Die 7. Jägerbrigade informiert.

Geschätzte Leser der Website,

Angehörige des Jägerbataillons 25

woergoetterAm Beginn stelle ich als Ihr Brigadekommandant fest, dass Ihr aller Engagement und Ihre positive Herangehensweise und Annahme von Herausforderungen vorbildlich ist, vor allem seit den besonderen zusätzlichen Erfordernissen ab September 2015! Sie haben die Aufträge in erster Linie zum Schutz und zum Wohl unseres Volkes und unserer Heimat erfüllt! Respekt und Anerkennung im Namen des Dienstes als Ihr Brigadekommandant; und ein Dank von mir persönlich als Jürgen Wörgötter und Bürger in Uniform.

Am 22. Juni 2016 wurden die Kommandanten der Truppe nach Wien gerufen um die Ergebnisse zur Neuausrichtung des Militärs offiziell zu erfahren. Der Grundtenor ist sehr positiv – es geht wieder bergauf – es gibt genug zu tun!!

Lage im Großen:

An dieser Stelle muss ganz klar gesagt werden, dass die äußeren Umstände, welche zu dieser Trendwende führten, alles andere als erfreulich sind. Krisenraum Ukraine, neue Spannungen um das Baltikum, der als Pulverfass zu bezeichnende mittlere und nahe Osten, unkontrollierte Entwicklung von vielen Regionen als Brutstätten des Terrors, instabile Lagen an der afrikanischen Gegenküste des Mittelmeers, zu erwartende große Flüchtlingsbewegungen aus dem Raum jenseits der Sahara, um nur eine Auswahl an Beispielen zu treffen – alles Räume direkt angrenzend oder an der Peripherie Europas! Und nicht zuletzt die gesamtheitlichen Herausforderungen um die Flüchtlingsbewegungen und die zunehmende Anzahl an Terrorakten mitten in Europa! Die Auswirkungen von alldem sind auch im Herzen Europas mehr spürbar als je zuvor. Sicherheit ist nicht geschenkt! Sicherheit ist das Basisbedürfnis von uns allen! Sicherheit zum Spartarif ergibt nicht die geforderte Wirkung! Sicherheit ist sehr wertvoll! Ja, es gibt wirklich viel zu tun!!

Lage der Streitkräfte:

Wir werden wieder stärker! Kasernen bleiben, neue Verbände entstehen, Modernisierung und Neubeschaffungen sind angekündigt, Infrastruktur wird verbessert, Personal wächst auf, Kaderpräsenzeinheiten (KPE) innerhalb der Landstreitkräfte werden auf 4.500 verdoppelt. Besoldung für den jungen Kadermann wird aufgestockt! Ich orte bei meinen Dienstaufsichten ein gutes Maß an Aufbruchsstimmung bei meinen Mannschaften und in der Bevölkerung. Allein schon der Umstand, dass die für die Auftragserfüllung nötigen Mehrdienstleistungen finanziell abgegolten werden und die Übungstätigkeiten zunehmen können darf als erstes Zeichen des positiven Trends gewertet werden! Ich will an dieser Stelle aber besonders darauf hinweisen, dass wir uns ein wenig Zeit geben müssen um den Umkehrschwung tatsächlich umzusetzen und die Auswirkungen am Kasernenhof zu sehen. Ich möchte etwas Geduld einmahnen! Modernisierung und Neubeschaffung geht nicht von heute auf morgen. Aber eines ist heute schon klar absehbar. Mehr CRC-Ausrüstung, Stich- und Splitterschutzwesten, Helme, mehr geschützte Fahrzeuge, mehr Gruppenfahrzeuge, mehr Mannschaftstransporter, Spezialfahrzeuge, Drohnen, Radar, Pionier- und ABC-Ausrüstung und anderes mehr ist in Planung und teilweise schon in Beschaffung! Ich werde bei meinen nächsten „Stunden Brigadekommandant“ im Herbst 2016 bei den Verbänden dazu im Detail informieren.

Erfolgskriterium Nummer Eins ist aus meiner Sicht die notwendige Aufbringung des Nachwuchses und der Kaderaufwuchs. Hier wird es messbar sein ,ob wir Erfolg haben. Daher haben alle Fördermaßnahmen zum Aufwuchs des Personals klare Priorität!! Aus Sicht der 7.JgBrig hätte dabei der Nachwuchs zum Unteroffizier und der Nachwuchs  als Militärvertragsbediensteter (MVB) – Soldat als KPE denselben Stellenwert.

Lage bei der 7. Jägerbrigade:

Die 7.JgBrig wird spezialisiert, als „leichte Brigade“ bezeichnet und steht gemeinsam mit dem Kommando Schnelle Einsätze (KSE) in Mautern im Fokus der Weiterentwicklung. Die Begrifflichkeit „Leicht“ darf dabei nicht falsch verstanden werden! Leicht bedeutet leicht gepanzert und luftbeweglich, also vom Wesen her ausreichend geschützt, flexibel und bei Bedarf schnell wirksam. Die Veränderungen im Führungsbereich der 7.JgBrig im Süden Österreichs sind zweigeteilt. In Kärnten wird zunächst das Jägerbataillon 26 (JgB26) in das Militärkommando Kärnten (MilKdoK) integriert; mittelfristig besteht die Absicht das neue Jägerbataillon 7 (JgB7) aufzustellen, um danach das JgB26 wieder an das Kommando Gebirgskampf (vormals 6.JgBrig) zurück zu unterstellen. Die Aufstellung des JgB7 ist zwar durch das MilKdoK zu erfüllen, wird aber stark durch die 7.JgBrig zu unterstützen sein. In der Steiermark wird das Jägerbataillon 18 aus St. Michael in absehbarer Zeit, spätestens wohl mit 1. Jänner 2017, aus der 7.JgBrig herausgelöst und dem Militärkommando Steiermark unterstellt; trotzdem wird sich der Personalstand der Brigade leicht erhöhen, da wir in der Binnenstruktur der Verbände einen massiven Zuwachs an – vor allem – Kaderpräsenzeinheiten (KPE) erfahren werden. Der Anteil an KPE wird sich vor allem im südsteirischen Raum – von Straß über Feldbach bis Güssing)- mehr als verdreifachen.

Die Aufträge an die 7.JgBrig sind noch nicht klar ausdefiniert, ich sehe in Zukunft aber folgende 3 Kernaufgaben für uns:

1. Aufbau der Bataillonskampfgruppe (BKG), gehärtet bzw. luftbeweglich, für eine Stabilisierungsoperation in einem Auslandsszenario mittlerer Intensität,

2. Beitrag für die Sicherstellung vor allem der reaktiven Terrorbewältigung im In- und Ausland, dabei in enger Zusammenarbeit mit dem KSE,

3. Beitragsleistung zur Sicherheitspolizeilichen Assistenz sowie zur Katastrophenbewältigung in Anlassfällen wie bisher.

Vor allem Aufgabe 1 und 2 bedeuten einen notwendigen Zuwachs von militärisch-technischen Fähigkeiten und letztlich auch die geistige Fähigkeit die „Landesverteidigung innerhalb der eigenen Landesgrenzen“ neu zu denken, diese zu verstehen, dabei klar zu definieren und die Notwendigkeiten daraus abzuleiten.

Die 7.JgBrig wird dabei die Basisfähigkeiten der Gefechtstechniken und der Terrorbewältigung (= Consequence Management) weiterentwickeln und stabilisieren und die taktischen Fähigkeiten zur Führung von robusten Einsätzen im Sinne des Kampfes der verbundenen Waffen und des „shapings the battlefield – vor Waffengebrauch“  schärfen!

Die beiden Hauptsäulen der Entwicklung dabei sind das Jägerbataillon 17 (JgB17, Straß) und das Jägerbataillon 25 (JgB25, Klagenfurt). Das Stabsbataillon 7 (StbB7, Klagenfurt), das Pionierbataillon 1 (PiB1, Villach) und das Aufklärungs- und Artilleriebataillon7 (AAB7, Feldbach) werden mit den jeweiligen Fachfähigkeiten der Führung, der Logistik und der Kampfunterstützung ergänzen und unterstützen.

Ableitungen für das StbB7:

Das StbB7 wird einen Teil abgeben, die Miliz weiter aufbauen, mit KPE verstärkt, Teil der EUBG bleiben, den Standort Bleiburg weiter betreiben und wird wesentliche Elemente der Einsatzunterstützung für die BKG der 7.JgBrig bereitstellen. Die Werkstattkompanie wird an das HLoGZ Klagenfurt abgeben, wobei noch in Beurteilung steht, welche Elemente aus dieser Kompanie zur Eigeninstandsetzung doch im StbB7 verbleiben und in die Stabskompanie integriert werden. Die Lehrkompanie wird weiterhin in Bleiburg die nunmehr beschlossene Kaderanwärterausbildung Neu ab Herbst 2016 durchführen. Die Nachschubs-Transport-Kompanie wird weiterhin Träger der EUBG sein und den KPE-Stand erhöhen, die ABC-Abwehrkompanie, ebenfalls im KPE-Status, die bisherigen Aufgaben weiter wahrnehmen.  Stabskompanie und Führungsunterstützungskompanie werden neben den bataillonsinternen Aufgaben vor allem die Entwicklung des Gefechtsstandkonzeptes für die BKG unterstützen.

Ableitungen für das JgB17:

Das JgB17 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die gehärtete BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert, auch wenn in weiterer Folge das System Pandur mit dem JgB19 aus Güssing zu teilen ist. Das JgB17 wird einen ordentlichen Zuwachs an KPE erfahren; neben der seit 1. Juli begonnenen Aufstellung eines weiteren JgZg sollen ab 2017 Elemente der Kampfunterstützung, also Scharfschützen, Panzerabwehrlenkwaffen und schwere Granatwerfer ebenfalls in den KPE-Status wechseln, langfristig steht damit die Aufstellung einer weiteren KPE-Kp im Raum. Der Aufbau der Miliz geht bis auf weiteres in der geplanten Art weiter und die räumliche Nähe zur Südgrenze bringt den Umstand, dass der Standort Straß noch länger als Basis für den AssE/hsF wird dienen müssen. Die OrgPläne für die Infanterie sind noch in Bearbeitung, sollen aber mit Jahreswechsel verfügbar werden und orientieren sich an dem Modell JgB25.

Ableitungen für das JgB18:

Das JgB18 ist der Hauptträger der Milizkomponente in der Steiermark und ist innerhalb der 7.JgBrig am intensivsten von der Umstrukturierung betroffen, weil der Abgang von der 7.JgBrig und die Unterstellung zum MilKdoST beschlossen ist und die Umsetzung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mit 1. Jänner 2017 abgeschlossen sein soll. Die tatsächlich spürbaren Änderungen für den Verband werden aber eher gering sein. KPE wird im Raum verbleiben und auch die waffengattungsspezifische Ausbildung im urbanen Raum und im (Mittel)Gebirge bleibt erhalten, sodass die militärischen Fähigkeiten als Arbeitgeber in der Obersteiermark attraktiv bleiben und ein Mitüben bei der 7.JgBrig im Rahmen von größeren Übungsvorhaben, natürlich in enger Abstimmung mit dem MilKdoST, weiterhin möglich ist. Der OrgPlan verbleibt in der Kp-Struktur unverändert mit 3 Jägerkompanien, die schweren Systeme und die Aufklärung verbleibt in der Stabskompanie. Die Festlegung der detaillierten Binnenstruktur erfolgt nun im Herbst, die Anzahl der Arbeitsplätze bleibt in etwa gleich bzw. könnte sich geringfügig sogar erhöhen. Die Hauptaufgabe des JgB18 dürfte, ohne dem neuen führenden Kommando vorgreifen zu wollen, in der Entwicklung der Fähigkeiten im Consequence Management liegen, zur Abwehr von Terrorbedrohungen, auch im Rahmen der Miliz.

Ableitungen für das JgB25:

Das JgB25 ist Träger Entwicklung der Fähigkeiten für die Elemente der luftbeweglichen BKG innerhalb der 7.JgBrig und innerhalb der Streitkräfte. Damit ist das Alleinstellungsmerkmal weiterhin klar definiert! Die Zusammenarbeit mit dem Jagdkommando und dem Kommando Luftunterstützung werden dabei wieder mehr in den Focus zu nehmen sein. Die „Airborne Community“ ist wieder zu intensivieren! Neben der Luftlandefähigkeit sind auch die Fähigkeiten für die gehärtete BKG – in enger Zusammenarbeit mit dem JgB17 – weiterzuentwickeln, nicht zuletzt aufgrund der ORF-Verantwortung 2017/18. Langfristig wird das JgB25 auch den KPE-Status als vermindertes Bataillon gewährleisten können; vermindert dabei bedeutet, dass nach Erfüllung des ORF-Auftrages mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eine JgKp vom KPE-Status in eine Rahmeneinheit übergeführt werden dürfte. Ziel muss es dann sein, mit Kdo- und StbKp, einer InfKp und einer KUKp den KPE-Level selbständig bei rund um 85 {9a47f28bf65d6058c406a309d64fa7e8a9f539d025b655a140c9a379b00f7126} oder höher zu halten. Die Unterstellung weiterer Manöverelemente (KPE) wird anlassbezogen durch die Brigade sichergestellt.

Ableitungen für das PiB1:

Das PiB1 wird in weiterer Folge den bereits bekannten OrgPlan einnehmen können. Die besondere Herausforderung mittelfristig wird es sein, den Anteil an KPE auf bis zu Kompaniestärke zu erhöhen. Im Jahr 2017 ist es vorgesehen, neben den bereits vorhandenen Elementen KMA(KPE) ein KpKdo(KPE) und einen weiteren PiZg(KPE) aufzustellen. Das PiB1 hat einen erfolgreichen Weg zur Erhöhung der Fähigkeiten zur Kampfunterstützung eingeschlagen – dieser Weg wird durch die Brigade voll inhaltlich bestätigt und ist weiter zu beschreiten. Dabei kommt es darauf an, das Schwergewicht auf jene Fähigkeiten zu legen, welche im Rahmen der BKG eine besondere Bedeutung haben. Nicht zuletzt soll an dieser Stelle die Situation zur Infrastruktur angesprochen werden. Es gibt Bestrebungen und Gedanken, nachhaltige Verbesserungen für den Standort der Pioniere in Villach zu erwirken. Der massive Zulauf an Gerät, der geplante Aufwuchs mit KPE und der Bedarf zur Modernisierung machen eine Investition in die Infrastruktur zwingend notwendig. Wir, die Pioniere und die Brigade haben dabei die Aufgabe, mögliche Planungen der vorgesetzten Dienststellen mit nüchterner Sachkenntnis zu unterstützen.

Ableitungen für das AAB7:

Das AAB7 wird sich in Zukunft besonderen positiven Herausforderungen gegenüber sehen. Mit Priorität 1 geht es um den Aufbau und die Etablierung von ersten Elementen der KPE in Feldbach. Ab 1. Jänner 2017 soll mit dem Aufbau gestartet werden, voraussichtlich mit einem Kompaniekommando (KpKdo) und einem Aufklärungszug. Langfristig wäre eine gesamte Aufklärungskompanie (KPE) vorgesehen. Das AAB7 wird für die Brigade jenen Teil der BKG beistellen, die vor allem Aufklärung, Feuerleitung und Artillerie betreffen. Die größte Herausforderung stellt aus heutiger Sicht die infrastrukturelle Entwicklung dar. Nach derzeitigem Planungsstand wird das Bataillon in Zukunft aus 4 Kompanien bestehen, einer Stabskompanie, 2 Aufklärungskompanien und einer Artilleriebatterie. Um allen Elementen Platz zu bieten, gibt es bei den vorgesetzten Dienststellen die Planungen, ein weiteres Unterkunftsgebäude – als Ersatz für Fehring – in Feldbach errichten zu lassen. Diese Planungen sind durch die Sachkenntnis vor Ort zu unterstützen.

Die Aufgaben für die 7.JgBrig und ihre unterstellten Verbände sind herausfordernd. Nehmen wir diese an und haben Erfolg!

Wir sind beinahe dazu gezwungen, Vielseitig und Selbstbewusst – Gemeinsam zum Erfolg; oder anders ausgedrückt –

EINSATZBEREIT

JEDERZEIT

WELTWEIT!

Kampf im urbanen Gelände

Korporal Wieser, von der 2.Kompanie des Jägerbataillons 25, gibt uns heute einen kleinen Einblick in die Ausbildungspraxis für den „Kampf im urbanen Umfeld“. 

crc_glainach-6Ich hatte bereits einmal eine Ausbildung für den Ortskampf, jedoch bin ich mit viel Motivation und Freude in der Ortskampfanlage „Angererdorf“ bei Glainach angekommen.

Beim ersten Ausbildungsabschnitt erlernten wir das “Eckenschneiden” und “Vorpreschen”.
img_9374Ecken sind grundsätzlich Gefahrenstellen. Eine Möglichkeit, Ecken zu passieren, ist das “Schneiden” der Ecke. Hier wird die Ecke langsam überwunden und möglichst wenig vom eigenen Körper preisgegeben. Beim “Vorpreschen” erscheint der Schütze plötzlich und befindet sich bereits beim Erscheinen im Anschlag. Diese Technik wird allgemein auch als “Hüftknick” bezeichnet und ist schneller als das “Eckenschneiden”. Hier gelten die infanteristischen Grundsätze “viel sehen und nicht gesehen werden”

Erst wenn hier jeder Handgriff sitzt, wird weitergemacht.

img_0106Danach folgte der Ausbildungsabschnitt in dem wir die Stiegentechnik erlernten. Dabei arbeitet man sich raupenartig unter Absicherung aller Gefahrenstellen (Türen, Fenster, nächstes Stockwerk) vor.

Das Eindringen in ein Haus mittels verschiedener Hilfsmittel (Leiter, Brett, Muskelkraft) war als nächstes am Programm. Dabei geht als erstes ein Sicherungstrupp nach vorne und sichert dabei alle Gefahrenstellen ab. Der “Breacher” – jener Schütze, der für die Vorbereitung der Eindringstelle vorgesehen ist – geht vor und öffnet die Türe oder bringt die Leiter in Stellung.

Wenn diese Gruppe die Stellung bezogen hat und die Eindringstelle passierbar gemacht wurde, macht sich der Eindringtrupp auf den Weg und nimmt den Raum.

img_9405Im Anschluss an das Eindringen übten wir das richtige Überwinden von Kreuzungen und das Bewegen auf Straßen. Da wir natürlich nicht nur bei Tag eingesetzt werden und es in Gebäuden oft dunkel sein kann, trainierten wir das Vorgehen in Räumen noch in einem dafür verdunkelten Gebäude.

Hauptaugenmerk lag dabei auf dem Eindringen in einen Raum. Dabei stellen sich drei Schützen auf einer Seite der Tür auf und der Breacher auf der anderen. Der Breacher öffnet die Türe, dabei stehen ihm verschiedene Mittel zur Verfügung: Ramme, Hammer, Pumpgun und sogar ein Sprengsatz gehören zu den Hilfsmitteln, die hier angewandt werden.

img_0241Hat der Breacher die Türe erstmal geöffnet, dringen die drei Schützen auf eine fix vorgegebene Weise in den Raum ein. Einer sichert die linke Seite, der Zweite die Rechte und der Dritte versichert sich, in dem er sich mit dem Blick zur Decke im Kreis dreht, dass sich keine Sprengsätze im Raum befinden und im sichttoten Raum hinter der Türe kein feindlicher Schütze wartet.

Am Ende des Tages übten wir die verschiedenen Techniken im Ganzen. Dabei drangen wir mittels Sicherung und Eindringtupp in die Gebäude ein,  nahmen das Erdgeschoss Raum für Raum, arbeiteten uns mittels Stiegentechnik über das Stiegenhaus in den ersten Stock vor und nahmen auch dieses und den Dachboden. In einem Raum befand sich ein feindlicher Schütze, den wir stellten und durchsuchten.

Am zweiten Ausbildungstag setzten wir das Gelernte in einer Kampfbahn, die sich quer durch die Gebäude der Ortskampfanlage “Angererdorf” in Glainach zog, um. Gebäude für Gebäude musste auf diese Art genommen werden, die wir am Vortag erlernten. Es waren verschiedene Hindernisse zu überwinden, wir benutzten Rauchkörper beim Übersetzen. In der gesamten Anlage waren Ziele aufgebaut, die wir bekämpfen mussten. Zum Abschluss übten wir das Bergen eines verletzten Kameraden durch ein Tunnelsystem.

Im Großen und Ganzen war die Ausbildung hoch interessant, fordernd und lehrreich.

Korporal   Wieser

Traditionstag und Tag der offenen Tür 9.September

3 Jubiläen, eine Feier mit drei Schlagworten

traditionstag_16_web_-27Wir 25er sind mit der Traditionspflege des K&K Infanterieregiment Nr7 Andreas Graf von Khevenhüller beauftragt. Unter diesem Motto stand wie jedes Jahr der Traditionstag. Diesmal haben wir diesen militärischen Festakt mit einem tag der offenen Tür verknüpft.

traditionstag_16_web_-26Drei Jubiläen wurden gefeiert: Erstens das 325jährige Bestehen des Infanterieregiment Nr7. 1691 gegründet, stand es bereits kurz nach Aufstellung im Einsatz in verschiedenen Kriegen.
Zweitens 300 Jahre Schlacht von Peterwardein. In dieser Schalcht bei Peterwardein (heute Novi Sad) kämpfte das Regiment siegreich unter Prinz Eugen gegen eine doppelte Übermacht der Türken. Der bedingungslose Einsatz der 7er trug wesentlich zum Sieg Prinz Eugens bei.

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Drittens 60 Jahre Jägerbataillon 25. Wie das IR7 sind auch die 25er ein Einsatzbataillon, Einsatz wird ausgebildet, gedacht und gelebt. Wir haben das gerade in den letzten beiden Jahren bewiesen mit dem Kosovoeinsatz, in dem über 350 25er gestanden haben und dem Assistenzeinsatz zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik.

traditionstag_16_web_-12Die drei Schlagworte für diese Veranstaltung sind Tradition, Information und Kameradschaft.
Tradition hat schon der rege Besuch des Festaktes, über 300 Gäste haben uns beehrt. Die Tradition der 7er und der 25er stand auch im Mittelpunkt aller Festredner.

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Information für die Öffentlichkeit und der Angehörigen war das Ziel des Tages der offenen Tür. Alle Waffen und die neuen Gefechtsfahrzeuge wurden präsentiert, die Besucher konnten auch die Nahkampf- und Gefechtsvorführung bewundern. Militär zum Angreifen.
Die Kameradschaft kam natürlich nicht zu kurz, so bleiben einige Freunde bis in die späten Abendstunden.

Kurz gesagt ein schöner, informativer Tag!

Die Schlacht bei Peterwardein (1716)

Zum 300. Mal jährt sich heuer die Schlacht von Peterwardein, dem heutigen Novi-Sad in Serbien. Diese historische Auseinandersetzung war der Auftakt zum 6. Österreichisch-Türkischen Krieg. Dieser war eine Folge der vorangegangenen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Habsburgern und dem Ottomanischen Reich, welche im Friedensvertrag von Karlowitz (26. Jänner 1699) vorübergehend ein Ende fanden.

Unterlegen im 5. Türkenkrieg (1683-1699) regelte der Vertrag von Karlowitz die Verdrängung der Türken hinter das Südufer der Donau, was der damalige Sultan Ahmed I. nicht akzeptieren wollte.

Dadurch wurde ganz Ungarn, Siebenbürgen und ein Großteil Kroatiens in die k.u.k Monarchie eingegliedert und markiert den Aufstieg Österreichs zur Großmacht.

1714: Venedig wird angegriffen
Im Dezember 1714 erklärt das Osmanische Reich, wegen angeblicher Handelsvergehen, den Venezianern den Krieg. Erst im Juni 1715 fanden dann auch die ersten Kampfhandlungen statt, die sich auf den Pelloponnes konzentrierten. Zahlenmässig hoffnungslos unterlegen rief die Lagunenstadt Österreich, mit Berufung auf die “Heilige Liga von 1684”, einem Bündnis der europäischen Länder gegen den osmanischen Aggressor, zu Hilfe.

Kaiser Karl der VI. zögerte jedoch. Zu schwer war seine Armee durch den Spanischen Erbfolgekrieg geschwächt. Erst als  Papst Clemens der XI. die nötigen Geldmittel zur Verfügung stellte, und einen Nichtangriffspakt mit dem Erzfeind Frankreich ausverhandelte, war die k.u.k Armee bereit sich aktiv an den Kampfhandlungen zu beteiligen.

Prinz Eugen von Savoyen und Mannschaftszahlen:
Hier von einem “Gleichgewicht der Kräfte” zu sprechen ist wohl realitätsfern. Die Osmanische Heerschar bestand aus über 150.000 Soldaten, dazu kamen  50.000 Gefolgsleute. Prinz Eugen hatte nur 70.000 Mann unter seinem Befehl. Hier einen Angriff zu führen würde keinem Strategen einfallen, außer er ist verwegen. Und genau diese Eigenschaft kam dem angriffslustigen Prinzen zu Gute….

5. August 1716. Angriff im Morgengrauen.
Nachdem Aufklärungsspitzen am 2. August die Sümpfe des südlichen Donauufers überschritten und den Raum um Peterwardein aufklärten wurden sie bereits in Gefechte mit türkischen Reitern verwickelt. Rasch zog die Hauptstreitmacht nach, und besetzte die Festung von Peterwardein, auf der die Flagge der Donaumonarchie wehte. Nach langer strategischer Analyse rieten die Stabsoffiziere dem streitbaren Prinzen er möge sich auf ein defensives Gefecht einrichten, da die Türken strategisch wichtige Anhöhen mit befestigten Stellungen in Besitz genommen hatten.

Doch Eugen von Savoyen ging aufs Ganze: Er befahl Alexander von Württemberg seine Truppen gegen die Artillerie des Gegners in Stellung zu bringen und Griff mit Infanterie das Türkische Heer frontal an. Durch das Nadelöhr der Festung gelang der Aufmarsch allerdings nicht im geplanten zeitlichen Rahmen, die k.u.k Truppen wurden wieder in die Festung zurückgedrängt.

Erst durch den heldenhaften Angriff der österreichischen Kavallerie auf die Flanke des Gegners  konnte der Feind eingekesselt werden.

Der kampferprobte Prinz führte todesmutig den entscheidenden Schlag gegen den Feind und konnte am 5. August um zwei Uhr nachmittags das Lager des Großvesir Pasha einnehmen.

 

Traditionstag des JgB25

Traditionstag des Jägerbataillons 25

Wir laden Sie herzlich ein mit uns in der KHEVENHÜLLERKASERNE in KLAGENFURT das 300 Jährige Jubiläum der Schlacht zu Peterwardein  zu feiern!

Am 9. September 2016 um 1030 Uhr

Nach dem Festakt erwartet Sie eine Waffenschau sowie eine dynamische Gefechtsvorführung des Kaderbataillons

EINTRITT FREI!!!

Für Speisen und Getränke wird gesorgt.

Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung

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    Was macht eigentlich ein Scharfschütze

    Als “Skalpell der Infanterie” kommt den Scharfschützen eine wichtige Bedeutung in der modernen Kriegsführung zu.

    DSC_0388 copyDie Reichweite des schweren Scharfschützengewehrs liegt mit 1800m Einsatzschußweite im internationalen Spitzenfeld. Auch die Beobachtungsmittel können sich sehen lassen: Nachtkampftauglich und am neuesten Stand der Technik.
    sSSG

    Doch können wir aus Filmen wie “American Sniper” Anleihen für die Wirklichkeit ziehen? Ist das Leben eines Scharfschützen heroisch verklärt oder sieht die Sache in der Realität anders aus?

    Die Antwort lautet “Ja und Nein”.

    Ein Scharfschütze wird oft zur Sicherung von Luftlandezonen eingesetzt. Hier liegt er meist tagelang in einer Deckung, abseits von Anschlussversorgung und eigenen Strukturen. Dies erfordert Durchhaltevermögen, Selbständigkeit und tadelloses gefechtsmäßiges Verhalten. Eigenverantwortung steht hier an oberster Stelle.

    PersWerbWolfsberg Steinberger M scharfschützen-1646Cinematographisch wird der Scharfschütze gerne als Actionheld dargestellt, der von erhöhten Zielen aus einen Schuss nach dem anderen abgibt. Das erfordert  die Dramaturgie des Mediums Film. Der “echte” Scharfschütze liegt jedoch lange, ohne einen Schuss abzugeben, in seiner Deckung und schleppt schwere Ausrüstung durch unwegsamesGelände.

    Das erfordert überdurchschnittliche körperliche Leistungsfähigkeit und eine gewisse Leidensbereitschaft welche im gesonderten Auswahlverfahren überprüft und die Voraussetzung zur Einteilung auf den begehrten Arbeitsplatz darstellt.

     

    Barettmarsch 06/16

    Der Barettmarsch. Angedacht als “Initiationsritual” für angehende Fallschirmjäger stellt er einen fixen Bestandteil der Ausbildung beim   Jägerbataillon 25 dar.  Jeder, wirklich jeder der Soldaten bei unserem Bataillon – vom einfachen Schützen bis zum Bataillonskommandanten – muß diese Prüfung ablegen und bestehen um das weinrote Barett tragen zu dürfen.

    Wir wollen hier nicht zu viel über den Barettmarsch verraten, Mythen und Geheimnisse sollen sich weiter darum ranken. Einen kleinen Einblick können wir jedoch preisgeben:

     

    – Stationsmarsch über ca. 45km
    – 16 Stationen unter anderem: Abseilen, Durchschwimmen von
    Gewässern, Überqueren von Gewässern (Pionierboot),
    Orientieren, Pionierdienst, Waffen und Schießdienst,
    Eilmarsch usw.
    – Ziel: Teambuilding, Coorporate Identity
    – Verleihung des Barettes in den Morgenstunden des 2.
    Marschtages ca. 6 km vor dem Ziel.

     

     

     

    barettmarsch 0616 - 1Gleich nach dem Start geht es zum Abseilen. Der Bataillonskommandant, Oberstleutnant Alexander Raszer – selbst Bergführer, überwacht die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen.

    barettmarsch 0616 - 1 (1)Motivation vom Brigadekommandanten: Brigadier Mag. Jürgen Wörgötter spricht den jungen Kadersoldaten des Jägerbataillons 25 Mut zu.

    barettmarsch 0616 - 1 (6)Orientieren im Gelände. Selbst in Zeiten von GPS und online-Karten müssen unsere Fallschirmjäger mit der Bussole und Kompass umgehen können.

    barettmarsch 0616 - 1 (3)Mutprobe: die Seilrutsche, installiert von unserem geschulten Alpinpersonal

    barettmarsch 0616 - 1 (2)Oberstleutnant Alexander Raszer (links) begleitet die erste Gruppe.

    barettmarsch 0616 - 1 (7)Wachtmeister Neidhart nach dem Durschwimmen des Rauschelesees. Im Sommer sicher eine der beliebtesten Stationen.

    barettmarsch 0616 - 1 (8)Blasen werden von unserem Geschulten Sanitätspersonal verarztet.

    barettmarsch 0616 - 1 (5)Bruthitze und selektive Steigungen.

    barettmarsch 0616 - 1 (4)Immer vorne mit dabei: Bataillonskommandant Oberstleutnant Alexander Raszer. Sein Fahrer hatte an den beiden Tagen wenig zu tun. Er begleitete den Barettmarsch per pedes.

    barettmarsch 0616 - 1 (10)Marschpausen werden genutzt um die Verschwitzte Kleidung zu tauschen.

    barettmarsch 0616 - 1 (9)Am Abend des ersten Tages: Das Überqueren des Wörthersees in Pionierbooten. Während die Marschteilnehmer rudern werden sie von Booten des Pionierbataillons 1 begleitet.

    barettmarsch 0616 - 1 (11)Kurze Rast beim Schloss Tentschach. Die Anstrengung ist den jungen Kadersoldaten ins Gesicht geschrieben.

    barettmarsch 0616 - 1 (12)Oberstleutnant Alexander Raszer gibt die letzten Befehle für die Verleihung der roten Barette

    barettmarsch 0616 - 1 (13)Wachtmeister Neidhart ist “mutig, tapfer und treu”

    barettmarsch 0616 - 1 (14)Brigadier Mag. Jürgen Wörgötter im Gespräch mit den Soldaten des Jägerbataillons 25 kurz vor Beginn des Eilmarsches.

    barettmarsch 0616 - 1 (15)Begleitet von Brigadier Mag. Jürgen Wörgötter startet die letzte Station des Barettmarsches: Eilmarsch in die Kaserne

    barettmarsch 0616 - 1 (16)Die letzten Meter des Eilmarsches. Die Füße tun weh doch die Moral ist hoch.

    barettmarsch 0616 - 1 (17)Die Marschteilnehmer melden sich beim Brigadekommandanten, Mag. Jürgen Wörgötter, zurück.

     

    Manaslu Expedition – Gipfelsieg

    Der Manaslu ist mit 8163 m der achthöchste Berg der Welt und wurde am 9. Mai 1956 von einer japanischen Expedition erstbestiegen. Das Niederländische Königliche Marinekorps führte im April und Mai 2016 eine internationale militärische Expedition durch, um zum 60. Jubiläum eine Besteigung zu schaffen. Mit dabei Oberleutnant Gerald Schumer vom Jägerbataillon 25, der von den Niederländern eingeladen wurde.

    Vorgeschichte:

    Ende 2014 wurde im Bundesheer erhoben, ob es Heeresbergführer gibt, die an einer Vorbereitung für eben diese Expedition teilnehmen wollen. Von den über 20 Gemeldeten wurden zwei junge Offiziere zur Vorbereitung in die Schweiz entsandt. Ziel: Besteigung aller 48 4000er der Schweiz. Einen wesentlichen Teil dazu konnte Oberleutnant Gerald Schumer im Zuge dieser Vorbereitung zum Erfolg des Unternehmens beitragen. So wurde er ausgewählt, an der Manaslu Expedition teilzunehmen.

    Nach der Auswahl musste Schumer selbstständig konditionell und bergsteigerisch über den Winter trainieren. Wegen des Assistenzeinsatzes im Burgenland und in Kärnten ging dies mit Masse nur in der Freizeit und am Abend. Währenddessen wurden in den Niederlanden über 2000 kg Ausrüstung vorbereitet und verpackt, die Planungen liefen seit Weihnachten 2015 auf Hochtouren.

    MANASLU_PROFILDurchführung:

    Die 26-köpfige Expedition startete Anfang April mit dem Flug nach Kathmandu. Dort angekommen galt es, den Transport mittels Tragtieren, Hochträgern (Sherpas) und zu Fuß vorzubereiten. Das Basislager auf 4800m Seehöhe wurde in einem 10tägigen Marsch erreicht, aufgrund gesundheitlicher Probleme kamen die letzten zwei Soldaten am 18. April an. Die Bergsteiger richteten sich möglichst angenehm für vier bis fünf Wochen  im ewigen Eis ein. Man stelle sich die Körperpflege, oder das Essen vor, klirrende Kälte (teilweise – 20° C bis maximal + 5° C) und Wind wenn man sich vom Zelt wegbewegt. Auch die regelmäßige Körperpflege ist in solcher Höhe absolut ohne Komfort.

    Der Plan für die Besteigung sah so aus:

    Errichtung von Hochlagern auf 5600 m, auf 6200 m, auf 6700 m und auf 7400 m, Versicherung von schwierigem Gelände mittels Fixseilen und Aluleitern, Verbringung von Sauerstofflaschen für den Gipfelsturm und Aufbau einer Rettungskette für das Gipfelteam. Dieser Plan wurde trotz meterhoher Schneefälle  und der damit steigenden Gefahr von Lawinen bis Ende April verwirklicht. Alleine die Spur und die obersten Fixseile unterhalb des Hochlagers auf 7400m schaffte man nicht. Bemerkung Schumers in diesen Tagen: „…zach is schon, Gott sei Dank vergeht das Kopfweh wieder wenn du unten bist…“

    13087789_1528688967437502_8971231731989945032_nDer erste Gipfelversuch wurde von 30. April bis 2. Mai unternommen. Aufgrund der kurzen Schönwetterphasen und des Neuschnees war er aber nicht erfolgreich. Es wurde die gesamte Mannschaft wieder ins Basislager zurückbeordert und ein neuer Plan ausgearbeitet. Fokus: Flexiblere Chancenausnutzung durch ein kleineres Gipfelteam und größere Unterstützungsteams, welche die Spurarbeit sowie den Abschluss der Installation der Fixseile für das Gipfelteam bewerkstelligen. Schumer wurde in ein Unterstützungsteam umgeteilt.

    Der zweite und erfolgreiche Anlauf auf den Gipfel wurde am 5.Mai gestartet, die Unterstützungsteams voran bis in das Lager 2 gebracht und die Arbeiten bis Lager 4 erledigt. Dr. Karl Gabl, der bekannte Innsbrucker Meteorologe, unterstützte die Expedition mit akkuraten Wetterprognosen via Telefon. Am 8.Mai kam das das Gipfelteam in das Lager 4 und gönnte sich eine kurze Rast. Noch in der frühen Nacht um 2:00 Uhr startete das Gipfelteam den entscheidenden Versuch. Sieben niederländische Mountain Leader und drei Sherpas schafften den Gipfel bis halb neun am Morgen. Eine Höchstleistung. Schumer hielt sich während des Aufstieges zwischen 6200m und 7000m für die etwaige Unterstützung bereit. Seine Aufbauarbeiten bis zum Lager 4 waren mitentscheidend für den Teamerfolg.

    e3fe3188a0f9daf408962cdd80a2c6ddNach der erfolgreichen Besteigung galt es, alle Bergsteiger und das gesamte Gerät wieder ordnungsgemäß ins Basislager und weiter Richtung Heimat zu verbringen. Dies dauerte bis zum 12. Mai.

    Ab 13. Mai wurde der Rückweg über Samagon (3550 m), der letzten Siedlung nach Kathmandu genommen. Am 17. Mai kamen alle wohlbehalten und gesund in Kathmandu an und konnten endlich entspannt ausschlafen und sich auf die Heimat freuen.

    Herzliche Gratulation!

    Die Redaktion

    Oberstleutnant Raszer

    INTERVIEW

    Was sind Ihre persönlichen Merkmale:

    In meiner bisherigen dienstlichen Verwendung war ich vorwiegend in der Ausbildung und im Einsatz tätig. Ich konnte mir durch meine Auslandseinsätze, bei denen ich mit Masse eine Kommandantenfunktion bekleidete, ein umfangreiches Wissen im Bereich der Führung und Konfliktbewältigung aneignen. Ich sehe meine Stärken in der Entscheidungs-, Team- und Durchsetzungsfähigkeit bei Problemlösungen. Abgeleitet aus meinen Einsatzerfahrungen, stellen Mitarbeitermotivation und Teamarbeit auf allen Ebenen eine Leitlinie im täglichen Dienstbetrieb dar.

    Was ist Ihre Motivation für die Funktion des Bataillonskommandanten:

    Da ich ja bereits als Kommandant der Kaderkompanie und auch der ersten Kaderpräsenzkompanie im In- und Ausland Erfahrungen sammeln konnte und somit auch an der Grundsteinlegung für das heutige Kaderpräsenzbataillon mitarbeiten durfte, ist für mich schon seit langem das Ziel, als Bataillonskommandant wirken zu können klar festgestanden. Dieser Verband mit speziellen Fähigkeiten verfügt über motivierte Soldatinnen und Soldaten mit einem hohen Ausbildungsstand. Ziel ist es, auf diesen sehr guten Grundlagen aufzubauen und durch Führung und Motivation den Verband auf die zukünftigen Aufgaben und Bedrohungen vorzubereiten.

    Was sind Ihre Ziele:

    Ich möchte durch eine vorausschauende Personalführung, im Einklang mit der dazugehörenden Kaderausbildung, das Selbstverständnis als Soldatin und Soldat des Jägerbataillons 25 (KPE) fördern und stärken.

    Ein nicht unwesentlicher Bereich ist auch die Förderung der Exklusivität des Jägerbataillons 25 (KPE) bezogen auf luftbewegliche Einsätze, Einsätze nach Fallschirmabsprung und Einsätze im Gebirge.

    Durch Intensivierung der Kaderfortbildungen und einer vermehrten Teilnahme an Übungen wird ein Fähigkeitsaufbau im Bereich der Gefechtstechnik und Taktik verfolgt werden.

    Militärischer Werdegang:

    Als Angehöriger des Jahrganges „Wellington“ an der Theresianischen Militärakademie musterte ich 1996 zum Gebirgsjägerbataillon 26 in SPITTAL an der DRAU aus. Dort übte ich die Funktionen Zugskommandant und stellvertretender Kompaniekommandant aus. In diesem Zeitraum wurde ich zum Heeresbergführer ausgebildet. 2000 war das Jahr in dem ich zum Jägerbataillon 25 versetzt wurde. Zuerst als stellvertretender Kompaniekommandant, dann Kompaniekommandant. Letztere Funktion übte ich viele Jahre aus. In diesen Jahren absolvierte ich neben den diversen Laufbahnkursen wie Führungslehrgänge und Stabslehrgang sogar die Ausbildung zum manuellen Fallschirmspringer.

    Nach dieser sehr bewegten Zeit stand im Jahr 2009 eine Versetzung in das Kommando der 7. Jägerbrigade, auf den Arbeitsplatz des Stabsoffiziers  für Kampfunterstützung an. Ich schloß von 2011 bis 2013 den Masterstudienlehrgang „militärische Führung“ an der Landesverteidigungsakademie ab und schuf somit die Voraussetzungen für eine zukünftige Bewerbung um die Funktion als Bataillonskommandant. Mit 1. Jänner 2014 ereilte mich wieder der Ruf des Jägerbataillons 25 (KPE). Hier versah ich, bis zu  meiner Bestellung zum Bataillonskommandanten mit 1. April 2016, als stellvertretender Bataillonskommandant meinen Dienst.

    Auslandserfahrung konnte ich in AFGHANISTAN, dem KOSOVO und bei diversen Übungen sammeln.

    Oberstleutnant

    Alexander Raszer

    Fallschirmspringer Grundkurs 2016

    Vom 24. April bis 18. Mai 2016 besuchten Teile des Jägerbataillons 25 den Militärfallschirmsprungkurs bei der Lehrabteilung des Jagdkommandos. Dieser Kurs wurde auf zwei Standorten in Österreich durchgeführt. Zum einen in der Flugfeldkaserne in Wiener Neustadt, wo die Grundlagen und Techniken trainiert wurden, zum anderen in Zeltweg wo das Gelernte in die Praxis umgesetzt wurde.

    fasch - 1 (2)Der Kurs begann am 24. April mit einer Begrüßung durch den Kommandanten der Lehrgruppe “Militärfallschirmspringen”. Ohne weitere Zeit zu verschwenden folgte gleich der Einstieg mit einer Theorieeinheit wo die Grundlagen des Fallschirmspringens erklärt wurden. Dann ging es gleich ans Ausfassen des Gerätes, der Sprungausrüstung: Hauptfallschirm, Reserveschirm, Kappmesser und Signalpfeife. Als wir in Gruppen eingeteilt waren, begannen wir mit dem Trockentraining. Fertigmachen zum Sprung, Abgangshaltung, Landerolle. Ein dicht gedrängtes Programm für den ersten Kurstag.

    fasch - 1 (4)Dann wurde die Ausbildung in vier Stationen unterteilt. Diese waren Sprungturm, Hängeanlage, Landeanlage sowie das Richtige Packen des Fallschirms.

    Fallschirm-Sprungturm
    Fallschirm-Sprungturm

    Am Sprungturm wurde der richtige Absprung aus der Maschine geübt, dieses unterscheidet sich je nach Type und wird jeweils für Pilatus PC-6 Porter oder C-130 Herkules simuliert. Hier kommt es besonders auf das “in die Tür treten”, Absprunghaltung und das Beheben von Störungen an. Nach intensiven Training folgte am Ende der ersten Woche das Umsetzen des Erlernten in einer Stressbelastungsübung statt. Erst wenn jeder Handgriff ohne nachzudenken klappt wird der Fallschirmspringer Lehrling zum Springen zugelassen.

    Die Station Landeanlage besteht aus Seilen und Winden welche den Sprungschüler auf ca 8 Meter anheben um so die richtige Landehaltung zu erlernen. Hier kann die Geschwindigkeit variiert  und so langsam zu realistischen Bedingungen gesteigert werden. Wichtigste Fertigkeit dabei: Die Landerolle. Für viele Soldaten erwies sich das als größte Challenge. Wie auch nicht anders zu erwarten wurde  auch dieser Abschnitt von den jungen 25ern bravourös gemeistert.

    Die Hängeanlage dient zum Simulieren der Luftfahrt. Hier geht es vor allem darum etwaige Störungen beim Öffnen des Fallschirms auszugleichen. Hier ist neben dem Einfühlungsvermögen in Thermik, Luftbewegung und Funktion des Fallschirms auch Muskelkraft gefordert.

    fasch - 1 (3)Die vierte Station, Fallschirmpacken, erfordert vor allem eines: Genauigkeit und Sorgfalt beim Versorgen der Schnüre und des Fallschirmkappe selbst. Hier muss jeder Handgriff sitzen! Unter den wachsamen Augen der Fallschirmsprunglehrer wird der Sprungschüler Schritt für Schritt zur Perfektion gebracht. Nur ein korrekt gepackter Fallschirm wird den Springer sicher zur Landung bringen.

    fasch - 1 (7)Nachdem die Theorie abgeschlossen war, ging es weiter nach Zeltweg um das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Das mulmige Gefühl vor den ersten Sprüngen wich bald der Begeisterung fürs Fallschirmspringen. Glück ab, gut land!

    fasch - 1 (12)