Tag Archives: featured

Logistik on Top!

Was heißt Logistik auf Bataillonsebene für die Operational Reserve Force im Kosovo?

20 Monate Planungsphase, Erkundungen und Absprachen im Kosovo, einige Workshops und Besprechungen, Aufmarschplanung  in Varianten über 1200 Kilometer Luftlinie. Übernahme von dutzenden Fahrzeugen und Gerät aus ganz Österreich. Damit einhergehend vier Monate Dauerbeanspruchung  (Dezember 2016-März 2017) der Versorgungsgruppen der Kompanien aufgrund der Geräteübernahmen. Über 150 Lenkberechtigungen (in drei Wochen) für deutsche Fahrzeuge ausbilden. Unzählige Fahrkurse innerhalb Österreichs um die Beweglichkeit auf den verschiedenen Fahrzeugtypen sicherzustellen. Ausbildung der Sanitäter auf den deutschen Systemen und Fahrzeugen sowie umgekehrt Ausbildung der deutschen auf österreichischem Gerät. …

Was heißt Logistik auf Bataillonsebene für eine Volltruppenübung mit ca. 800 Soldaten? 

Marsch über ca. 1000 Kilometer von Österreich (mit Masse Klagenfurt) zum Gefechtsübungszentrum Heer im Norden Magdeburgs.

199 Fahrzeuge auf Eisenbahn verladen, 6 Züge, 121 Waggone mit 3.320 Tonnen und 2,3 Kilometer Gesamtlänge. 12 Busse lediglich für die Kerntruppe (Gesamtstärke der österreichischen Übungs- und Leitungstruppe über 800 Mann).

Organisation von über 40.000 Teiltagesportionen Essen, Unterbringung von 800 Soldaten in 112 Zelten und 6 verschiedenen Gebäuden und die Sicherstellung der entsprechenden  Arbeitsplätze wie zum Beispiel Gefechtsstände. Nicht zu vergessen die Sicherstellung der Toiletten und Hygieneeinrichtungen, sowie die Abfallbewirtschaftung und die Bestimmungen des Umweltschutzes. Auch will der Soldat wenigstens einmal seine Bekleidung gewaschen wissen (internationale Vergebührung und Verrechnung).

6 Tonnen Munition inklusive Lagermöglichkeiten.

Einsatz eines Tankwagens mit 15.000 Liter Fassungsvolumen zur fortwährenden Betriebsmittelversorgung und Routex Karten, mit denen an zivilen Tankstellen getankt werden kann.

Im Personalwesen vordringlich die Einflechtung der Fülltruppe und Unterstützungsteile.

Organisation der Versorgung der Truppe im Gefecht mit Munition, Betriebsmitteln, Verpflegung und vor allem die sanitätsdienstliche Versorgung ( 5 Ärzte, 17 San-Fahrzeuge, Rettungsstation (deutsch) und Feldsanitätsstation (österreichisch) ) während der zwei dreitägigen Übungsphasen. Unter Berücksichtigung der internationalen Bestimmungen und Fusion zweier Arbeitsweisen und drei verschiedenen IT-Systemen. Die Bergung von Fahrzeugen aller Art muss sichergestellt werden. Mögliche Kriegsgefangene müssen gemäß den internationalen Verträgen behandelt und verbracht werden.

Und dann einmal Rückorganisation nach Österreich.

We make it happen!

Wir, die Logistik!

ANGRIFF!

Der Zugskommandant nimmts persönlich. Nämlich die Führung. Vor Ort führt er seine Soldaten zum Sieg

Angriff ist die einzige Methode, um ein Gefecht, eine Schlacht oder auch einen Krieg zur Entscheidung zu bringen. Dabei geht es um Dynamik, Koordination, physische und psychische Überlegenheit, kurz darum, dem Gegner den eigenen Willen aufzuzwingen. Warum auch immer zum Angriff übergegangen wird, sei es um das eigene Staatsgebiet zu schützen oder aus anderen politischen oder militärischen Gründen ist unerheblich. Verteidigung, Verzögerung und Schutz sind reaktiv und somit wird dem Gegner das Heft des Handelns in die Hand gegeben.

Die neuen Informationsübertragungssysteme und Wirkmittel zwingen mittlerweile Gruppen- und Zugskommandanten dazu, zusätzlich zur Führung der eigenen Soldaten eben diese Wirkmittel ins Ziel bringen zu können. Damit werden die eigenen Ausfälle minimiert und Leben geschont.

In den Einsätzen der letzten Jahre haben sich außerdem neue Standardverfahren entwickelt, die vor allem die jüngeren Gruppenkommandanten anwenden. Die Prinzipien des gefechtstechnischen Verhaltens haben sich aber nicht verändert. Steilfeuer, Maschinengewehr und Handgranate zwingen zu vergrößerten Abständen.

Die Wucht und Konzentration des Stoßes oder Sturmes darf nicht mit wirkungsloser und schutzloser Zusammenballung von Soldaten in deckungslosem Gelände verwechselt werden, der Wald nicht mit dem Ortskampf. Wegedrill ist keine Form des Angriffes, nur der Kompromiss, wenn man im verminten Gelände keine wirksamere Gefechtsform einnehmen kann.

Oder auch als letzte, jedem vertraute Form der Koordinierung von Feuer und Bewegung.

Die Besonderheit beim Jägerbataillon 25 ist, dass Angriff das Schwergewicht aller Verfahren zur Sicherstellung des Einsatzes bildet. Warum? Ganz einfach. Eine Luftlandung an sich ist ein offensiver Akt, auch wenn nur Gelände in Besitz genommen wird und man des Gegners Kräfte bindet. Wie nimmt man Gelände in Besitz? Die Antwort ist nicht „Marsch“! Außerdem ist das überraschende Anlanden von Fallschirmjägern ein psychologisch nicht zu unterschätzendes Momentum, ein Projizieren von technischer und taktischer Überlegenheit. Ein immer stärker werdendes Argument für den Einsatz von Luftlandetruppen ist aber auch die subversive Lage, das mögliche innerstaatliche Chaos, das zu beherrschen ein Husarenstück ist. In dieser Lage müssen Rückzugsräume für terroristische Kräfte aufgeklärt und mit chirurgischer Präzision ausgeschaltet werden.

Die Kräfte in Österreich sind schnell ausgespielt, ein professioneller Luftlandeverband kann rasch über hunderte Kilometer zum Einsatz gebracht werden und bis zu kompaniestarke Kräfte im Verbund mit den modernen Wirkmitteln der Aufklärung, Kampfunterstützung und Luft-Bodensystemen vernichten oder zumindest zur Aufgabe der Basis zwingen. Das geht nur durch Angriff.

Fallschirmspringen

Stützpunkt Saalfelden, 20.Februar bis 3.März.

Zehn Springer vom Jägerbataillon 25  unter der Führung des Kommandogruppenkommandanten der 2.Kompanie.

Internationale Beteiligung von der Luftlandebrigade 1 Saarlouis und Sondereinsatzkräfte der Deutschen Bundeswehr sowie die Sondereinheit der Polizei COBRA.

Führung durch das Jagdkommando in bewährter Art und Weise.

Das Freifallseminar Gebirge ist der Höhepunkt der militärischen Fallschirmspringerausbildung. Die Voraussetzung dafür ist die Einsatzsprungtauglichkeit. Diese beinhaltet mindestens 20 manuelle Sprünge in zwei Jahren, Automatensprünge  und drei Gepäcksprünge in unterschiedlichen Öffnungshöhen bei Tag und bei Nacht. Wer diese Kriterien erfüllt, darf sich der Herausforderung des Fallschirmspringens im hochalpinen Gelände stellen.

Beim Gebirgsspringen kommen zu den normalen Herausforderungen des Springens insbesondere folgende Kriterien dazu: kleine Landezonen mit schwieriger Bodenbeschaffenheit, vor allem aber die schwierigen, unvorhersehbaren Windverhältnisse beim Landeanflug erfordern höchste Konzentration, Erfahrung und blitzartige Entscheidungen. Jeder Fehler kann verheerende Folgen haben, die Felswand und die Lawine schont den Springer nicht.

Gesprungen wurde aus den Hubschraubern Black Hawk und AB212, die Piloten leisteten wie gewohnt Außergewöhnliches unter schwierigen Bedingungen. Es wurden ca. 30 Sprünge verletzungsfrei absolviert. Dies spricht für die Qualität aller Springer und auch für die alpine Erfahrung, denn es muss auch die Aufnahmezone, vollbepackt mit Schirm und Gepäck sicher erreicht werden.

In diesem Fall:

Glück ab gut Tal

Wargames in Weitra

Am 24. April verlegten der Bataillonsstab und das Führungspersonal der Kompanien nach Weitra, um sich auf die Überprüfung im Gefechtsübungszentrum der Deutschen Bundeswehr in Altmark/Gardelegen im Mai vorzubereiten. Dazu wurde auch bereits das Führungspersonal der deutschen Kameraden (deutscher Anteil/ORF-Bataillon) sowie jenes der Kampfunterstützungselemente (Steilfeuer, Pionier) und Informationsverarbeitung (Auswertezelle) vom Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7, Pionierbataillon 1 und der Heerestruppenschule eingegliedert. Die Woche diente vorwiegend dazu, das Zusammenwirken der einzelnen Zellen und die Planungstätigkeiten für einen Angriff im Rahmen einer internationalen Schutztruppe (in einem Auslandseinsatz) zu trainieren. Erstmalig konnte dabei auf den neu zugelaufenen Führungssimulator in Weitra zurückgegriffen werden.

Das Szenario:

Der Aggressor wurde durch eine asymmetrisch kämpfende Gruppierung (Independent Army of Altmark, kurz IAAM) dargestellt, deren Ziel es war durch Hinterhalte, Sprengstoffanschläge, Entführungen und Hinrichtungen die Lage im fiktiven Staat „Greenland“ zu destabilisieren und so eine Separation der Nordprovinz zu erzwingen. Unser Bataillon wurde beauftragt, die bereits zum Teil lokalisierten Kräfte dieser Gruppierung im Zuge eines Angriffes zu neutralisieren und dadurch die Voraussetzungen für die Wiederherstellung eines sicheren Umfeldes zu schaffen. Entscheidend neben dem Erzielen des Angriffserfolges war es in diesem Szenario, dass die im Raum befindliche Bevölkerung als auch Infrastruktur nicht zu Schaden kommt. Demonstrationen, Flüchtlingsbewegungen als auch die Behandlung von Kriegsgefangenen galt es bei der geplanten Einsatzführung zu berücksichtigen.

Übungszweck:

Die stabsdienstliche Behandlung der Aufgabenstellungen sowie die Anwendung des taktischen Planungsverfahrens unter Integration von bataillonsexternem Personal stellte den Übungszweck für diese Woche dar. Dabei kam auch der Visualisierungssatz Lagebild Bataillon (VSLB) praktisch im Rahmen der Übung zur Anwendung, welcher es ermöglicht, alle Zwischenergebnisse der einzelnen Beurteilungsschritte für eine größere Anzahl an einzuweisenden Personen übersichtlich darzustellen. Die Informationsgewinnung und Verarbeitung wurde durch die Einbindung von unbemannten Flugkörpern (Drohnen) bzw. einer Auswertezelle wesentlich verbessert. Das Einfließen von neuen Informationen in den Planungsprozess und auch in die Führung des laufenden Gefechtes in nahezu Echtzeit erlaubte ein flexibles Handeln und verkürzte die Reaktionszeiten. Die Aufbereitung der wesentlichen Ortschaften nach dem jeweilig aktuellen Stimmungsbild der Bevölkerung (und der dadurch ableitbaren Absicht gegenüber den eigenen Kräften) in Kombination mit der Aufklärung durch die Drohne verschaffte dem Bataillon ein hochaktuelles Lagebild. Im Zusammenwirken mit der Kampfunterstützungszentrale wurden dann erkannte Bedrohungen während des Anmarsches zum Angriffsziel mittels Kampfhubschrauber nach positiver Identifizierung punktgenau bekämpft. Dadurch konnte dem Anspruch einer weitgehenden Vermeidung von Verlusten bei der eigenen Truppe durch Informationsüberlegenheit entsprochen werden.

Das Hauptaugenmerk der Logistik wurde auf die Sanitätsversorgung gelegt, welche durch den Bataillonsarzt gesteuert wurde. Den vorne angreifenden Kompanien wurden gehärtete Fahrzeuge (Dingo in der Sanitätsversion) unterstellt, um entsprechend rasch und geschützt eine erste Versorgung einleiten zu können. Für akut lebensbedrohlich verletzte Soldaten stand ein Sanitätshubschrauber zur Verfügung, welcher auch für die schon vorgestaffelt eingesetzten Aufklärungskräfte oftmals das einzige Mittel zum zeitgerechten Abtransport darstellte. Dabei musste jede Luftbewegung mit dem Einsatz eigener Drohnen bzw. dem Steilfeuer koordiniert werden. Parallel zum laufenden Gefecht wurde seitens der übergeordneten Führungsebene auch eine Planungsaufgabe übermittelt. Dabei galt es, den Einsatz der eigenen Kräfte nach Neutralisieren der IAAM-Kräfte im Rahmen einer Stabilisierungsoperation zu planen. Diese beinhaltete die Vorbereitung einer Evakuierung, den Schutz von Grenzpolizeieinrichtungen, die Durchführung von Patrouillen bei Tag und Nacht zur Steigerung der Präsenz in jenen Räumen, in denen mit ethnischen Konflikten zu rechnen war und die Überwachung der Grenze zum Nachbarstaat gemeinsam mit der Grenzpolizei. Zusätzlich waren Kräfte für die Befriedung von Demonstrationen bereitzuhalten und in den einzelnen Ortschaften kritische Infrastruktur zu überwachen.

Die Präsentation der einzelnen Beurteilungsergebnisse im Stab und der Funkverkehr erfolgte ausschließlich in englischer Sprache, da das Bataillon in einem multinationalen Umfeld eingesetzt ist und dies einer der Überprüfungspunkte in Altmark sein würde.

Wesentlich war es während der gesamten Führungssimulationsübung, dass zivile als auch eigene Verluste weitgehend verhindert werden und auch keine Kollateralschäden durch den Angriff entstehen. Der Bataillonsstab musste dabei in der Planung Flexibilität beweisen und parallel die Erfordernisse für den Angriff und die Stabilisierungsoperation berücksichtigen. Entscheidend für eine erfolgreiche Bearbeitung aller gestellten Aufträge war die Verarbeitung der Informationsflut, die durch sehr umfangreiche Führungsgrundlagen (Befehle, Anhänge, Handlungsanweisungen), Lageinformationen und Lageentwicklungen entstand. Insgesamt war die Ausbildung am Führungssimulator ein weiterer Schritt zur Festigung der stabsdienstlichen Abläufe nach der Allentsteig-Verlegung im März auf dem Weg nach Deutschland.

ALLENTSTEIG Feldzug 2017

Das eindeutige Schwergewichtsvorhaben für unser Bataillon im aktuellen Jahr ist die internationale Großübung in Deutschland im Mai.  Im Zuge dieser Verlegung finden sowohl die Nato-Evaluierung-Level 2 (NEL2) als auch die Operational Reserve Force (ORF)-Zertifizierung statt. Beides sehr wichtige Vorhaben, welche die Voraussetzungen für ein Wirksamwerden im Kosovo darstellen. Bei der NEL2 liegt das Hauptaugenmerk auf dem Thema Angriff und bei der ORF-Zertifizierung auf dem Thema Schutz.

Die erste und einzige Chance praktisch auf Bataillonsebene zu üben war die Verlegung nach Allentsteig in der 11. und 12. Kalenderwoche 2017. Zum Üben wird nämlich sowohl Gerät als auch Personal benötigt und Beides war bis dorthin nur äußerst spärlich verfügbar. So hätte zum Beispiel der Gerätezulauf bis Ende Jänner abgeschlossen sein sollen, um sich systematisch und ausbildungsmethodisch richtig stufenweise, Schritt für Schritt, der Taktischen-Truppen-Ausbildung Bataillon (TTA) annähern zu können. Dies war jedoch definitiv nicht der Fall und so musste in einigen Teilbereichen auf einen anderen Ausbildungsgrundsatz zurückgegriffen werden: Learning by doing. Minimiert wurde dieses Manko durch permanentes Übernehmen und Übergeben von Gerät und Fahrzeugen, was somit eine Hauptaufgabe für viele Soldaten und im speziellen für die NUO`s und KUO`s in den ersten Monaten dieses Jahres darstellte. Aufgrund der Tatsache, dass das ORF-Bataillon auch mit deutschem Gerät (Fahrzeuge, Fernmeldemittel, Feldküche, Sanitätsausrüstung…) arbeiten muss, war eine vorgestaffelte Ausbildung unserer Soldaten in Deutschland unumgänglich. Weiters fanden parallel dazu in Österreich zahlreiche Kraftfahrkurse statt, um die verschiedensten Fahrzeugtypen (Dingo, Husar, Pandur, U-4000…) unseres Bataillons bewegen zu können. Auf andere Vorhaben wie Fallschirmsprungausbildung, Laufbahnkurse etc. möchte ich hier nicht weiter eingehen. Festzuhalten bleibt, dass der Allentsteigfeldzug die erste und letzte praktische Vorbereitung auf Bataillonsebene im Hinblick auf NEL2 und ORF-Zertifizierung war.

Aufgrund der o.a. Rahmenbedingungen versuchten wir so viele Ausbildungsziele wie möglich abzuarbeiten, ohne dabei den Fokus auf das Hauptthema zu verlieren. Nach der Verlegung am Montag der 11. Kalenderwoche, dem Beziehen der Unterkünfte, Aufbauen der Gefechtsstände und der Ausrüstung mit der Echtzeitauswertung (EZA) stand der Dienstag im Zeichen der Wiederholung auf Zugsebene. Am Mittwoch erhielten die Kompanien sowohl vormittags als auch nachmittags einen Angriffsbefehl, welchen sie mit Unterstützung von Luftfahrzeugen (Close-Combat-Attack) auszuführen hatten. Die Feinddarsteller für beide Ausbildungswochen wurden dankenswerter Weise durch das Jägerbataillon 8 gestellt, welche eine gute Leistung über die gesamte Verlegung erbrachten.  Die Verwundetenversorgung und die Organisation der Kriegsgefangenen wurden auch entsprechend geübt, um dann am Donnerstag im Zuge eines Bataillonsangriffes Alles abrufen zu können. Dieser startete in Pötzles, ging über den Perweiswald und endete in der Ortschaft Steinbach. In der 12. Kalenderwoche bezogen wir den Verfügungsraum Pötzles. Hier errichteten die Villacher Pioniere in Rekordzeit eine Zeltstadt, welche jedes Soldatenherz höher schlagen ließ. Respektvolles Kompliment für diese Leistung. Am Dienstag erhielten wir dann vom verminderten Brigadekommando, das ebenfalls nach Allentsteig verlegte und aus der Mehrzweckhalle im Lager Kaufholz führte, den Angriffsbefehl für unser Bataillon. Unter Berücksichtigung des NEL2-Zielkataloges griffen wir Mittwoch und Donnerstag erneut die Ortschaft Steinbach an und festigten unsere Kenntnisse und Fertigkeiten aus der vorangegangenen Woche.

Abschließend möchte ich mich im Namen des Bataillons bei allen Unterstützern dieser Verlegung bedanken, denn ohne euch wäre dies in jener Qualität nicht möglich gewesen. Unser Dank gilt daher:

-Kdo7.JgBrig

-HTS (EZA-Team)

-Teile LuU

-PiB1

-JgB8

-AAB7

-StbB7

-JgB18

Summarisch betrachtet waren die Rahmenbedingungen bis zur Verlegung nach Allentsteig nicht ideal, die Verlegung und Ausbildung selbst aber essentiell und goldwert.

Der Planungsoffizier

Die 7. Jägerbrigade informiert

Anlässlich des Brigadetages der 7.Jägerbrigade am 7. April durften wir uns über herausragende Leistungen einzelner Soldaten unserer Brigade freuen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass nur ein passendes Umfeld in den kleinen Verbänden die besonderen Leistungen der einzelnen Ausgezeichneten ermöglicht haben – und es ist mir ein Anliegen Ihnen allen, meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ob in Uniform oder in Zivil, ob als Rekrut, Bediensteter oder Milizangehöriger, für Ihr Engagement im abgelaufenen Jahr zu danken.

Das sicherheitspolitische Umfeld um Europa ist und bleibt instabil. Spannungen im Baltikum und im Ukraine-Konflikt; der westliche Balkan, der noch nicht in die sicherheitspolitische Unabhängigkeit entlassen werden kann; der Nahe und Mittlere Osten um die Hauptregion Syrien; unsichere Entwicklungen an der Gegenküste in Libyen; und nicht zuletzt der Blick in die Tiefe des afrikanischen Kontinentes – dort wo die Menschen heute geboren werden, die möglicherweise gezwungen sein werden, übermorgen die Flucht zu ergreifen. Die Auswirkungen auf Europa und unser Österreich sind spürbar. Der Begriff Sicherheit hat einen unvergleichbar höheren Stellenwert erhalten. Die Herausforderungen sind enorm, es gibt genug zu tun!

Das österreichische Militär hat auf die Veränderungen reagiert und stellt sich professionell und zielgerichtet auf die zusätzlichen Aufgaben ein. Die Brigaden werden spezialisiert, die Militärkommanden werden gestärkt, die Führung wird neu aufgestellt, um das Aufgabenspektrum von der Katastrophenbewältigung über Schutz kritischer Infrastruktur, der Bewältigung nicht-konventioneller Bedrohungen im Inland bis hin zu intensiveren Stabilisierungsoperationen im Ausland erfüllen zu können.

 

Was ist zu tun für die 7.Jägerbrigade? Ich sehe in Zukunft 4 große räumliche Operationslinien auf die wir uns (weiterhin) vorzubereiten haben. Österreich, Balkan und EU-Außengrenze, Nahmittelost und Gegenküste Afrika sowie in der Tiefe des afrikanischen Kontinents.

In Österreich kommt zur Katastrophenbewältigung, der laufenden sicherheitspolizeilichen Assistenz an der Grenze und vor den Botschaften in Wien, dem Schutz der kritischen Infrastruktur vor allem die Bewältigung der nichtkonventionellen Bedrohung hinzu, die in der Priorität vor dem konventionellen Verteidigungsfall zu sehen ist. Dabei werden Kräfte bereitgehalten, welche in kürzester Zeit nach einem Anlassfall („Terrorakt“) für Ordnung in dem zu erwartendem Chaos sorgen können. Auch ein proaktives Vorgehen zur Verhinderung eines Anschlages muss dazugehören.

Am Balkan werden wir unsere Aufgaben zur Stabilisierung in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo weiterführen. Zusätzlich ist aus meiner Sicht zu erwarten, dass in absehbarer Zeit Kräfte zur Sicherung der EU-Außengrenze bereitzuhalten sind.

In Nahmittelost werden wir unser Engagement im Libanon beibehalten. Die spezialisierte Aufgabe der 7.Jägerbrigade in Zukunft wird das Vorbereiten von Kräften zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau eines krisengeschüttelten Landes sein, möglicherweise auch an der Gegenküste des Mittelmeeres, in Libyen oder den angrenzenden Staaten, um dort im Vorfeld die Voraussetzungen für das Eindämmen oder Kontrollieren von Flüchtlingsbewegungen zu schaffen. Die Fähigkeit zur „Counter Insurgency“ – also das bestimmte Vorgehen gegen lokale oder regionale Gruppierungen – wie Rebellen oder auch terrorähnlichen Gruppierungen – ist dabei das bestimmende Maß aller Dinge. Die Einsatzwahrscheinlichkeit ist heute noch als relativ gering zu beurteilen – wenn man aber die internationalen Tendenzen verfolgt steigt diese in zunehmenden Maße! Daher sind unsere Fähigkeiten und Ausrüstungen glasklar auf die Bewältigung dieser Aufgaben auszurichten. Und hier liegt der Fokus zur Weiterentwicklung der 7.Jägerbrigade.

In der Tiefe des afrikanischen Kontinentes – und wohl nicht nur dort – ist die Fähigkeit zur Evakuierung weiterzuentwickeln. Die 7.Jägerbrigade wird sich innerhalb der Landstreitkräfte mit diesem Thema federführend befassen. Der operative Fokus liegt beim Jägerbataillon 25 vor allem zur Unterstützung von Spezialkräften nach Lufttransport oder Einsatz als Fallschirmjäger.

Die 7. Jägerbrigade wird in 3 Ebenen die Herausforderungen annehmen. Erstens als Brigadekommando die Führung des militärischen Einsatzes im Inland sicherzustellen und als Brigadekommando – allenfalls auch in Kooperation mit (ausländischen) Partnern – die Führung eines Sektors im Auslandseinsatz zu übernehmen. Zweitens, und hier liegt zunächst das Schwergewicht, eine Bataillonskampfgruppe für den Auslandseinsatz in einem etwas robusteren Umfeld aufzustellen. Eine Bataillonskampfgruppe verfügt über bis zu 1.000 Soldatinnen und Soldaten im KPE-Status, also verpflichtet für den Auslandseinsatz. Die Jägerbataillone 17 (Straß) und 25 (Klagenfurt) werden dabei den Hauptteil der Truppe stellen, Das Pionierbataillon 1 (Villach), das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 7 (Feldbach) und das Stabsbataillon 7 (Klagenfurt) werden dabei ihre besonderen Fähigkeiten der Kampf- und Einsatz-und Führungsunterstützung beistellen. Weitere Kräfte, wie unter anderem Militärpolizei, werden uns dabei verstärken. Die jährlich stattfindende Übungsserie „Heimvorteil“ wird dabei eine wesentliche Plattform für Übung und Training im urbanen und damit öffentlichen Raum sein. Und drittens werden wir uns um die Weiterentwicklung der Gefechtstechnik der Durchführungsebene bemühen, denn der Einsatz im urbanen Raum inmitten der zivilen Bevölkerung verlangt besondere Fähigkeiten und Situationsgespür.

Es gibt genug zu tun! Ich darf Sie alle auffordern, wieder all Ihre Kraft, Energie, Engagement und positive Sicht – so wie in der Vergangenheit – einzusetzen, um erfolgreich in die Zukunft zu steuern. Packen wir es an und haben Erfolg!

7. Jägerbrigade, Vielseitig und Selbstbewusst – Gemeinsam zum Erfolg!

Ihr Brigadekommandant

Jürgen Wörgötter

Austausch mit Frankreich

Von 6.-10.Februar hatte die Kampfunterstützungskompanie Unterstützung von drei französischen Offiziersanwärtern.

 

IMG_3549Sie nahmen an der Schießverlegung auf den Truppenübungsplatz Seetaler Alpe teil und erlebten die schweren Waffen hautnah. Der Besuch hatte das Ziel die Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen und befreundete Streitkräfte kennen zu lernen.

Frame-10-02-2017-01-38-53IMG_3530

Davor wurden die Kadetten bereits in die Offiziersausbildung und in andere Truppenkörper eingewiesen.
Insgesamt waren sie ca. ein Monat in Österreich.

KU-Kompanie in Allentsteig

Vom 26.September bis 7.Oktober 2016 verlegte die Kampfunterstützungskompanie (KUKp) gemeinsam mit der Stabskompanie zum letzten Mal in diesem Jahr auf den Truppenübungsplatz Allentsteig. Die Verlegung stand im Zeichen einer kompanieübergreifenden Sprengausbildung, sowie Gruppen- und Kompaniegefechtsschießen. Nach der Entladung am Montag startete am Dienstagmorgen der theoretische Teil der Sprengausbildung für beide Kompanien. Nach Aufbau und Erkundung für das folgende Gruppengefechtsschießen schlossen wir den Tag mit einer Ausbildung, getarntes Fahren bei Nacht inklusive Orientierungsaufgaben, ab.

Am Mittwoch führten beide Kompanien ein Absetzschießen im Gruppenrahmen durch. Das Highlight der ersten Woche war das Kompaniegefechtsschießen (KGS) der KUKp im Zusammenwirken aller Kampfunterstützungselemente am Donnerstag. Vor dem verdienten Wochenende wurde noch die Handgranatenwurfverpflichtung erfüllt.

Die zweite Woche begann mit einem Scharfschießen in der Grabenkampfanlage, mit Sturmgewehr und Pistole. Bei bestem Aufklärungswetter führten wir Aufklärer am Dienstag eine Gefechtsausbildung im Trupprahmen durch, bei der die Annäherung, Aufklärung und das Bekämpfen eines Prioritätsziels geübt wurden.
Der krönende Abschluss der Verlegung war das Belehrungs- und Gewöhnungssprengen am Sprengplatz Edelbach.

simulatorschiessenAusbildung beim Panzerabwehrlenkwaffen (PAL) -Zug:
Die Teams hatten im Zuge des KGS den Auftrag, Panzer auf Entfernungen bis 2000 Meter zu bekämpfen. Nach der vorgestaffelten Erkundung am Vortag und der Einweisung in die Stellungen bezogen wir unseren Verfügungsraum, dessen Standort ca. 700 Meter von der Feuerstellung entfernt war. Für den scharfen Schuss, beluden wir unsere Pinzgauer, mit jeweils zwei Lenkflugkörpern.

„PANZERALARM Panzer im Wirkungsraum erkannt“, das Schlagwort für einen sofortigen Einsatz der PAL-Trupps. Zeitgleich heulten die Motoren unserer Pinzgauer auf und wir bezogen unsere Feuerstellungen. Der monatelange Drill machte sich bezahlt. Durch eine schlagartige Feuereröffnung beider Waffen wurden die ersten zwei Ziele vernichtet. Nachdem keine weiteren Ziele im Wirkungsraum erkannt wurden, kam der Befehl zum Absetzen in den Verfügungsraum. Dieses Szenario hat jeder der Soldaten im PAL-Zug bei Tag, sowie auch bei Nacht absolviert, es war für jeden einzelnen wertvoll, Gefechtsabläufe nicht nur mit Simulator zu durchlaufen sondern auch im scharfen Schuss.

Für den PAL-Zug war es ein erfolgreiches Schießen, da uns 33 Lenkflugkörper zur Verfügung standen wovon 32 erfolgreich ins Ziel gelenkt wurden.

screenshot_20161027-003210Sprengausbildung:
Im Einsatz muss jeder Soldat in der Lage sein, Sprengladungen anzubringen und zu zünden. Im Wesentlichen handelt es sich im Bereich der Infanterie um Richtsplitterladungen zur Überwachung von Geländeabschnitten oder Türladungen für Zutrittssprengungen sowie Ladungen zum Beseitigen und Räumen von Sperren.

Insgesamt wurden 180 kg Sprengstoff auf die verschiedensten Sprengobjekte geladen. Die Bandbreite reichte von Trichterladungen, Prismaladungen, Hohlladungen, Sonderladungen bis hin zu einfachen Türladungen, wie sie bei Zutrittssprengungen verwendet werden, Richtsplitterladungen und natürlich die klassische Bohrpatrone.

Für den Fallschirmjäger ist auch diese Ausbildung unumgänglich, um am modernen Gefechtsfeld zu überleben. Am Boden beginnt der eigentliche Kampf und der endet schnell wenn man nicht mehr vorankommt.

img_9684Der Granatwerferzug (GrW-Zg) schulte in den ersten Tagen die neuen Soldaten in den Abläufen innerhalb der jeweiligen Trupps. Neben der Ausbildung im Motmarsch und Stellungsbezug/Stellungswechsel übten wir das präzise Unterstützungsfeuer im scharfen Schuss. Am Donnerstag der ersten Woche konnten die „neuen“ Soldaten des GrW-Zg sich das erste Mal im scharfen Schuss beweisen, und zwar gleich mit einer Lage, bei der wir den Aufklärungszug und den schweren Scharfschützenzug sowie eine fiktive Jägerkompanie unterstützen durften. Es wurde sofort mit einem Wirkungsfeuer begonnen und die Abweichungen während des Feuers korrigiert – vermutlich wird’s im Einsatz nicht anders sein.

Das Wetter der zweiten Woche bot einige Überraschungen durch den aufgeweichten Boden. Nichts desto trotz wurde am Dienstag der zweiten Woche die Gefechtsbereitschaft hergestellt und die erste Feuerstellung bezogen. Gleich darauf Herauslösen und Bezug der nächsten Feuerstellung.

Beim anschließenden Gruppenfeuer mit sechs Granaten pro Rohr störte dann ein Zwischenfall, der zeigt, dass wir das Verhalten bei Hemmungen nicht umsonst üben. Es gab bei zwei Werfern einen Verpuffer, die Granaten schlugen dadurch nur hundert Meter vor uns im Boden ein. Nach Ursachenforschung und Suche nach diesen Granaten wechselten wir die Teilladungen und feuerten ohne weitere Zwischenfälle aus allen Rohren. Die „Heilige Barbara“ hat uns wissen lassen, dass es Schießen gibt, bei denen die Flexibilität des Zuges gefragt ist, und das ist auch gut so.

Insgesamt aus Sicht der KUKp zwei gute, lehrreiche Wochen

Soldaten der KUKp

Die 7. Jägerbrigade informiert.

Geschätzte Leser der Website,

Angehörige des Jägerbataillons 25

woergoetterAm Beginn stelle ich als Ihr Brigadekommandant fest, dass Ihr aller Engagement und Ihre positive Herangehensweise und Annahme von Herausforderungen vorbildlich ist, vor allem seit den besonderen zusätzlichen Erfordernissen ab September 2015! Sie haben die Aufträge in erster Linie zum Schutz und zum Wohl unseres Volkes und unserer Heimat erfüllt! Respekt und Anerkennung im Namen des Dienstes als Ihr Brigadekommandant; und ein Dank von mir persönlich als Jürgen Wörgötter und Bürger in Uniform.

Am 22. Juni 2016 wurden die Kommandanten der Truppe nach Wien gerufen um die Ergebnisse zur Neuausrichtung des Militärs offiziell zu erfahren. Der Grundtenor ist sehr positiv – es geht wieder bergauf – es gibt genug zu tun!!

Lage im Großen:

An dieser Stelle muss ganz klar gesagt werden, dass die äußeren Umstände, welche zu dieser Trendwende führten, alles andere als erfreulich sind. Krisenraum Ukraine, neue Spannungen um das Baltikum, der als Pulverfass zu bezeichnende mittlere und nahe Osten, unkontrollierte Entwicklung von vielen Regionen als Brutstätten des Terrors, instabile Lagen an der afrikanischen Gegenküste des Mittelmeers, zu erwartende große Flüchtlingsbewegungen aus dem Raum jenseits der Sahara, um nur eine Auswahl an Beispielen zu treffen – alles Räume direkt angrenzend oder an der Peripherie Europas! Und nicht zuletzt die gesamtheitlichen Herausforderungen um die Flüchtlingsbewegungen und die zunehmende Anzahl an Terrorakten mitten in Europa! Die Auswirkungen von alldem sind auch im Herzen Europas mehr spürbar als je zuvor. Sicherheit ist nicht geschenkt! Sicherheit ist das Basisbedürfnis von uns allen! Sicherheit zum Spartarif ergibt nicht die geforderte Wirkung! Sicherheit ist sehr wertvoll! Ja, es gibt wirklich viel zu tun!!

Lage der Streitkräfte:

Wir werden wieder stärker! Kasernen bleiben, neue Verbände entstehen, Modernisierung und Neubeschaffungen sind angekündigt, Infrastruktur wird verbessert, Personal wächst auf, Kaderpräsenzeinheiten (KPE) innerhalb der Landstreitkräfte werden auf 4.500 verdoppelt. Besoldung für den jungen Kadermann wird aufgestockt! Ich orte bei meinen Dienstaufsichten ein gutes Maß an Aufbruchsstimmung bei meinen Mannschaften und in der Bevölkerung. Allein schon der Umstand, dass die für die Auftragserfüllung nötigen Mehrdienstleistungen finanziell abgegolten werden und die Übungstätigkeiten zunehmen können darf als erstes Zeichen des positiven Trends gewertet werden! Ich will an dieser Stelle aber besonders darauf hinweisen, dass wir uns ein wenig Zeit geben müssen um den Umkehrschwung tatsächlich umzusetzen und die Auswirkungen am Kasernenhof zu sehen. Ich möchte etwas Geduld einmahnen! Modernisierung und Neubeschaffung geht nicht von heute auf morgen. Aber eines ist heute schon klar absehbar. Mehr CRC-Ausrüstung, Stich- und Splitterschutzwesten, Helme, mehr geschützte Fahrzeuge, mehr Gruppenfahrzeuge, mehr Mannschaftstransporter, Spezialfahrzeuge, Drohnen, Radar, Pionier- und ABC-Ausrüstung und anderes mehr ist in Planung und teilweise schon in Beschaffung! Ich werde bei meinen nächsten „Stunden Brigadekommandant“ im Herbst 2016 bei den Verbänden dazu im Detail informieren.

Erfolgskriterium Nummer Eins ist aus meiner Sicht die notwendige Aufbringung des Nachwuchses und der Kaderaufwuchs. Hier wird es messbar sein ,ob wir Erfolg haben. Daher haben alle Fördermaßnahmen zum Aufwuchs des Personals klare Priorität!! Aus Sicht der 7.JgBrig hätte dabei der Nachwuchs zum Unteroffizier und der Nachwuchs  als Militärvertragsbediensteter (MVB) – Soldat als KPE denselben Stellenwert.

Lage bei der 7. Jägerbrigade:

Die 7.JgBrig wird spezialisiert, als „leichte Brigade“ bezeichnet und steht gemeinsam mit dem Kommando Schnelle Einsätze (KSE) in Mautern im Fokus der Weiterentwicklung. Die Begrifflichkeit „Leicht“ darf dabei nicht falsch verstanden werden! Leicht bedeutet leicht gepanzert und luftbeweglich, also vom Wesen her ausreichend geschützt, flexibel und bei Bedarf schnell wirksam. Die Veränderungen im Führungsbereich der 7.JgBrig im Süden Österreichs sind zweigeteilt. In Kärnten wird zunächst das Jägerbataillon 26 (JgB26) in das Militärkommando Kärnten (MilKdoK) integriert; mittelfristig besteht die Absicht das neue Jägerbataillon 7 (JgB7) aufzustellen, um danach das JgB26 wieder an das Kommando Gebirgskampf (vormals 6.JgBrig) zurück zu unterstellen. Die Aufstellung des JgB7 ist zwar durch das MilKdoK zu erfüllen, wird aber stark durch die 7.JgBrig zu unterstützen sein. In der Steiermark wird das Jägerbataillon 18 aus St. Michael in absehbarer Zeit, spätestens wohl mit 1. Jänner 2017, aus der 7.JgBrig herausgelöst und dem Militärkommando Steiermark unterstellt; trotzdem wird sich der Personalstand der Brigade leicht erhöhen, da wir in der Binnenstruktur der Verbände einen massiven Zuwachs an – vor allem – Kaderpräsenzeinheiten (KPE) erfahren werden. Der Anteil an KPE wird sich vor allem im südsteirischen Raum – von Straß über Feldbach bis Güssing)- mehr als verdreifachen.

Die Aufträge an die 7.JgBrig sind noch nicht klar ausdefiniert, ich sehe in Zukunft aber folgende 3 Kernaufgaben für uns:

1. Aufbau der Bataillonskampfgruppe (BKG), gehärtet bzw. luftbeweglich, für eine Stabilisierungsoperation in einem Auslandsszenario mittlerer Intensität,

2. Beitrag für die Sicherstellung vor allem der reaktiven Terrorbewältigung im In- und Ausland, dabei in enger Zusammenarbeit mit dem KSE,

3. Beitragsleistung zur Sicherheitspolizeilichen Assistenz sowie zur Katastrophenbewältigung in Anlassfällen wie bisher.

Vor allem Aufgabe 1 und 2 bedeuten einen notwendigen Zuwachs von militärisch-technischen Fähigkeiten und letztlich auch die geistige Fähigkeit die „Landesverteidigung innerhalb der eigenen Landesgrenzen“ neu zu denken, diese zu verstehen, dabei klar zu definieren und die Notwendigkeiten daraus abzuleiten.

Die 7.JgBrig wird dabei die Basisfähigkeiten der Gefechtstechniken und der Terrorbewältigung (= Consequence Management) weiterentwickeln und stabilisieren und die taktischen Fähigkeiten zur Führung von robusten Einsätzen im Sinne des Kampfes der verbundenen Waffen und des „shapings the battlefield – vor Waffengebrauch“  schärfen!

Die beiden Hauptsäulen der Entwicklung dabei sind das Jägerbataillon 17 (JgB17, Straß) und das Jägerbataillon 25 (JgB25, Klagenfurt). Das Stabsbataillon 7 (StbB7, Klagenfurt), das Pionierbataillon 1 (PiB1, Villach) und das Aufklärungs- und Artilleriebataillon7 (AAB7, Feldbach) werden mit den jeweiligen Fachfähigkeiten der Führung, der Logistik und der Kampfunterstützung ergänzen und unterstützen.

Ableitungen für das StbB7:

Das StbB7 wird einen Teil abgeben, die Miliz weiter aufbauen, mit KPE verstärkt, Teil der EUBG bleiben, den Standort Bleiburg weiter betreiben und wird wesentliche Elemente der Einsatzunterstützung für die BKG der 7.JgBrig bereitstellen. Die Werkstattkompanie wird an das HLoGZ Klagenfurt abgeben, wobei noch in Beurteilung steht, welche Elemente aus dieser Kompanie zur Eigeninstandsetzung doch im StbB7 verbleiben und in die Stabskompanie integriert werden. Die Lehrkompanie wird weiterhin in Bleiburg die nunmehr beschlossene Kaderanwärterausbildung Neu ab Herbst 2016 durchführen. Die Nachschubs-Transport-Kompanie wird weiterhin Träger der EUBG sein und den KPE-Stand erhöhen, die ABC-Abwehrkompanie, ebenfalls im KPE-Status, die bisherigen Aufgaben weiter wahrnehmen.  Stabskompanie und Führungsunterstützungskompanie werden neben den bataillonsinternen Aufgaben vor allem die Entwicklung des Gefechtsstandkonzeptes für die BKG unterstützen.

Ableitungen für das JgB17:

Das JgB17 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die gehärtete BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert, auch wenn in weiterer Folge das System Pandur mit dem JgB19 aus Güssing zu teilen ist. Das JgB17 wird einen ordentlichen Zuwachs an KPE erfahren; neben der seit 1. Juli begonnenen Aufstellung eines weiteren JgZg sollen ab 2017 Elemente der Kampfunterstützung, also Scharfschützen, Panzerabwehrlenkwaffen und schwere Granatwerfer ebenfalls in den KPE-Status wechseln, langfristig steht damit die Aufstellung einer weiteren KPE-Kp im Raum. Der Aufbau der Miliz geht bis auf weiteres in der geplanten Art weiter und die räumliche Nähe zur Südgrenze bringt den Umstand, dass der Standort Straß noch länger als Basis für den AssE/hsF wird dienen müssen. Die OrgPläne für die Infanterie sind noch in Bearbeitung, sollen aber mit Jahreswechsel verfügbar werden und orientieren sich an dem Modell JgB25.

Ableitungen für das JgB18:

Das JgB18 ist der Hauptträger der Milizkomponente in der Steiermark und ist innerhalb der 7.JgBrig am intensivsten von der Umstrukturierung betroffen, weil der Abgang von der 7.JgBrig und die Unterstellung zum MilKdoST beschlossen ist und die Umsetzung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit 1. Jänner 2017 abgeschlossen sein soll. Die tatsächlich spürbaren Änderungen für den Verband werden aber eher gering sein. KPE wird im Raum verbleiben und auch die waffengattungsspezifische Ausbildung im urbanen Raum und im (Mittel)Gebirge bleibt erhalten, sodass die militärischen Fähigkeiten als Arbeitgeber in der Obersteiermark attraktiv bleiben und ein Mitüben bei der 7.JgBrig im Rahmen von größeren Übungsvorhaben, natürlich in enger Abstimmung mit dem MilKdoST, weiterhin möglich ist. Der OrgPlan verbleibt in der Kp-Struktur unverändert mit 3 Jägerkompanien, die schweren Systeme und die Aufklärung verbleibt in der Stabskompanie. Die Festlegung der detaillierten Binnenstruktur erfolgt nun im Herbst, die Anzahl der Arbeitsplätze bleibt in etwa gleich bzw. könnte sich geringfügig sogar erhöhen. Die Hauptaufgabe des JgB18 dürfte, ohne dem neuen führenden Kommando vorgreifen zu wollen, in der Entwicklung der Fähigkeiten im Consequence Management liegen, zur Abwehr von Terrorbedrohungen, auch im Rahmen der Miliz.

Ableitungen für das JgB25:

Das JgB25 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die Elemente der luftbeweglichen BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert! Die Zusammenarbeit mit dem Jagdkommando und dem Kommando Luftunterstützung werden dabei wieder mehr in den Focus zu nehmen sein. Die „Airborne Community“ ist wieder zu intensivieren! Neben der Luftlandefähigkeit sind auch die Fähigkeiten für die gehärtete BKG – in enger Zusammenarbeit mit dem JgB17 – weiterzuentwickeln, nicht zuletzt aufgrund der ORF-Verantwortung 2017/18. Langfristig wird das JgB25 auch den KPE-Status als vermindertes Bataillon gewährleisten können; vermindert dabei bedeutet, dass nach Erfüllung des ORF-Auftrages mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine JgKp vom KPE-Status in eine Rahmeneinheit übergeführt werden dürfte. Ziel muss es dann sein, mit Kdo- und StbKp, einer InfKp und einer KUKp den KPE-Level selbständig bei rund um 85 % oder höher zu halten. Die Unterstellung weiterer Manöverelemente (KPE) wird anlassbezogen durch die Brigade sichergestellt.

Ableitungen für das PiB1:

Das PiB1 wird in weiterer Folge den bereits bekannten OrgPlan einnehmen können. Die besondere Herausforderung mittelfristig wird es sein, den Anteil an KPE auf bis zu Kompaniestärke zu erhöhen. Im Jahr 2017 ist es vorgesehen, neben den bereits vorhandenen Elementen KMA(KPE) ein KpKdo(KPE) und einen weiteren PiZg(KPE) aufzustellen. Das PiB1 hat einen erfolgreichen Weg zur Erhöhung der Fähigkeiten zur Kampfunterstützung eingeschlagen – dieser Weg wird durch die Brigade voll inhaltlich bestätigt und ist weiter zu beschreiten. Dabei kommt es darauf an, das Schwergewicht auf jene Fähigkeiten zu legen, welche im Rahmen der BKG eine besondere Bedeutung haben. Nicht zuletzt soll an dieser Stelle die Situation zur Infrastruktur angesprochen werden. Es gibt Bestrebungen und Gedanken, nachhaltige Verbesserungen für den Standort der Pioniere in Villach zu erwirken. Der massive Zulauf an Gerät, der geplante Aufwuchs mit KPE und der Bedarf zur Modernisierung machen eine Investition in die Infrastruktur zwingend notwendig. Wir, die Pioniere und die Brigade haben dabei die Aufgabe, mögliche Planungen der vorgesetzten Dienststellen mit nüchterner Sachkenntnis zu unterstützen.

Ableitungen für das AAB7:

Das AAB7 wird sich in Zukunft besonderen positiven Herausforderungen gegenüber sehen. Mit Priorität 1 geht es um den Aufbau und die Etablierung von ersten Elementen der KPE in Feldbach. Ab 1. Jänner 2017 soll mit dem Aufbau gestartet werden, voraussichtlich mit einem Kompaniekommando (KpKdo) und einem Aufklärungszug. Langfristig wäre eine gesamte Aufklärungskompanie (KPE) vorgesehen. Das AAB7 wird für die Brigade jenen Teil der BKG beistellen, die vor allem Aufklärung, Feuerleitung und Artillerie betreffen. Die größte Herausforderung stellt aus heutiger Sicht die infrastrukturelle Entwicklung dar. Nach derzeitigem Planungsstand wird das Bataillon in Zukunft aus 4 Kompanien bestehen, einer Stabskompanie, 2 Aufklärungskompanien und einer Artilleriebatterie. Um allen Elementen Platz zu bieten, gibt es bei den vorgesetzten Dienststellen die Planungen, ein weiteres Unterkunftsgebäude – als Ersatz für Fehring – in Feldbach errichten zu lassen. Diese Planungen sind durch die Sachkenntnis vor Ort zu unterstützen.

Die Aufgaben für die 7.JgBrig und ihre unterstellten Verbände sind herausfordernd. Nehmen wir diese an und haben Erfolg!

Wir sind beinahe dazu gezwungen, Vielseitig und Selbstbewusst – Gemeinsam zum Erfolg; oder anders ausgedrückt –

EINSATZBEREIT

JEDERZEIT

WELTWEIT!

Kampf im urbanen Gelände

Korporal Wieser, von der 2.Kompanie des Jägerbataillons 25, gibt uns heute einen kleinen Einblick in die Ausbildungspraxis für den „Kampf im urbanen Umfeld“. 

crc_glainach-6Ich hatte bereits einmal eine Ausbildung für den Ortskampf, jedoch bin ich mit viel Motivation und Freude in der Ortskampfanlage „Angererdorf“ bei Glainach angekommen.

Beim ersten Ausbildungsabschnitt erlernten wir das “Eckenschneiden” und “Vorpreschen”.
img_9374Ecken sind grundsätzlich Gefahrenstellen. Eine Möglichkeit, Ecken zu passieren, ist das “Schneiden” der Ecke. Hier wird die Ecke langsam überwunden und möglichst wenig vom eigenen Körper preisgegeben. Beim “Vorpreschen” erscheint der Schütze plötzlich und befindet sich bereits beim Erscheinen im Anschlag. Diese Technik wird allgemein auch als “Hüftknick” bezeichnet und ist schneller als das “Eckenschneiden”. Hier gelten die infanteristischen Grundsätze “viel sehen und nicht gesehen werden”

Erst wenn hier jeder Handgriff sitzt, wird weitergemacht.

img_0106Danach folgte der Ausbildungsabschnitt in dem wir die Stiegentechnik erlernten. Dabei arbeitet man sich raupenartig unter Absicherung aller Gefahrenstellen (Türen, Fenster, nächstes Stockwerk) vor.

Das Eindringen in ein Haus mittels verschiedener Hilfsmittel (Leiter, Brett, Muskelkraft) war als nächstes am Programm. Dabei geht als erstes ein Sicherungstrupp nach vorne und sichert dabei alle Gefahrenstellen ab. Der “Breacher” – jener Schütze, der für die Vorbereitung der Eindringstelle vorgesehen ist – geht vor und öffnet die Türe oder bringt die Leiter in Stellung.

Wenn diese Gruppe die Stellung bezogen hat und die Eindringstelle passierbar gemacht wurde, macht sich der Eindringtrupp auf den Weg und nimmt den Raum.

img_9405Im Anschluss an das Eindringen übten wir das richtige Überwinden von Kreuzungen und das Bewegen auf Straßen. Da wir natürlich nicht nur bei Tag eingesetzt werden und es in Gebäuden oft dunkel sein kann, trainierten wir das Vorgehen in Räumen noch in einem dafür verdunkelten Gebäude.

Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Eindringen in einen Raum. Dabei stellen sich drei Schützen auf einer Seite der Tür auf und der Breacher auf der anderen. Der Breacher öffnet die Türe, dabei stehen ihm verschiedene Mittel zur Verfügung: Ramme, Hammer, Pumpgun und sogar ein Sprengsatz gehören zu den Hilfsmitteln, die hier angewandt werden.

img_0241Hat der Breacher die Türe erstmal geöffnet, dringen die drei Schützen auf eine fix vorgegebene Weise in den Raum ein. Einer sichert die linke Seite, der Zweite die Rechte und der Dritte versichert sich, in dem er sich mit dem Blick zur Decke im Kreis dreht, dass sich keine Sprengsätze im Raum befinden und im sichttoten Raum hinter der Türe kein feindlicher Schütze wartet.

Am Ende des Tages übten wir die verschiedenen Techniken im Ganzen. Dabei drangen wir mittels Sicherung und Eindringtupp in die Gebäude ein,  nahmen das Erdgeschoss Raum für Raum, arbeiteten uns mittels Stiegentechnik über das Stiegenhaus in den ersten Stock vor und nahmen auch dieses und den Dachboden. In einem Raum befand sich ein feindlicher Schütze, den wir stellten und durchsuchten.

Am zweiten Ausbildungstag setzten wir das Gelernte in einer Kampfbahn, die sich quer durch die Gebäude der Ortskampfanlage “Angererdorf” in Glainach zog, um. Gebäude für Gebäude musste auf diese Art genommen werden, die wir am Vortag erlernten. Es waren verschiedene Hindernisse zu überwinden, wir benutzten Rauchkörper beim Übersetzen. In der gesamten Anlage waren Ziele aufgebaut, die wir bekämpfen mussten. Zum Abschluss übten wir das Bergen eines verletzten Kameraden durch ein Tunnelsystem.

Im Großen und Ganzen war die Ausbildung hoch interessant, fordernd und lehrreich.

Korporal   Wieser