem JgB17 – weiterzuentwickeln, nicht zuletzt aufgrund der ORF-Verantwortung 2017/18. Langfristig wird das JgB25 auch den KPE-Status als vermindertes Bataillon gewährleisten können; vermindert dabei bedeutet, dass nach Erfüllung des ORF-Auftrages mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine JgKp vom KPE-Status in eine Rahmeneinheit übergeführt werden dürfte. Ziel muss es dann sein, mit Kdo- und StbKp, einer InfKp und einer KUKp den KPE-Level selbständig bei rund um 85 % oder höher zu halten. Die Unterstellung weiterer Manöverelemente (KPE) wird anlassbezogen durch die Brigade sichergestellt.

Ableitungen für das PiB1:

Das PiB1 wird in weiterer Folge den bereits bekannten OrgPlan einnehmen können. Die besondere Herausforderung mittelfristig wird es sein, den Anteil an KPE auf bis zu Kompaniestärke zu erhöhen. Im Jahr 2017 ist es vorgesehen, neben den bereits vorhandenen Elementen KMA(KPE) ein KpKdo(KPE) und einen weiteren PiZg(KPE) aufzustellen. Das PiB1 hat einen erfolgreichen Weg zur Erhöhung der Fähigkeiten zur Kampfunterstützung eingeschlagen – dieser Weg wird durch die Brigade voll inhaltlich bestätigt und ist weiter zu beschreiten. Dabei kommt es darauf an, das Schwergewicht auf jene Fähigkeiten zu legen, welche im Rahmen der BKG eine besondere Bedeutung haben. Nicht zuletzt soll an dieser Stelle die Situation zur Infrastruktur angesprochen werden. Es gibt Bestrebungen und Gedanken, nachhaltige Verbesserungen für den Standort der Pioniere in Villach zu erwirken. Der massive Zulauf an Gerät, der geplante Aufwuchs mit KPE und der Bedarf zur Modernisierung machen eine Investition in die Infrastruktur zwingend notwendig. Wir, die Pioniere und die Brigade haben dabei die Aufgabe, mögliche Planungen der vorgesetzten Dienststellen mit nüchterner Sachkenntnis zu unterstützen.

Ableitungen für das AAB7:

Das AAB7 wird sich in Zukunft besonderen positiven Herausforderungen gegenüber sehen. Mit Priorität 1 geht es um den Aufbau und die Etablierung von ersten Elementen der KPE in Feldbach. Ab 1. Jänner 2017 soll mit dem Aufbau gestartet werden, voraussichtlich mit einem Kompaniekommando (KpKdo) und einem Aufklärungszug. Langfristig wäre eine gesamte Aufklärungskompanie (KPE) vorgesehen. Das AAB7 wird für die Brigade jenen Teil der BKG beistellen, die vor allem Aufklärung, Feuerleitung und Artillerie betreffen. Die größte Herausforderung stellt aus heutiger Sicht die infrastrukturelle Entwicklung dar. Nach derzeitigem Planungsstand wird das Bataillon in Zukunft aus 4 Kompanien bestehen, einer Stabskompanie, 2 Aufklärungskompanien und einer Artilleriebatterie. Um allen Elementen Platz zu bieten, gibt es bei den vorgesetzten Dienststellen die Planungen, ein weiteres Unterkunftsgebäude – als Ersatz für Fehring – in Feldbach errichten zu lassen. Diese Planungen sind durch die Sachkenntnis vor Ort zu unterstützen.

Die Aufgaben für die 7.JgBrig und ihre unterstellten Verbände sind herausfordernd. Nehmen wir diese an und haben Erfolg!

Wir sind beinahe dazu gezwungen, Vielseitig und Selbstbewusst – Gemeinsam zum Erfolg; oder anders ausgedrückt –

EINSATZBEREIT

JEDERZEIT

WELTWEIT!

Kampf im urbanen Gelände

Korporal Wieser, von der 2.Kompanie des Jägerbataillons 25, gibt uns heute einen kleinen Einblick in die Ausbildungspraxis für den „Kampf im urbanen Umfeld“. 

crc_glainach-6Ich hatte bereits einmal eine Ausbildung für den Ortskampf, jedoch bin ich mit viel Motivation und Freude in der Ortskampfanlage „Angererdorf“ bei Glainach angekommen.

Beim ersten Ausbildungsabschnitt erlernten wir das “Eckenschneiden” und “Vorpreschen”.
img_9374Ecken sind grundsätzlich Gefahrenstellen. Eine Möglichkeit, Ecken zu passieren, ist das “Schneiden” der Ecke. Hier wird die Ecke langsam überwunden und möglichst wenig vom eigenen Körper preisgegeben. Beim “Vorpreschen” erscheint der Schütze plötzlich und befindet sich bereits beim Erscheinen im Anschlag. Diese Technik wird allgemein auch als “Hüftknick” bezeichnet und ist schneller als das “Eckenschneiden”. Hier gelten die infanteristischen Grundsätze “viel sehen und nicht gesehen werden”

Erst wenn hier jeder Handgriff sitzt, wird weitergemacht.

img_0106Danach folgte der Ausbildungsabschnitt in dem wir die Stiegentechnik erlernten. Dabei arbeitet man sich raupenartig unter Absicherung aller Gefahrenstellen (Türen, Fenster, nächstes Stockwerk) vor.

Das Eindringen in ein Haus mittels verschiedener Hilfsmittel (Leiter, Brett, Muskelkraft) war als nächstes am Programm. Dabei geht als erstes ein Sicherungstrupp nach vorne und sichert dabei alle Gefahrenstellen ab. Der “Breacher” – jener Schütze, der für die Vorbereitung der Eindringstelle vorgesehen ist – geht vor und öffnet die Türe oder bringt die Leiter in Stellung.

Wenn diese Gruppe die Stellung bezogen hat und die Eindringstelle passierbar gemacht wurde, macht sich der Eindringtrupp auf den Weg und nimmt den Raum.

img_9405Im Anschluss an das Eindringen übten wir das richtige Überwinden von Kreuzungen und das Bewegen auf Straßen. Da wir natürlich nicht nur bei Tag eingesetzt werden und es in Gebäuden oft dunkel sein kann, trainierten wir das Vorgehen in Räumen noch in einem dafür verdunkelten Gebäude.

Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Eindringen in einen Raum. Dabei stellen sich drei Schützen auf einer Seite der Tür auf und der Breacher auf der anderen. Der Breacher öffnet die Türe, dabei stehen ihm verschiedene Mittel zur Verfügung: Ramme, Hammer, Pumpgun und sogar ein Sprengsatz gehören zu den Hilfsmitteln, die hier angewandt werden.

img_0241Hat der Breacher die Türe erstmal geöffnet, dringen die drei Schützen auf eine fix vorgegebene Weise in den Raum ein. Einer sichert die linke Seite, der Zweite die Rechte und der Dritte versichert sich, in dem er sich mit dem Blick zur Decke im Kreis dreht, dass sich keine Sprengsätze im Raum befinden und im sichttoten Raum hinter der Türe kein feindlicher Schütze wartet.

Am Ende des Tages übten wir die verschiedenen Techniken im Ganzen. Dabei drangen wir mittels Sicherung und Eindringtupp in die Gebäude ein,  nahmen das Erdgeschoss Raum für Raum, arbeiteten uns mittels Stiegentechnik über das Stiegenhaus in den ersten Stock vor und nahmen auch dieses und den Dachboden. In einem Raum befand sich ein feindlicher Schütze, den wir stellten und durchsuchten.

Am zweiten Ausbildungstag setzten wir das Gelernte in einer Kampfbahn, die sich quer durch die Gebäude der Ortskampfanlage “Angererdorf” in Glainach zog, um. Gebäude für Gebäude musste auf diese Art genommen werden, die wir am Vortag erlernten. Es waren verschiedene Hindernisse zu überwinden, wir benutzten Rauchkörper beim Übersetzen. In der gesamten Anlage waren Ziele aufgebaut, die wir bekämpfen mussten. Zum Abschluss übten wir das Bergen eines verletzten Kameraden durch ein Tunnelsystem.

Im Großen und Ganzen war die Ausbildung hoch interessant, fordernd und lehrreich.

Korporal   Wieser

JgB25 in der Zukunft

 

Was wird 2017 bringen?

Nach einer sehr turbulenten ersten Jahreshälfte 2016, getrieben durch die sicherheitspolitische Lage in Europa und die daraus resultierenden Einsatzaufgaben, und einem Urlaubsblock im August, der allen Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons sehr gut getan hat, befinden wir uns in der Ausbildung mit dem Schwergewicht Taktik und Gefechtstechnik. Nach mittlerweile fast einem Jahr sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz Migration für hilfs- und schutzbedürftige Fremde (sipolAssE Migration/hsF) trat ein know how Verlust in Bereich luftbeweglichen Einsätze und in allen Belangen der Gefechtstechnik ein. Um diese Lücke wieder einigermaßen zu schließen werden, soweit nicht weitere Einsätze angeordnet werden, werden in den Monaten September bis Dezember 2016 diverse zielgerichtete Ausbildungsabschnitte durchgeführt. Im September nehmen wir mit dem Bataillonsstab und den Kompaniekommanden an der Führungsausbildung der 7.Jägerbrigade teil. Ebenfalls in diesem Monat verlegt die Stabskompanie und die Kampfunterstützungskompanie zu einer Schieß- und Gefechtsausbildung auf den Truppenübungsplatz Allentsteig.fasch-1-1

Im Oktober wird ein Fallschirmspringergrundausbildungskurs für ca. 25 Angehörige des Bataillons beim Jagdkommando in Wiener Neustadt und die Grund-/Gefechtsausbildung für luftbewegliche Einsätze im Raum Hirt für das gesamte Bataillon durchgeführt. Der November und Dezember wird für die Gefechtsausbildung auf den Ebenen Zug und Kompanie verwendet werden. Nebenbei befinden sich 18 Soldatinnen und Soldaten von Mitte September bis Mitte Dezember zur Bewachung von diplomatischen Vertretungen in Wien.

 

2017

img_7201Das Jahr 2017 steht im Zeichen der „Operational Respose Force“ (ORF) für den Raum Balkan, kurz bezeichnet als AUTCON ORF 20 (ÖBH interne Bezeichnung). Weiters ist auch eine NATO Evaluierung Level 2 für das gesamte Bataillon vorgesehen, da wir in den „Pool of Forces“ der NATO als motorisiertes Infanteriebatiallon eingemeldet sind und diese Evaluierung verpflichtend ist.

Was ist dieses ORF:

Die österreichische Regierung hat sich dazu entschlossen von Anfang Juli 2017 bis Ende Juni 2018 die die Führung der ORF – Bataillons zu übernehmen. Innerhalb der Struktur wurde diese Aufgabe dem Jägerbataillon 25 zugeordnet. Das ORF – Bataillon besteht aus einem Bataillonskommando, einer Stabskompanie und drei Infanteriekompanien. Die gesamte Stärke beträgt ca. 660 Personen. Innerhalb des Bataillons gibt es auch einen deutschen Anteil im Bataillonskommando und in der Stabskompanie. Weiters wird eine Infanteriekompanie durch Deutschland gestellt. Das ORF – Bataillon ist eine Reservekraft der NATO und für Einsätze bei krisenhaften Entwicklungen im Kosovo vorgesehen. Ab der Alarmierung müssen die Kräfte innerhalb von 7 Tagen im Einsatzraum Kosovo einsatzbereit sein. Um diese sehr kurz bemessene Zeitvorgabe zu schaffen muss die Ausbildung bis Ende Juni 2017 abgeschlossen und die Masse des Gerätes im Einsatzland ausgelagert sein. Wir reden hier von ca. 200 Fahrzeugen des österreichischen Bundesheeres und der deutschen Bundeswehr, von handelsüblichen Fahrzeugen bis hin zu geschützten Fahrzeugen. Ab Jänner 2017 wird diese herausfordernde Aufgabe das Schwergewicht des Jägerbataillons sein.

Im Jänner 2017 ist der Gerätezulauf zum Jägerbataillon 25 geplant.

Der Monat Feber ist geprägt durch die Ausbildung am deutschen Gerät, Kampfmittelabwehrausbildung und der erweiterten Selbst- und Kameradenhilfe.

Im März werden die Themen Gefechtstechnik der Ebenen Zug und Kompanie sowie die taktische Truppenausbildung Bataillon durchgeführt.

Die Führungssimulatorausbildung im April, gemeinsam mit dem deutschen Anteil, bildet den Abschluss in Österreich.

Am Gefechtsübungszentrum Altmark in Deutschland wird im Mai die ORF – Zertifizierung und die NATO Evaluierung Level 2 mit einer gesamten Stärke des Bataillons von ca. 850 Personen, durch das Kommando der 7. Jägerbrigade durchgeführt.

Nach dem Abschluss der Ausbildung wird das notwendige Gerät in den Kosovo ausgelagert und das Bataillon hält sich dann für einen etwaigen Einsatz bereit.

Die zweite Jahreshälfte 2017 ist dann geprägt durch Ausbildungsverlegungen auf den Truppenübungsplatz Allentsteig und Seetaler Alpe, Fortbildungen im Bereich luftbewegliche Einsätze, Übung im Rahmen der „Air borne Comunity“ (Kommando Luftunterstützung und Jagdkommando), Fallschirmspringergrundausbildung, Übungen und möglicherweise Einsätze die sich jetzt schon abzeichnen aber noch nicht definiert sind.

Also zusammenfassend – langweilig wird uns sicher nicht, die Auftragsbücher sind voll – ein deutlich positiver „drive“ ist im gesamten ÖBH spürbar – ein Fähigkeitenaufbau im Bereich luftbewegliche Einsätze zeichnet sich ab – das Bataillon wird alle gestellten und anstehenden Aufträge erfüllen – gemäß unserem Leitspruch „Mutig, Tapfer und Treu“ blicken wir zuversichtlich in unsere gemeinsame Zukunft.

 

Der Bataillonskommandant

 

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Alexander Raszer, MA ist der Kommandant des Jägerbataillons 25

Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 25,

werte Lesergemeinde

Mit Wirkung vom 1. April dieses Jahres, wurde ich zum Kommandanten des Jägerbataillons 25 bestellt. Am 25. Mai durfte ich offiziell, im Beisein des Herrn Bundesministers für Landesverteidigung und Sport und weiterer Festgäste, im Rahmen eines Festaktes das Kommando über das Bataillon übernehmen.

Ich möchte mich bei allen mit der Entscheidungsfindung befassten Vorgesetzten, für das Vertrauen in meine Person, recht herzlich bedanken. Weiters bedanke ich mich auch bei meinen Unterstützern und Wegbegleitern, die mich während meiner gesamten militärischen Laufbahn, zum Erreichen dieser Funktion, gefördert und geleitet haben.

Das Jägerbataillon 25 ist, als luftbeweglicher kleiner Verband, welcher zur Gänze aus Berufssoldatinnen und Berufssoldaten besteht, ein Verband mit speziellen Fähigkeiten. Dieser Verband ist dazu befähigt, seine Schlagkraft nach Luftlandung, nach Fallschirmabsprung oder auch im Gebirge zum Einsatz zu bringen.

Wir sind es gewohnt, nach Alarmierung, innerhalb kürzester Zeit in einem Einsatz zu stehen. Diese Flexibilität haben wir schon oft unter Beweis stellen können, zuletzt im sicherheitspolizeilichen Assistenzeinsatz Migration für hilfs- und schutzbedürftige Fremde.

Ich durfte mit diesem einzigartigen Bataillon viele Jahre, in verschiedensten Funktionen, durchleben. Darunter fielen mehrere Auslandseinsätze in Afghanistan und Kosovo, aber auch Einsätze im Inland. Während diesen Einsätzen wurde mir die Flexibilität, die Professionalität, die Selbstdisziplin und das zielorientierte Handeln, jeder und jedes einzelnen, erst richtig bewusst.

Die Soldatinnen und Soldaten unseres Bataillons sollten sich stets vergegenwärtigen, dass ein Verband nur funktioniert, wenn alle seine Angehörigen, unabhängig ihrer Funktion, gemeinsam sich aktiv an Problemlösungen beteiligen. Verschwenden Sie keine Energie in „geht nicht Erklärungen“, sondern bringen Sie Ihre persönlichen Erfahrungen mit ein. Unsere Stärke ist es, auch unter widrigsten Begleitumständen, damit meine ich die derzeit noch bestehende Mangelwirtschaft, Aufträge zum Wohle der gesamten österreichischen Bevölkerung umzusetzen.

Die möglichen Einsatzaufgaben für unser Bataillon haben sich in den letzten Jahren komplett gewandelt. Das Einsatzspektrum umfasst nun, vor allem getrieben durch die Entwicklungen des vergangenen Jahres, weit komplexere, mögliche Aufgabenstellungen – Schlagwort „internationaler Terror“. Zukünftige Aufgaben fordern hohe Flexibilität, Teamfähigkeit und eine hohe Leistungsfähigkeit im körperlichen und mentalen Bereich.

Wir das Jägerbataillon 25, werden unser menschenmöglichstes dazu beitragen, um zukünftige Aufträge im Sinne unserer Vorgesetzten und zum Wohle der österreichischen Bevölkerung zu erfüllen. Überdies ist die Motivation vorhanden, um auch über das Jahr 2018 hinaus als Kaderverband einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit Österreichs und Europas erfüllen zu dürfen.

Gemäß unserem Leitspruch

„Mutig – Tapfer und Treu“

Oberstleutnant

Alexander Raszer

Traditionstag und Tag der offenen Tür 9.September

3 Jubiläen, eine Feier mit drei Schlagworten

traditionstag_16_web_-27Wir 25er sind mit der Traditionspflege des K&K Infanterieregiment Nr7 Andreas Graf von Khevenhüller beauftragt. Unter diesem Motto stand wie jedes Jahr der Traditionstag. Diesmal haben wir diesen militärischen Festakt mit einem tag der offenen Tür verknüpft.

traditionstag_16_web_-26Drei Jubiläen wurden gefeiert: Erstens das 325jährige Bestehen des Infanterieregiment Nr7. 1691 gegründet, stand es bereits kurz nach Aufstellung im Einsatz in verschiedenen Kriegen.
Zweitens 300 Jahre Schlacht von Peterwardein. In dieser Schalcht bei Peterwardein (heute Novi Sad) kämpfte das Regiment siegreich unter Prinz Eugen gegen eine doppelte Übermacht der Türken. Der bedingungslose Einsatz der 7er trug wesentlich zum Sieg Prinz Eugens bei.

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Drittens 60 Jahre Jägerbataillon 25. Wie das IR7 sind auch die 25er ein Einsatzbataillon, Einsatz wird ausgebildet, gedacht und gelebt. Wir haben das gerade in den letzten beiden Jahren bewiesen mit dem Kosovoeinsatz, in dem über 350 25er gestanden haben und dem Assistenzeinsatz zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik.

traditionstag_16_web_-12Die drei Schlagworte für diese Veranstaltung sind Tradition, Information und Kameradschaft.
Tradition hat schon der rege Besuch des Festaktes, über 300 Gäste haben uns beehrt. Die Tradition der 7er und der 25er stand auch im Mittelpunkt aller Festredner.

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Information für die Öffentlichkeit und der Angehörigen war das Ziel des Tages der offenen Tür. Alle Waffen und die neuen Gefechtsfahrzeuge wurden präsentiert, die Besucher konnten auch die Nahkampf- und Gefechtsvorführung bewundern. Militär zum Angreifen.
Die Kameradschaft kam natürlich nicht zu kurz, so bleiben einige Freunde bis in die späten Abendstunden.

Kurz gesagt ein schöner, informativer Tag!

Was macht eigentlich ein Scharfschütze

Als “Skalpell der Infanterie” kommt den Scharfschützen eine wichtige Bedeutung in der modernen Kriegsführung zu.

DSC_0388 copyDie Reichweite des schweren Scharfschützengewehrs liegt mit 1800m Einsatzschußweite im internationalen Spitzenfeld. Auch die Beobachtungsmittel können sich sehen lassen: Nachtkampftauglich und am neuesten Stand der Technik.
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Doch können wir aus Filmen wie “American Sniper” Anleihen für die Wirklichkeit ziehen? Ist das Leben eines Scharfschützen heroisch verklärt oder sieht die Sache in der Realität anders aus?

Die Antwort lautet “Ja und Nein”.

Ein Scharfschütze wird oft zur Sicherung von Luftlandezonen eingesetzt. Hier liegt er meist tagelang in einer Deckung, abseits von Anschlussversorgung und eigenen Strukturen. Dies erfordert Durchhaltevermögen, Selbständigkeit und tadelloses gefechtsmäßiges Verhalten. Eigenverantwortung steht hier an oberster Stelle.

PersWerbWolfsberg Steinberger M scharfschützen-1646Cinematographisch wird der Scharfschütze gerne als Actionheld dargestellt, der von erhöhten Zielen aus einen Schuss nach dem anderen abgibt. Das erfordert  die Dramaturgie des Mediums Film. Der “echte” Scharfschütze liegt jedoch lange, ohne einen Schuss abzugeben, in seiner Deckung und schleppt schwere Ausrüstung durch unwegsamesGelände.

Das erfordert überdurchschnittliche körperliche Leistungsfähigkeit und eine gewisse Leidensbereitschaft welche im gesonderten Auswahlverfahren überprüft und die Voraussetzung zur Einteilung auf den begehrten Arbeitsplatz darstellt.

 

Barettmarsch 06/16

Der Barettmarsch. Angedacht als “Initiationsritual” für angehende Fallschirmjäger stellt er einen fixen Bestandteil der Ausbildung beim   Jägerbataillon 25 dar.  Jeder, wirklich jeder der Soldaten bei unserem Bataillon – vom einfachen Schützen bis zum Bataillonskommandanten – muß diese Prüfung ablegen und bestehen um das weinrote Barett tragen zu dürfen.

Wir wollen hier nicht zu viel über den Barettmarsch verraten, Mythen und Geheimnisse sollen sich weiter darum ranken. Einen kleinen Einblick können wir jedoch preisgeben:

 

– Stationsmarsch über ca. 45km
– 16 Stationen unter anderem: Abseilen, Durchschwimmen von
Gewässern, Überqueren von Gewässern (Pionierboot),
Orientieren, Pionierdienst, Waffen und Schießdienst,
Eilmarsch usw.
– Ziel: Teambuilding, Coorporate Identity
– Verleihung des Barettes in den Morgenstunden des 2.
Marschtages ca. 6 km vor dem Ziel.

 

 

 

barettmarsch 0616 - 1Gleich nach dem Start geht es zum Abseilen. Der Bataillonskommandant, Oberstleutnant Alexander Raszer – selbst Bergführer, überwacht die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen.

barettmarsch 0616 - 1 (1)Motivation vom Brigadekommandanten: Brigadier Mag. Jürgen Wörgötter spricht den jungen Kadersoldaten des Jägerbataillons 25 Mut zu.

barettmarsch 0616 - 1 (6)Orientieren im Gelände. Selbst in Zeiten von GPS und online-Karten müssen unsere Fallschirmjäger mit der Bussole und Kompass umgehen können.

barettmarsch 0616 - 1 (3)Mutprobe: die Seilrutsche, installiert von unserem geschulten Alpinpersonal

barettmarsch 0616 - 1 (2)Oberstleutnant Alexander Raszer (links) begleitet die erste Gruppe.

barettmarsch 0616 - 1 (7)Wachtmeister Neidhart nach dem Durschwimmen des Rauschelesees. Im Sommer sicher eine der beliebtesten Stationen.

barettmarsch 0616 - 1 (8)Blasen werden von unserem Geschulten Sanitätspersonal verarztet.

barettmarsch 0616 - 1 (5)Bruthitze und selektive Steigungen.

barettmarsch 0616 - 1 (4)Immer vorne mit dabei: Bataillonskommandant Oberstleutnant Alexander Raszer. Sein Fahrer hatte an den beiden Tagen wenig zu tun. Er begleitete den Barettmarsch per pedes.

barettmarsch 0616 - 1 (10)Marschpausen werden genutzt um die Verschwitzte Kleidung zu tauschen.

barettmarsch 0616 - 1 (9)Am Abend des ersten Tages: Das Überqueren des Wörthersees in Pionierbooten. Während die Marschteilnehmer rudern werden sie von Booten des Pionierbataillons 1 begleitet.

barettmarsch 0616 - 1 (11)Kurze Rast beim Schloss Tentschach. Die Anstrengung ist den jungen Kadersoldaten ins Gesicht geschrieben.

barettmarsch 0616 - 1 (12)Oberstleutnant Alexander Raszer gibt die letzten Befehle für die Verleihung der roten Barette

barettmarsch 0616 - 1 (13)Wachtmeister Neidhart ist “mutig, tapfer und treu”

barettmarsch 0616 - 1 (14)Brigadier Mag. Jürgen Wörgötter im Gespräch mit den Soldaten des Jägerbataillons 25 kurz vor Beginn des Eilmarsches.

barettmarsch 0616 - 1 (15)Begleitet von Brigadier Mag. Jürgen Wörgötter startet die letzte Station des Barettmarsches: Eilmarsch in die Kaserne

barettmarsch 0616 - 1 (16)Die letzten Meter des Eilmarsches. Die Füße tun weh doch die Moral ist hoch.

barettmarsch 0616 - 1 (17)Die Marschteilnehmer melden sich beim Brigadekommandanten, Mag. Jürgen Wörgötter, zurück.